Fußball

So läuft der 14. Spieltag Bayerns Heynckes ordnet den Trainermarkt

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So Julian, du gehst zum BVB und du Thomas, du kommst zum FC Bayern - Läuft's so? Nun, Jupp Heynckes hat offenbar Mitspracherecht bei der Frage nach dem neuen Bayern-Trainer.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Beim FC Bayern München ist der Trainerstreit beigelegt. Und Jupp Heynckes wird sogar befördert. Borussia Dortmund hat intensiv nach Fehlern gesucht und dabei erstaunlich Belangloses festgestellt. In Köln werden sie derweil doch nervös.

Was macht der FC Bayern?

Das am vergangenen Wochenende spontan aufgezogene Unruhehoch über dem FC Bayern hat sich eilig wieder vom Hof gemacht. Und es war ja auch weniger der erste Nichtsieg (1:2 in Mönchengladbach) in der Zehn-Spiele-Ära unter Coach Jupp Heynckes, der für Zorn beim doch mittlerweile eigentlich altersmilde-tiefenentspannten "Don" sorgte, sondern vielmehr der anerkennend gemeinte Entmündigungsversuch von Präsident Uli Hoeneß. Der hatte nämlich im Super-Gute-Laune-Rausch der Jahreshauptversammlung verkündet, dass der Jupp vielleicht doch noch ein Jahr länger macht, als verabredet. Mit maximaler Vehemenz rauschte Heynckes dann aber rasch dagegen: "Ich weiß nicht, was den Uli bewegt hat, so etwas zu sagen." Freundschaftsdienst bleibt Freundschaftsdienst. Und der ist fix terminiert bis zum 30. Juni 2018.

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Wer soll den FC Bayern in der kommenden Saison trainieren?

Weniger unflexibel als das unumstößliche Ende der vierten Heynckes-FC-Bayern-Beziehung verhält es sich mit der inhaltlichen Zusammenarbeit. Klar, der Jupp, der coacht. Aber, und das hat Heynckes-Hoeneß-Mediator Karl-Heinz Rummenigge nun der "Sport Bild" erklärt, er, also der Jupp, ist auch gern gehörte Kompetenz bei der Auswahl seines Nachfolgers. Allerdings, so heißt es ebenfalls in der "Sport Bild", soll Heynckes den Klub-Oberen deren Wunschkandidat, den Hoffenheimer Julian Nagelsmann, eher ausreden - was vermutlich Borussia Dortmund freuen wird (siehe unten) - und stattdessen für den eher als schwierig eingeschätzten Thomas Tuchel werben. Liverpools Emotionsrakete Jürgen Klopp und Bundestrainer Joachim Löw sollen übrigens auch im Verteiler sein. Wer allerdings die Rolle deren Fürsprecher übernommen hat? Uns unbekannt.

Nun, sei's drum. Kein Thema ist unseren Informationen zufolge indes André Breitenreiter. Obwohl der ja auch nicht soooo schlecht zu sein scheint: Erst der Aufstieg mit Hannover, dann guter Fußball in Liga eins. Und nun am Samstagmittag respektierter Gast in der Allianz-Arena (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Aber so richtig redet niemand über die starke Saison der Niedersachsen. Außer der höfliche Bayern-Stratege Sebastian Rudy. Dem hauseigenen Sender hat er verraten:  "Wie die Fußballspielen, das ist schön anzusehen." Damit ist eigentlich alles gesagt, weil sie sich ja bei den 96ern diese Woche selbst eher um andere Dinge kümmern, als um den 14. Spieltag. Um Horst Heldt nämlich. Der Manager wurde vom 1. FC Köln umworben. Und zwar so heftig, dass sich gar Altkanzler Gerhard Schröder (nicht als Altkanzler, sondern als Aufsichtsratsboss des Bundesligisten) einmischt: "Verträge sind zu erfüllen. Wir planen weiter mit Horst Heldt", sagte er der bereits viel zitierten "Sport Bild". Nun, seit Donnerstagnachmittag ist alles egal: Denn der Effzeh hat Heldt 'ne überraschende Abfuhr erteilt. Tippen wir also sportlich: 4:0.

Wie geht's dem BVB?

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Er hatte diese Woche sehr viel zu tun. Das krachende Derby-Debakel vom vergangenen Samstag hat die Krise und deren dringende Beilegung ganz oben auf die schwarzgelbe Prioritätenliste gespült. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke forderte von der sportlichen Leitung: (1) Alles auf den Prüfstand stellen, (2) jeden Stein umzudrehen und (3) dabei ohne Denkverbote zu arbeiten. Als Ergebnis der Analyse soll im Idealfall der Bock (nicht der Bosz)-Umsturz stehen. Wie der am Samstagnachmittag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen die nun seit neun Partien unbesiegten Leverkusener (gäbe es die BVB-Krise nicht, müssten wir Bayer an dieser Stelle wirklich mal ausführlich würdigen, so aber bleibt's bei einem sehr ernst gemeinten Lob!) gelingen soll? Nun, das wissen wir leider nicht. Denn der Recherche steht massiv Plastik im Weg. Um beim Steine umdrehen nämlich nicht beobachtet zu werden, hat der Klub die Zäune am Trainingsplatz in Brackel mit Sichtschutzwänden aus eben Plastik verpackt. Die "Bild" berichtet außerdem davon, dass die freien Tage gestrichen wurden. So bleibt sportlich leider nur zu verkünden, was ohnehin schon jeder weiß: Bei Bayer fehlen den Dortmundern neben den Ewigverletzten nun auch noch Pierre-Emerick Aubameyang (gesperrt) und Mario Götze (erneut verletzt).

Achja, eine Geschichte gibt's natürlich noch zu erzählen. Die vom Endspiel für Coach Peter Bosz. So liest es sich diese Woche allerorten. Angereichert wird das ausgerufene Do-or-die-Spiel von den Gedankenspielen für den sportlichen Neustart im Dezember. Und so haut die "Bild"-Zeitung einfach mal 'nen Notfahrplan mit Konjunktiv raus: Im Sommer kommt Julian Nagelsmann - Heynckes redet den Bayern-Bossen ja gerade die Jüngling-Flausen aus (siehe oben) - und bis dahin rettet Armin Veh (der davon noch nichts weiß) die schwarzgelben Saisonziele: Er führt sie also auf direktem Wege in die Champions League.

Aber, vergessen wir eines nicht: Noch ist Bosz ja da und deswegen hören wir selbstverständlich auch zu, wenn er sagt: "Wir müssen jetzt Erfolg haben und ein Spiel gewinnen." Und zum Ergebnis seiner Analyse: "Es fehlt etwas. Es ist nicht nur eine Sache. Es kommen viele Sachen zusammen." Tja, was sollen wir da bloß tippen, vielleicht ein wildes 4:3? Okay, machen wir so.

Was machen die Schalker?

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So sehen (Derby)-Sieger aus.

(Foto: imago/Thomas Bielefeld)

Die sind so nüchtern, dass es fast schon wehtut. Während der Durchschnittsbürger beim Gedanken an das Jahrhundertderby in Dortmund noch immer Herzrasen und der gemeine BVB'ler Wuthochdruck bekommt, sagt der Schalker (Trainer): "Wichtig ist, dass wir das Spiel aus den Köpfen bekommen, damit sich die Mannschaft auf die bevorstehenden Aufgaben konzentrieren kann." So etwas kannst du wirklich nur sagen (im Interview mit t-online.de), wenn du ernsthaft Folgendes spürst: "Ich fühle mich nicht als Derbyheld. Die Mannschaft hat das Ding gedreht." Respekt für so viel Lässigkeit - und bitte nicht die falschen Schlüsse ziehen: Domenico Tedesco steht für den von Jupp Heynckes zu geordneten Trainermarkt aktuell nicht zur Verfügung. "Ich bin froh, auf Schalke zu sein und sein zu dürfen. Das ist ein Privileg. Ich fühle mich mega-wohl." Und deswegen: nüchtern weitermachen und den Gegner loben: "Das wird eine schwere Aufgabe, der 1. FC Köln hat weniger Punkte auf dem Konto, als sie es eigentlich verdient gehabt hätten." Das sind sehr höfliche Worte, aber eher einer guten Erziehung denn der Realität entsprungen.

Der Effzeh lungert nämlich bei exakt zwei Punkten am Tabellenende herum. Und das greift nun auch die gefestigteste Kölner Seele an. So kritisiert Trainer Peter Stöger das Herumgemache um seine Person: "Wir haben uns schon von ein paar Werten, die wir in den letzten Jahren gelebt haben, wie zum Beispiel Vertrauen, Respekt und Verantwortung ein Stück weit losgelöst." Der Austausch mit Geschäftsführer Alexander Wehrle sei zwar "außergewöhnlich gut. Aber es ist leider im Moment schwierig, diese Werte beisammen zu halten. Und das geht leider Gottes in alle Bereiche. Da haben wir in der ganzen Besetzung ein bisschen Nachholbedarf." Das größte Problem derzeit sei die Unsicherheit, monierte der Coach, der von der Vereinsspitze selbst nur eine Jobgarantie für das nächste Spiel auf Schalke bekommen hatte. "Ich könnte mit jeder Entscheidung leben. Aber es muss eine her. Das wäre auch für mich wichtig. Aber entscheidend sind die Spieler und der Staff. Dort herrscht richtige Unsicherheit. Diese Ungewissheit ist ein Szenario, das nicht optimal ist." Tipp 2:0 und (leider) endgültig: "Servus, Peter Stöger".

Was ist sonst noch so los?

SC Freiburg – Hamburger SV (Freitag, 20.30 Uhr): Ein Elfmeter ist ja immer eine feine Sache - wenn er denn berechtigt ist (aber dafür gibt's ja den Videobeweis). Nicht aber für Freiburg. Und erst recht nicht, wenn's gegen den Hamburger SV geht. Denn die letzten vier Versuche gegen die Norddeutschen wurden allesamt vergeben. Noch einmal mehr unerfolgreicher (also fünfmal) ist der HSV dagegen auf des Gegners Platz. Eine gute Nachricht für den punkteschwachen SCF also. Allerdings will Hamburg-Coach Markus Gisdol das nicht einfach so hinnehmen. Er fordert: "Wir sollten weniger reden und einfach abliefern." Klappt nicht, sagen wir und tippen 2:1.

FSV Mainz 05 – FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr): Die Mainzer sind der Schwabenschreck der Liga. Sie gewannen ihre letzten fünf Heimspiele gegen Augsburg und holten 19 von 21 Punkten aus den letzten sieben Duellen. FCA-Trainer Manuel Baum interessieren solche Statistiken jedoch nicht – genauso wenig wie der aktuelle Tabellenplatz (Rang acht). "Wir schauen weder nach oben, noch nach unten. Wir schauen nach vorne", betont er - und zahlt 15 Euro ins Phrasenschwein. Tipp: 2:1.

Werder Bremen – VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr): Als Tabellen-17. geht es Bremen mit nur einem Sieg und acht Punkten aus bisher 13 Spielen nicht so gut. Noch nicht. Wie Sportdirektor Frank Baumman sagt: "Zuletzt hat dreimal hintereinander die Leistung gestimmt. Das macht Mut, auch in unserer schwierigen Lage." Daher-Tipp: Wird besser, 2:1.

1899 Hoffenheim – RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr): Ein besonderes Spiel. Für Ralf Rangnick. Der baut ja gerade in Leipzig die neue deutsche Fußball-Macht auf. Ein Projekt, mit dem es in Hoffenheim, damals als Coach, ja nicht ganz so gut geklappt hat. Wobei, so richtig stimmt das nicht: Denn mit 122 Punkten aus 85 Bundesligapartien ist er bis heute der erfolgreichste Trainer der TSG. Also noch erfolgreicher als der högschd umworbene Julian Nagelsmann. Dessen Bilanz (nicht nur Bundesliga) kracht gerade übrigens heftig zusammen. Sein Team gewann nur eins der letzten sieben Spiele (3:0 in Köln am 5. November) und verlor die letzten beiden Pflichtspiele mit je drei Gegentoren. Kein bilanzrettender Tipp: 1:1.

Hertha BSC Berlin – Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr): Per Elfmeter gelang Alexander Meier am 10. August 2013 der bislang letzte Frankfurter Treffer in Berlin, der bei der 1:6-Niederlage allerdings nur statistischen Wert hatte. Meier traf aber auch am 28. November 2009, als die Eintracht mit einem 3:1 ihren bislang letzten Sieg in der Hauptstadt feierte. Nun aber ist Alexander Meier nicht dabei. Und das frustriert den Torjäger. Der "Frankfurter Rundschau" erklärte der "Fußballgott" nämlich: "Es ist mit die härteste Zeit meiner Karriere." Aber es ist auch so: "Ich habe die tiefe Überzeugung, dass ich gesund werde und wieder spielen kann. Ich kann sagen: Das war es noch nicht." Das wäre nicht nur schön für ihn, sondern auch gut für die SGE: Denn mit dem Toreschießen klappt's nicht so üppig, 14 Tore in 13 Spielen. Daher ist's hinten dicht, 13 Gegentore in 13 Spielen. Deshalb-Tipp: 0:0.

VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 18 Uhr): Erst den FC Bayern besiegt und jetzt geht's zurück in die sportliche Erfolgsheimat: Dieter Hecking trifft mit seiner Erfolgs-Borussia auf seinen einstigen Erfolgs-VfL (DFB-Pokal-Sieger, Real-Madrid-Einmalbesieger und Vizemeister). Der remisiert sich zäh durch den Abstiegskampf, trotzdem findet Hecking Gefallen am Spiel der Wölfe: "Die vergangenen beiden Heimspiele waren absolut in Ordnung. Da haben sie gut gespielt". Tipp: Wer die Bayern schlägt, verliert gegen Wolfsburg nicht, 1:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Schalke ist doch immer für einen Bock gut!"
Redaktions-Chefgeißbock Roland Peters sinniert im Zwei-Punkte-Fieberwahn vor dem Spiel der Kölner bei den Neu-Jahrhundertschalkern.

Quelle: n-tv.de

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