Fußball

Rennen um die Champions League Gladbach holt sich den Matchball

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Lars Stindl öffnete die Tür in die Champions League für Gladbach ganz weit.

(Foto: Jürgen Fromme /firo Sportphoto/P)

Am 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist Borussia Mönchengladbach der große Gewinner im oberen Tabellendrittel. Auch, weil der Leipziger Heimfluch weiter geht und Leverkusen im Niemandsland patzt. Der FC Schalke 04 ist derweil ein leichtes Opfer für den VfL Wolfsburg auf Europa-League-Kurs.

SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach 1:3 (0:1)

Borussia Mönchengladbach hält im Champions-League-Rennen wieder alle Trümpfe in der Hand. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose gewann beim bereits als Absteiger feststehenden SC Paderborn mit 3:1 (1:0) und übernahm vor dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga dank des Patzers von West-Rivale Bayer Leverkusen wieder den millionenschweren vierten Tabellenplatz.

Patrick Herrmann (4.) und Kapitän Lars Stindl (55./Foulelfmeter, 74.) trafen für Gladbach, das am kommenden Samstag beim Schlussakkord gegen Hertha BSC aus eigener Kraft zum dritten Mal das Ticket für die Gruppenphase der Königsklasse lösen kann. Angesichts der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber Leverkusen dürfte hierzu gar ein Unentschieden reichen. Paderborn bleibt auch nach dem letzten Saison-Heimspiel ohne Sieg im Jahr 2020 im eigenen Stadion. In den letzten 25 Minuten mussten die Gastgeber zu zehnt spielen, weil Kapitän Uwe Hünemeier nach einem Foul an Breel Embolo die Gelb-Rote Karte sah. Sven Michel traf für den SCP (54.) zum kurzzeitigen Gleichstand.

Die Borussia brockte den Paderbornern zwei Einträge in die Liga-Geschichtsbücher ein: Die wackeren Ostwestfalen beenden die Saison mit 13 Heimniederlagen und egalisieren damit den Minus-Rekord der SpVgg Greuther Fürth (Saison 2012/13) und von Hannover 96 (2015/16). Außerdem zog Paderborn nach Heim-Gegentoren in einer Spielzeit mit dem "ewigen" Schlusslicht Tasmania Berlin gleich (46).

RB Leipzig - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)

RB Leipzig hat auch den zweiten Matchball zur sicheren Champions-League-Qualifikation vergeben, kann aber trotzdem für die Königsklasse planen. Die Sachsen um Star-Stürmer Timo Werner, dessen Wechsel zum FC Chelsea zwei Tage vorher offiziell geworden war, verloren am vorletzten Spieltag gegen Borussia Dortmund mit 0:2 (0:1). Weil die Konkurrenz das Versäumnis jedoch nicht nutzte, bleibt Leipzig eine Nervenschlacht zum Saisonfinale erspart.

BVB-Torjäger Erling Haaland (30./90.+3) erzielte seine Saisontore 12 und 13 im 14. Einsatz und sicherte seiner Mannschaft somit die Vize-Meisterschaft hinter Rekordmeister Bayern München. Leipzig steht weiter mit 63 Punkten auf Rang drei und kann nur noch theoretisch auf den Europa-League-Rang fünf zurückfallen.

Leipzig hat sich in jedem seiner bisher vier Bundesliga-Jahre für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Gleich in der Premieren-Saison wurde man Zweiter, im Jahr darauf löste RB als Sechster das Ticket für die Europa League. In der vergangenen Saison führte Ralf Rangnick die Mannschaft auf Platz drei und damit zurück in die Königsklasse. In der aktuellen Saison ist Leipzig noch in der Champions League vertreten, spielt im August in Lissabon sein Viertelfinale.

Der scheidende Werner wurde vor seinem letzten Heimspiel verabschiedet - und nach 70 Minuten ausgewechselt. RB Leipzig konnte auch das letzte Heimspiel der Saison nicht gewinnen: Der letzte Heimsieg der Sachsen datiert vom 15. Februar, danach blieb RB in sechs Spielen im eigenen Stadion sieglos.

Hertha BSC - Bayer Leverkusen 2:0 (1:0)

Bayer Leverkusen hat im Kampf um einen Platz in der Königsklasse möglicherweise schon entscheidende Punkte liegen lassen. Bei Hertha BSC verlor die Mannschaft von Trainer Peter Bosz am Samstag mit 0:2 (0:1) und braucht am letzten Spieltag nun ausgerechnet die Hilfe der Berliner bei deren Gastauftritt bei Borussia Mönchengladbach für das erneute Ticket für die Champions League.

Matheus Cunha (22. Minute) und Dodi Lukebakio (54.) erzielten im leeren Olympiastadion die Tore für die sehr kampfstarke und effiziente Hertha, die nach zuletzt drei Niederlagen wieder ein Erfolgserlebnis feiern konnte. Gegen Mainz 05 muss Leverkusen am kommenden Samstag nun in jedem Fall gewinnen, um Gladbach von Platz vier noch abzufangen. RB Leipzig ist als Dritter bereits entscheidend voraus.

"Mit Herthas Führung wurde das Spiel gedreht. Das tun uns natürlich sehr weh", sagte Bayers ehemaliger Nationalstürmer Stefan Kießling zur Halbzeit bei Sky. "Wir tun uns schwer, vorn durchzukommen." Das setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Hertha verkraftete auch einen weiteren Ausfall von Peter Pekarik (50.), der mit Verdacht auf eine Muskelverletzung im Oberschenkel raus musste. Kurz darauf erhöhte Lukebakio nach einem Hertha-Konter aus kurzer Distanz.

FC Bayern München - SC Freiburg 3:1 (3:1)

Bayern München hat sein Publikum auch bei der Meister-Zugabe bestens unterhalten. Die 1b-Elf des alten und neuen Champions zerstörte die Europacup-Träume des SC Freiburg beim verdienten 3:1 (3:1) mit einer weiteren starken Vorstellung und stürmte zum nächsten Rekord: 15 Pflichtspielsiege in Serie sind seit Bundesliga-Gründung 1963 einmalig.

Joshua Kimmich (15.) und Toptorjäger Robert Lewandowski (24., 37.) mit seinen Saisontreffern Nummer 32 und 33 ließen die Münchner jubeln, die erst in der zweiten Halbzeit etwas nachließen. Häufiger als "Lewa" trafen in einer Bundesliga-Spielzeit nur Gerd Müller (36-mal 1973, 38-mal 1970, 40-mal 1972) und Dieter Müller (34-mal 1977). Ein ausländischer Stürmer traf noch nie so oft, wie Lewandowski in dieser Saison. Lucas Höler (33.) hatte für klar unterlegene Freiburger zwischenzeitlich verkürzt.

Durch das 3:1 schraubten die Münchner ihre Ausbeute auf 96 Tore hoch. Nur die Gerd-Müller-Bayern der Saison 1971/72 übertrafen mit 101 Toren die Hunderter-Marke.

TSG Hoffenheim - 1. FC Union Berlin 4:0 (3:0)

Die TSG Hoffenheim hat locker und leicht den Einzug ins internationale Geschäft geschafft. Die Kraichgauer gewannen 4:0 (3:0) gegen Union Berlin. Durch den Sieg hat die TSG mindestens den siebten Platz und die damit verbundene Teilnahme an der Qualifikation für die Europa League sicher. Zuletzt hatte der Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp vor zwei Jahren den Europacup erreicht - damals war es sogar die Champions League.

Ihlas Bebou (11.), Andrej Kramaric (39.), Munas Dabbur (45.+2) und Christoph Baumgartner (68.) trafen für die Hoffenheimer, die am letzten Spieltag bei Borussia Dortmund noch auf Rang sechs klettern können. Das würde den direkten Einzug in die Europa-League-Gruppenphase bedeuten.

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg 1:4 (0:1)

Der VfL Wolfsburg hat schon vor dem Saisonfinale erneut das Europapokal-Ticket gelöst. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gewann am Samstag beim FC Schalke 04 ungefährdet und verdient mit 4:1 (1:0) und behauptete mit dem Erfolg vor dem Top-Spiel am letzten Spieltag in einer Woche gegen Meister Bayern München den sechsten Tabellen-Platz. Durch die Freiburger Niederlage in München sind die Niedersachsen nicht mehr von einem Europa-League-Platz zu verdrängen. Wout Weghorst mit einem Doppelpack (16./56.), Kevin Mbabu (59.) und Joao Victor (70.) trafen für den VfL. Rabbi Matondo (71.) betrieb für Schalke etwas Schadensbegrenzung.

Dagegen nimmt die Negativserie der Königsblauen kein Ende. Seit 15 Bundesliga-Spielen warten sie nun auf einen Sieg. Gegen die technisch wie spielerisch überlegenen und zudem entschlossen wirkenden Gäste bot der Revierclub erneut eine schwache Leistung. Auch die Rückkehr von Kapitän Daniel Caligiuri nach seiner in Frankfurt verbüßten Gelb-Sperre bewirkte nichts.

Alle Ergebnisse und Entscheidungen aus dem Tabellenkeller finden Sie hier: Werder taumelt und darf weiter kämpfen

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid