Ratgeber

Vorgezogene Altersrente Wie viel dürfen Rentner hinzuverdienen?

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Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und eine Altersrente beziehen, dürfen unbegrenzt dazuverdienen - ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird.

(Foto: imago/Westend61)

Vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente zu gehen, ist für viele ein Traum. Um dann eventuell festzustellen, dass das Geld nicht reicht oder das Leben ohne Arbeit etwas fad ist. Wer sich nun etwas dazuverdienen möchte, sollte auf die Hinzuverdienstgrenze achten. Ansonsten werden die Bezüge gekürzt.

Eigentlich gilt: Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze - also das Renteneintrittsalter für die Regelaltersrente - dürfen Rentner maximal 6300 Euro im Kalenderjahr hinzuverdienen, ohne dass sich ihre Rente verringert. Allerdings ist mit Ausbruch der Corona-Pandemie die Hinzuverdienstgrenze deutlich angehoben worden. Und diese gilt auch für das Jahr 2022. Ganze 46.060 Euro beträgt die erhöhte Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten.

Bis zu diesem Betrag können Rentner im Kalenderjahr zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird. Der erhöhte Betrag gilt allerdings nicht für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten. Wenn das Entgelt diese oder auch die vorherige Hinzuverdienstgrenze übersteigt, wird nur der darüber hinausgehende Betrag berücksichtigt. Dieser Betrag wird dann durch 12 geteilt und zu 40 Prozent auf die Monatsrente angerechnet. Betroffene erhalten dann nur noch eine Teilrente, heißt es von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin.

Je niedriger Teilrente, desto höher Hinzuverdienstgrenze

Zusätzlich muss auch die individuelle Höchstgrenze für den Hinzuverdienst beachtet werden - der sogenannte Hinzuverdienstdeckel. Dieser orientiert sich an dem höchsten Einkommen des Rentenbeziehers in den letzten 15 Jahren vor dem Rentenbeginn. Liegt der Hinzuverdienst zusammen mit der schon im ersten Schritt gekürzten Rente über dem Hinzuverdienstdeckel, wird der darüber liegende Betrag voll von der Teilrente abgezogen. Abhängig vom Hinzuverdienst wird die vorgezogene Altersrente in voller Höhe - als sogenannte Vollrente - oder vermindert - als sogenannte Teilrente - gezahlt. Unter Umständen kann der Anspruch auf Altersrente sogar entfallen. Dies ist allerdings nur bei sehr hohem Hinzuverdienst möglich.

Ungeachtet dessen können Rentner nur eine Teilrente beziehen und mehr Geld hinzuverdienen - je niedriger die Teilrente, desto höher liegt die Hinzuverdienstgrenze. Wie hoch diese genau ist, berechnet der zuständige Rentenversicherungsträger auf Antrag. Dabei gilt, dass die Teilrente nicht in Stein gemeißelt ist. Sie kann - einschließlich der damit verbundenen individuellen Hinzuverdienstgrenze - jederzeit neu für die Zukunft festgelegt werden. Und auch der Wechsel in eine Vollrente ist immer möglich.

Bei Abweichungen wird Rente dann neu berechnet

Die Deutsche Rentenversicherung rät, jede Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit an den Rentenversicherungsträger zu melden. Dieser stellt dann fest, ob sich Auswirkungen auf die Rente ergeben und wie hoch diese gegebenenfalls ausfallen. In der Regel wird dann zum 1. Juli überprüft, ob der voraussichtliche und der tatsächliche Hinzuverdienst übereinstimmen. Bei Abweichungen wird die Rente dann neu berechnet.

Als Hinzuverdienst gelten unter anderem Bruttoentgelt, steuerrechtlicher Gewinn (zum Beispiel Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft oder auch aus Solaranlagen) sowie vergleichbare Einkommen wie Vorruhestandsgeld oder mitunter auch Betriebsrenten.

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Ab 2023 gilt voraussichtlich wieder die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr.

Grundsätzlich gilt: Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und eine Altersrente beziehen, dürfen unbegrenzt dazuverdienen - ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird. Diese Regelaltersgrenze variiert je nach Geburtsjahrgang. Denn das Alter für den regulären Renteneintritt wird schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre angehoben.

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 01. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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