Fußball

Thuram lässt Gladbach träumen Leipzig trifft historisch, BVB siegt cool

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Ein entsetzter Jean-Paul Boetius kann sich die jubelnden Leipziger nicht mehr anschauen.

(Foto: imago images/opokupix)

Am 10. Spieltag der Fußball-Bundesliga darf RB Leipzig gegen erschreckend schwache Mainzer den höchsten Sieg seiner Bundesliga-Geschichte bejubeln. Borussia Mönchengladbach setzt sich derweil dank eines bärenstarken Weltmeister-Sohnes an der Spitze ab. Der BVB zeigt Mentalität.

Bayer 04 Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:2)

Borussia Mönchengladbach hält die Topfavoriten weiter auf Distanz und hat zum vierten Mal in Folge die Tabellenführung behauptet. Im West-Derby bei Bayer Leverkusen gewann die Mannschaft von Trainer Marco Rose dank einer sehr effektiven Vorstellung 2:1 (2:1) und feierte damit ihren fünften Auswärtssieg in dieser Saison. Leverkusen ist seit vier Ligaspielen ohne Sieg und verliert nach seiner ersten Heimniederlage in dieser Spielzeit mit nur 15 Punkten den Anschluss an die Spitzengruppe. Für die Gäste trafen Oscar Wendt (18.), der seinen zweiten Saisontreffer erzielte, und Marcus Thuram (42.), der zum fünften Mal vollstreckte. Kevin Volland (25.) erzielte nach einem Traumpass von Lucas Alario das zwischenzeitliche 1:1 für Leverkusen. Leverkusens Leon Bailey (90.+7) sah nach einer Tätlichkeit die Rote Karte.

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 3:0 (0:0)

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Geburtstagskind Lucien Favre verschaffte sich wieder Luft.

(Foto: imago images/Moritz Müller)

Bei Borussia Dortmund kehrt rechtzeitig zur wegweisenden Woche Ruhe ein. Der Vizemeister besiegte am 62. Geburtstag seines Trainers Lucien Favre den zuvor ungeschlagenen VfL Wolfsburg mit 3:0 (0:0) und hält Kontakt zur Tabellenspitze. Allerdings musste der zurückgekehrte Kapitän Marco Reus früh verletzt den Platz verlassen. Thorgan Hazard (52.), Raphael Guerreiro (58.) und Mario Götze (88., Handelfmeter) überwanden vor 80.200 Zuschauern die beste Abwehr der Liga.

Mitte der ersten Halbzeit gab es einen kuriosen "Doppelwechsel": Reus musste raus, er schien wieder Probleme mit dem linken Knöchel zu haben. Götze kam - und Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) verließ das Feld mit einer Wadenverletzung. Sein Assistent Martin Thomsen übernahm nach fünfminütiger Unterbrechung.

Auf dem Platz passierte wenig. Wolfsburg spielte wie ein Team, das die beste Defensive hat, aber eben auch wie eine Mannschaft, die vor Anpfiff so viele Tore erzielt hatte wie der SC Paderborn. Dann aber rief der BVB plötzlich mal einen Teil seines gewaltigen Offensivpotenzials ab: Hazard erzielte mit einem Flachschuss seinen ersten Treffer seit seiner Verpflichtung im Sommer, Guerreiro legte mit dem linken Fuß nach.

Wolfsburg musste das Risiko erhöhen und rannte in Konter - Achraf Hakimi (2x), Götze und Dahoud vergaben daraus resultierende Großchancen. Wolfsburger Gefahr entstand selten, Torjäger Weghorst hing größtenteils in der Luft.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 5:1 (2:1)

Zum ausführlichen Spielbericht geht es hier entlang.

RB Leipzig - 1. FSV Mainz 05 8:0 (5:0)

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RB Leipzig hat sich mit einem zweiten Tor-Spektakel innerhalb von vier Tagen endgültig aus der Mini-Krise geschossen. Nach der 6:1-Gala im Pokal beim VfL Wolfsburg gewann das Team von Trainer Julian Nagelsmann durch das furiose 8:0 (5:0) gegen den FSV Mainz 05 nach zuvor vier Spielen ohne Sieg auch wieder in der Bundesliga - und wie!

Marcel Sabitzer (5.), Timo Werner (30., 48., 87.), Christopher Nkunku (35.), Marcel Halstenberg (38.), Yussuf Poulsen (44.) und Nordi Mukiele (50.) sorgten mit ihren Toren für den höchsten Ligasieg in der noch jungen Klub-Geschichte von RB. Für die völlig überforderten Mainzer, die überhaupt keinen Zugriff fanden und von Leipzig förmlich überrollt wurden, war es die höchste Bundesliga-Niederlage.

Zum ausführlichen Spielbericht.

SV Werder Bremen - SC Freiburg 2:2 (1:1)

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Nils Petersen traf doppelt gegen seinen Ex-Klub.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Nils Petersen hat die Höhenflieger des SC Freiburg vor dem zweiten Rückschlag binnen fünf Tagen bewahrt: Der Torjäger sicherte dem Team von Trainer Christian Streich mit seinem Treffer in der dritten Minute der Nachspielzeit ein 2:2 (1:1) bei Werder Bremen. Freiburg hakte damit das ärgerliche Pokal-Aus ab und kann auf die exzellente Ausbeute von 18 Punkten verweisen. Werder ärgert sich dagegen über das fünfte Unentschieden in Serie, die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt läuft den eigenen Europapokal-Ansprüchen weit hinterher.

Werders Offensivstar Milot Rashica traf in typischer Manier zur frühen Führung. Ein Anspiel von Startelf-Rückkehrer Yuya Osako veredelte der Kosovare per Schlenzer in die lange Ecke (9.). Das 1:0 hielt aber nicht lange. Der Ex-Bremer Nils Petersen nutzte einen schweren Patzer von Werder-Keeper Jiri Pavlenka zum Ausgleich (28.). In einer Druckphase der Gastgeber traf Theodor Gebre Selassie per Kopf dann zur erneuten Führung (59.). In der 88. Minute sah Freiburgs Janik Haberer wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte, trotzdem kam der Sport-Club nochmals zurück.

Quelle: ntv.de, ter/dpa