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Versteckter Knochen im Steak Wer haftet für ausgebissene Zähne?

Das im Restaurant bestellte Stück Fleisch sieht verführerisch aus. Doch schon der erste Biss zerstört den Genuss. Denn ein versteckter Knochen ruiniert das Gebiss des Gastes. Die Rechnung für die kaputten Zähne soll der Wirt bezahlen. Der weigert sich jedoch.

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Auch hier lauert ein allgemeines Lebensrisiko.

(Foto: imago/Martin Bäuml Fotodesign)

Ein Restaurantbetreiber haftet nicht, wenn ein Gast sich beim Verzehr eines Stückes Nackensteak eine Zahnbrücke beschädigt, weil er auf ein Knochenstück beißt. Dies hat das Amtsgericht München entschieden (Az.: 213 C 26442/14).

In dem verhandelten Fall besuchte ein 63-jähriger Mann ein Restaurant in der Nähe von München. Dort bestellte er ein Nackensteak. Beim Verzehr des Gerichtes gingen Teile der Brücke seines Gebisses zu Bruch. Der Mann behauptete, dass sich in dem Fleischstück ein kleines Knochenstück befunden habe und bereits beim ersten Biss die Zahnbrücke gebrochen sei.

Nach dem Vorfall musste die Brücke komplett neu angefertigt werden. Dadurch entstanden Kosten in Höhe von rund 2800 Euro. Diese wollte der spätere Kläger von der Haftpflichtversicherung der Wirtsleute ersetzt bekommen, denn seiner Meinung nach hätten die Betreiber der Gaststätte die Pflicht, ein Steak vor dem Zubereiten auf Knochenstücke hin zu untersuchen. Doch der Schaden wurde nicht beglichen. Daraufhin erhob der Mann Klage vor dem Amtsgericht gegen das Ehepaar, das die Gaststätte betreibt.

Ohne Erfolg. Der Kläger muss seine neue Zahnbrücke selbst bezahlen. Zwar haben Verkäufer eines Lebensmittels erhöhte Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, da sie Lebensmittel an Endverbraucher ausgeben. Den Sicherheitserwartungen der Verbraucher seien aber durch die natürliche Beschaffenheit von Lebensmitteln Grenzen gesetzt. So hat der Bundesgerichtshof die Haftung eines Bäckers gegenüber seinem Kunden verneint, der sich einen Teil seines Zahns abgebrochen hatte beim Biss auf einen Kirschkern, der in dem gekauften Gebäckstück mit Streuselbelag eingebacken war.

Der Richter befand in seinem Urteil, dass der Mann nicht ohne Weiteres erwarten können, dass das Steak - auch, wenn ein solches gewöhnlich knochenfrei ist - tatsächlich nicht doch noch Knochenreste aufweisen würde. Anders wäre dies allenfalls dann zu beurteilen, wenn die beklagten Wirtsleute ihr Gericht ausdrücklich als "knochenfrei" angepriesen hätten, was jedoch nicht der Fall gewesen ist.

Das Gericht stellt denn auch wortlich fest: "Letztlich hat sich bei der Beschädigung des Gebisses des Klägers bedauerlicherweise das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht, welches nie gänzlich vermieden werden kann."

Quelle: n-tv.de, awi

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