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So läuft's im DFB-Pokal Hertha träumt, Werder warnt, Dynamos reisen

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Sie sind überall: Fans der SG Dynamo Dresden.

(Foto: imago/Robert Michael)

Einmal ins Finale - das ist der große Traum der Berliner. Aber der 1. FC Köln ist im DFB-Pokal so gut wie in keinem anderen Wettbewerb. Die Bremer setzen auf eine 29 Jahre währende Serie, und Hannovers Fans dürfen nicht in Wolfsburgs Innenstadt.

Wer spielt wann an diesem Mittwoch?

1. Fußball-Club Kaiserslautern - Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893
Hertha, Berliner Sport-Club - 1. Fußball-Club Köln 01/07
Verein für Leibesübungen von 1899 Osnabrück - 1. Fußball-Club Nürnberg
Verein für Leibesübungen Wolfsburg - Hannoverscher Sportverein von 1896
(alle Spiele ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de)

Rasenballsport Leipzig - Fußball-Club Bayern, München
Sport- und Schwimmverein Jahn Regensburg - 1. Fussballclub Heidenheim 1846
Sport-Verein Werder von 1899 - Turn- und Sportgemeinschaft Hoffenheim 1899
Sport-Club Freiburg - Sportgemeinschaft Dynamo Dresden
(alle Spiele ab 20.45 Uhr im Liveticker)

Acht Spiele? Was sollte man sehen?

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Kölner Erfolgsduo, ehemaliges: Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger.

(Foto: dpa)

Ja, ja, ja, die Partie der Leipziger Rasenballsportler gegen den FC Bayern. Die ist so eminent wichtig, dass wir ihr einen eigenen Text gönnen. Wir schauen an dieser Stelle lieber, was der ruhmreiche 1. FC Köln ab 18.30 Uhr im ganz bestimmt nicht ausverkauften Berliner Olympiastadion macht. Manager Jörg Schmadtke ist weg, der DFB-Pokal bleibt aber die Domäne der Kölner. Das ist nämlich der einzige Wettbewerb, in dem sie in dieser Saison ein Spiel gewonnen haben; klar, sonst dürften sie ja nicht in der zweiten Runde noch mitspielen. Sie verbindet mit den Herthanern, dass sie in der vergangenen Saison sehr ordentlich gespielt, sich für die Europaliga qualifiziert, dort aber noch keine Partie gewonnen haben. In der Liga ist der 1. FC Köln bekanntlich Letzter, die Hertha steht immerhin auf Platz elf. Die Zuschauer sind begeistert, keine 30.000 erwarten die Berliner im Charlottenburger Westend. Warum der geneigte Fußballfreund dennoch hingehen sollte, erklärt Manager Michael Preetz damit, dass es sich um ein Spiel handele, "in dem es ein Ergebnis geben wird am Ende: Sieg oder Niederlage". In Berlin träumen sie ja immer noch davon, einmal das Pokalfinale im eigenen Stadion zu erreichen - das mit seinen 74.475 Sitzplätzen dann ganz bestimmt auch ausverkauft wäre.

Apropos einziger Sieg in dieser Spielzeit: Der ist auch für den SV Werder in der ersten Pokalrunde gelungen, nun geht's ab 20.45 Uhr gegen die TSG Hoffenheim. Aus diesem Anlass wies die stets gut informierte "Kreiszeitung Syke" darauf hin, dass die Bremer seit 1988 von 35 Pokalspielen im Weserstadion kein einziges verloren haben. Dennoch sagt Manager Frank Baumann: "Wir sind klarer Außenseiter. Und ich glaube, dass uns diese Rolle guttut." Julian Nagelsmann, der Trainer der Hoffenheimer, spielt den Ball gerne zurück: Die Bremer sind momentan in einer schwierigen Lage. Das macht's aber sehr gefährlich für uns, weil es ein anderer Wettbewerb ist, wo sie befreiter aufspielen können. Sie haben eine Mannschaft, die gut kicken kann, aber gerade keinen Lauf hat." Keinen Lauf? Seit 29 Jahren nicht verloren!

Und wenn ich nicht sehen will, was alle sehen?

Dann gehe ich heute ins Berliner Olympiastadion. Kleiner Scherz. Aber wie wär's mit der Bremer Brücke? Dort hat der VfL Osnabrück bereits den Hamburger SV besiegt und tritt nun ab 18.30 Uhr gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg an. Allerdings läuft es bei den Osnabrückern in der dritten Liga nicht ganz so gut, zuletzt setzte es wieder zwei Niederlagen hintereinander: Und Platz 20 in der Tabelle ist nicht gerade das, was sich die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune erhofft hatte. Das Stadion mit seinen 16.000 Plätzen wird mutmaßlich dennoch ausverkauft sein, und Thioune gibt sich optimistisch: "Mein Wunsch ist es, das Spiel nach 90 Minuten zu entscheiden. Wenn es zum Elfmeterschießen kommt, dann werden wir fünf Schützen finden, die Eier haben." Den Erinnerungsschal an dieses Spiel gibt's übrigens, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, für 14,95 Euro im Onlineshop des Klubs. Den Link müssen Sie sich selbst raussuchen. Ach, was soll's, hier ist er. Aber Obacht: limitierte Auflage!

War sonst noch was?

In Hannover hören sie das in ihrer Fixierung auf Eintracht Braunschweig nicht gerne, aber es gibt Menschen, die bezeichnen die Partie heute ab 18.30 Uhr beim VfL Wolfsburg als Niedersachsen-Derby. Und so sagt Wolfsburg Sportdirektor Olaf Rebbe: "Wir wollen unsere Fans stolz machen und zeigen, dass wir die Nummer eins in Niedersachsen sind." Wie bitte? In der Tabelle der Bundesliga steht der Aufsteiger auf Rang sechs und damit acht Plätze vor dem VfL. Derweil wird die Wolfsburger Innenstadt für die erwarteten 2600 Anhänger der 96er zur Verbotszone. Und damit alles friedlich verläuft, hat die Bundespolizeidirektion Hannover von 13 bis 18.30 Uhr und von 20 bis 24 Uhr auf den Strecken nach Wolfsburg, auf Bahnhöfen und in Zügen ein Verbot für Glasflaschen, Dosen, Pyro, Schutzbewaffnung und Vermummungsgegenstände erlassen. Wer dagegen verstößt, muss 250 Euro zahlen.

Zu guter Letzt möchten wir noch auf eine Partie hinweisen, die ein maßgeblicher Teil der Redaktion als Pokalschlager bezeichnet: Im Schwarzwaldstadion treffen sich ab 20.45 Uhr der Erstligist SC Freiburg und der Zweitligist Dynamo Dresden, der mit bis zu 3000 Fans anreisen wird. Wobei die meisten von ihnen gar keine so weite Anreise haben, Anhänger der Dynamos gibt es überall - allein in Bayern und Baden-Württemberg sind 1100 Vereinsmitglieder registriert. Freiburgs Trainer Christian Streich rechnet mit einem "interessanten Spiel", sein Kollege Uwe Neuhaus sagt: "Mal gucken, was wir aus dem Hut zaubern." Einen Pokalschlager vielleicht?

Quelle: n-tv.de

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