Fußball

So läuft der fünfte Spieltag Kovac warnt die Superkerle des FC Bayern

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Gut gemacht: Niko Kovac und Robert Lewandowski.

(Foto: imago/Laci Perenyi)

Vier Siege in vier Spielen, die Fußballer des FC Bayern führen schon wieder die Bundesliga an. Trainer Niko Kovac lässt Sandro Wagner hoffen. In Augsburg haben sie ganz andere Probleme. Und wo die Hertha ist, ist auch das Topspiel.

Was macht der FC Bayern?

Es gibt nur eine Mannschaft in der Fußball-Bundesliga, die in dieser Saison alle vier Spiele gewonnen hat. Und so sagte Niko Kovac, der Trainer des FC Bayern, vor der Partie gegen den FC Augsburg an diesem Dienstag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) über sein Team: "Das sind alles Superkerle." Innenverteidiger Jérôme Boateng zum Beispiel und Torjäger Robert Lewandowski, die beide im Sommer verlauten ließen, gerne den Verein wechseln zu wollen, nun aber wie eh und je zu den Stützen gehören. "Die wissen alle, was sie leisten müssen, um weiter auf diesem hohen Niveau zu spielen." Und da die Münchner zu den Partien in der Liga auch im DFB-Pokal und jüngst in der Champions League bei Benfica Lissabon gewonnen haben, darf Kovac von sich behaupten, sein Einstand sei gelungen.

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Wann komme ich rein? Sandro Wagner.

(Foto: imago/Team 2)

Das tut er aber nicht, sondern sagt: "Ich warne davor, alles zu rosig zu sehen und zu denken, wir könnten mit halber Kraft agieren." Kovac will sich "nicht einlullen lassen" von den Prophezeiungen, niemand könne den Meister auf dem Weg zum siebten Titel nacheinander stoppen. Ihm dürfte nicht entgangen sein, dass der Sieg auf Schalke am Wochenende trotz aller Souveränität mit einigen Nachlässigkeiten in der Abwehr einherging. Auch gegen Augsburg wird er das Personal wieder tauschen. Nationalspieler Boateng wäre neben Javi Martínez und Arjen Robben nach einer Auszeit gegen die Gelsenkirchener ein Kandidat für die Startelf. Doch er ist im Training mit dem Fuß umgeknickt. Es sei "alles okay", berichtete Kovac zwar. Vielleicht aber gönnt er Boateng noch eine Pause. Schließlich geht es am Freitag schon nach Berlin zur überraschend guten Hertha. Und so bekommt vielleicht auch Sandro Wagner seine Chance, damit Superkerl Lewandowski sich ausruhen kann. Er, also Wagner, bekomme "in den nächsten vier Spielen seine Einsatzmöglichkeiten". Und die Augsburger? Denken nach dem fatalen Patzer Fabian Giefers bei der Niederlage gegen Mainz darüber nach, wen sie bei der Partie im München ins Tor stellen. Wieder Giefer? Trainer Manuel Baum weiß es noch nicht. Sein Problem ist, dass Ersatzmann Andreas Luthe sich zuletzt mit Oberschenkelproblemen plagte. "Wenn Andi kann, ist er auf jeden Fall dabei im Spiel." Der 19 Jahre alte Benjamin Leneis sei kein Kandidat für die Startelf: "Das machen wir nicht." Unser Tipp: So sehr wir demjenigen, der im Augsburger Tor stehen wird, ein Zu-Null-Spiel gönnen würden, es wird nicht dazu kommen - 3:0.

Wo steigt das Topspiel?

In der Liga gilt eine neue Regel: Wo die Hertha spielt, dort steigt das Topspiel. Es begann am 15. September, als die Berliner am Mittellandkanal in Wolfsburg ein 2:2 holten, bei einem Klub, der ebenfalls die ersten beiden Partien gewonnen hatte. Am vierten Spieltag dann besiegte Hertha die punkt- und torgleiche Borussia aus Mönchengladbacher im Olympiastadion mit 4:2, besiegelte den besten Bundesligastart der Vereinsgeschichte und kletterte auf Platz zwei. Nun geht es an diesem Dienstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) SV Werder, der auf Rang vier steht.  Nur Bremens Trainer will nicht mitmachen: "Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison würde ich da nicht von einem Spitzenspiel reden." Florian Kohfeldt sagt auch, warum: "Wir dürfen weder die Tabelle noch die Punktzahl überbewerten. Acht Punkte nach vier Spielen sind eine ordentliche Basis, nicht mehr und nicht weniger." Da hat er nun auch wieder recht.

Die Berliner, die zwei Zähler mehr haben, seien aber schon super: "Ich sehe diese Mannschaft deutlich weiter als letztes Jahr und glaube auch, dass sie den Anspruch haben, weiter oben zu landen." Seine Prognose: "Sie werden wahrscheinlich auch im weiteren Verlauf im Bereich der Plätze anzutreffen sein, in dem sie jetzt sind. Vielleicht nicht Platz zwei und weiter, aber schon ziemlich weit oben." Und was sagt Kollege Pal Dardai vor dem Duell zweier ungeschlagener Teams? "Der Großteil der Berliner Fans kennt mich: Realität ist das Wichtigste." Was nicht heißt, dass er nicht zufrieden sei. "In den letzten drei Jahren haben wir für große Stabilität gesorgt. Jetzt haben wir eine Mannschaft, die man genießen kann." In der Tat spielen die sonst so langweiligen Herthaner plötzlich richtig gut Fußball. Der "Tagesspiegel" formulierte das so: "Die Partie gegen die Gladbacher hatte einen fast schon beängstigend hohen Unterhaltungswert." Und die Berliner wissen: Nach dem Topspiel ist vor dem Topspiel. Am Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gastiert zum Auftakt des sechsten Spieltags der FC Bayern in der Hauptstadt. Tipp fürs Spiel in Bremen: 1:1.

Was steht sonst noch an?

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Phrasenmalocher: Ralf Fährmann, links.

(Foto: imago/Uwe Kraft)

SC Freiburg - FC Schalke 04: Manager Christian Heidel sagt: "Natürlich mache ich mir Sorgen." Trainer Domenico Tedesco sagt: "Wir haben großen Respekt vor der Situation." Torhüter und Kapitän Ralf Fährmann sagt: " Da brauchen wir nicht groß zu zaubern, sondern müssen mit einfachen Mitteln ins Spiel finden. Jetzt ist mehr denn je unsere Tugend, das Malochen, gefragt." Willkommen beim FC Schalke 04. Nach vier Niederlagen aus vier Spielen steht der Tabellenzweite der vergangenen Saison auf dem letzten Platz. Und tritt nun bei der Mannschaft an, der am vergangenen Spieltag mit dem 3:1 beim VfL Wolfsburg der erste Saisonsieg gelungen ist. Doch natürlich warnt Freiburgs Trainer Christian Streich vor dem angeschlagenen Gegner: "Die werden hier her kommen und fighten, laufen und alles geben. Die können Personal wechseln, die haben Qualität ohne Ende." Tipp: 1:0.

Hannover 96 - TSG Hoffenheim (beide 20.30 Uhr): André Breitenreiter, Hannovers Trainer und offenbar Hobbyhandwerker, rät seinem Team zur Brechstange: "Wir wollen den ersten Dreier erzwingen. Was wir von uns erwarten müssen, ist: 100 Prozent Brennen auf dem Platz, Gier, Biss und Siegeswille." Sein Kollege Julian Nagelsmann hat mit Hoffenheim bisher vier und damit doppelt so viele Punkte gesammelt. Das sei aber zu wenig: "Meine Idee, wie ich Fußball spielen lassen will, wird bislang gut umgesetzt. Nur die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlt ein wenig."

Weil es schon am kommenden Samstag in der Liga gegen Leipzig geht und am Dienstag drauf, also am 2. Oktober, Josep Guardiola mit Manchester City zum Champions-League-Spiel nach Sinsheim kommt, will Nagelsmann ein wenig rotieren. "Mein Ziel ist es, nicht mehr als drei bis vier Spieler von Spiel zu Spiel zu tauschen." Tipp: Das könnte klappen - 0:2.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Grundsätzlich glaube ich, ist es als Mensch schwierig und anatomisch nicht optimal, wenn man nach hinten schaut. Das geht nicht recht weit und wenn man es zu oft macht, dann kann man sich verletzen. Deswegen schauen wir nur nach vorne." Manuel Baum, Trainer des FC Augsburg, zum 2:3 gegen den SV Werder Bremen am Samstag, als Torhüter Fabian Giefer einen groben Fehler machte. Nun geht's zum FC Bayern.

Quelle: n-tv.de

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