Ratgeber

Ärger über Falschparker Wutanfall wird teuer

Wer sein Auto auf dem Gehweg abstellt, behindert andere und macht sich entsprechend unbeliebt. Doch Selbstjustiz dürfen genervte Fußgänger trotzdem nicht üben, wie das Amtsgericht München klarstellt.

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Auf dem Bürgersteig halten kostet 30 Euro, wenn man dabei andere behindert.

(Foto: imago stock&people)

Wenn ein Auto falsch geparkt ist, ist das kein Freibrief, es zu beschädigen. Wer absichtlich gegen ein einen ordnungswidrig geparkten Pkw tritt, muss für den Schaden voll haften, den Autobesitzer trifft keine Mitschuld. Das hat das Amtsgericht München klargestellt. (Az.:122 C 2495/15)

Der spätere Kläger hatte seinen 3er BMW gegen drei Uhr nachts auf dem Gehweg vor einer Bankfiliale abgestellt, wo er Geld abheben wollte.  Dabei blockierte er einem Zeitungsausträger den Weg.  Der 64-jährige ärgerte sich so sehr über das rücksichtslose Verhalten, dass er mit dem Fuß gegen die rechte Seite des Autos trat. Außerdem habe er mit dem Zeitungswagen die Fahrertür gerammt, so der BMW-Fahrer. Der Wutausbruch verursachte einen Schaden von knapp 1000 Euro.

Der Autofahrer forderte den Zeitungsausträger auf, den Schaden zu begleichen. Doch der weigerte sich zu zahlen. Er habe sich durch den Falschparker genötigt gefühlt, da dieser ihm den Weg abgeschnitten habe. Es sei auch die "enorme physische und psychische Belastung zu berücksichtigen, die das Austragen der Zeitungen zu nachtschlafender Zeit mit sich bringe, auch unter Berücksichtigung des fortgeschrittenen Alters" so der Zeitungsausträger.

Der BMW-Besitzer erhob daraufhin Schadenersatzklage und bekam vor Gericht auch recht. Nach Auffassung des Amtsgerichts trifft den Autofahrer kein Mitverschulden an dem Schaden. Der Zeitungsausträger habe gegenüber der Polizei selbst eingeräumt, den Pkw beschädigt zu haben. Der Autobesitzer habe sich zwar ordnungswidrig verhalten und bei dem Parken auf dem Gehweg gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Der Schaden sei aber durch die vorsätzliche Sachbeschädigung des Zeitungsausträgers entstanden und nicht etwa bei dem vergeblichen Versuch, an der Engstelle vorbeizukommen.

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Quelle: ntv.de, ino