Fußball

Doppellösung mit Rummenigge? Medien: Tuchel könnte Kader des FC Bayern planen

Bayern-Trainer Thomas Tuchel winkt offenbar eine Doppelrolle beim FC Bayern.

Bayern-Trainer Thomas Tuchel winkt offenbar eine Doppelrolle beim FC Bayern.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Nach der Entlassung von Sportvorstand Hasan Salihamidžić sucht der FC Bayern einen neuen Kaderplaner. Dabei wird auch über eine Variante spekuliert, die vor allem Thomas Tuchel betrifft. Der Coach könnte die Transfergeschäfte zunächst selbst übernehmen.

Der FC Bayern will bei der Suche nach einem passenden Nachfolger für Hasan Salihamidžić als Sportvorstand nichts überstürzen. Bis spätestens Weihnachten wollen die Münchner die Stelle aber wieder besetzt haben, wie Vereinspatron und Ehrenpräsident Uli Hoeneß dem "Kicker" am Montag sagte. Demnach soll ein Quartett aus Hoeneß selbst, Präsident Herbert Hainer, dem neuen Vorstandsboss und Kahn-Nachfolger Jan-Christian Dreesen sowie Rückkehrer Karl-Heinz Rummenigge den neuen Mann suchen und verpflichten. Für die Übergangsphase gibt es nun womöglich einen überraschenden Alternativplan.

Bekommt Thomas Tuchel vorübergehend eine Doppelfunktion? Die "Bild" bringt das Modell ins Gespräch, dass der Trainer mehr Macht bei der Kaderplanung bekommt. Eine zumindest ähnliche Verantwortung wurde Tuchel bereits in seiner Zeit beim FC Chelsea zuteil. In England arbeiten die verantwortlichen Trainer einer Profi-Mannschaft in der Regel auch als eine Art Sportdirektor für ihren jeweiligen Klub und werden auf der Insel entsprechend als Teammanager bezeichnet. Am Montag hatte Hoeneß bereits bestätigt, dass er Tuchel für den ersten großen Teil der Kaderplanung vor Ort in München sieht.

"Ich muss Verantwortung übernehmen"

Tuchel soll laut Hoeneß dem Gremium acht bis zehn Tage zur Verfügung stehen, um eigene Vorschläge einzubringen. Das soll in enger Abstimmung mit Rummenigge geschehen. Tuchel hatte angekündigt, erst einmal keinen Urlaub zu nehmen. "Ich muss Verantwortung übernehmen für die sportliche Weiterentwicklung." Tuchel, der sich seine ersten Bayern-Monate nach dem Blitzeinstieg Ende März auch ganz anders ausgemalt hatte, will in der kommenden Spielzeit wieder Fußball und Siege liefern, denen das Gütesiegel "Bayern-like" anhaftet. "Wir werden versuchen, uns bestmöglich vorzubereiten in der Transferphase", kündigte Tuchel an: "I hate to lose!" Darum müsse man nun «"Gas geben, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen", wie er sagte.

Womöglich hat der Trainer die Dinge schon in die Hand genommen. Wie Sky berichtet, soll er bereits mit seinem Wunschspieler Declan Rice telefoniert haben. Der Kapitän von West Ham United soll aber um die 100 Millionen Euro kosten. Er würde das defensive Mittelfeld verstärken. Überhaupt wuchern die Gerüchte um Neuzugänge. Im Sturm soll Dusan Vlahovic der neue Topkandidat sein, eine 50-Millionen-Euro-Offerte der Münchner sei aber von Juventus Turin abgelehnt worden, heißt es in italischen Medien. Erfolgversprechender: Der Kontakt zu Raphael Guerreiro, der den BVB in diesem Sommer nach sieben Jahren verlassen wird und damit ablösefrei zu haben ist.

Eberl und Krösche als Kandidaten?

Sky-Experte Lothar Matthäus, der die Entwicklung beim Rekordmeister in dieser Saison sehr kritisch beobachtet und sich unter anderem mit Ex-Boss Oliver Kahn gezofft hatte, würde die Lösung mit Thomas Tuchel und Karl-Heinz Rummenigge als Doppellösung für die Kaderplanung begrüßen. "Ich meine, Tuchel und Kalle könnten die Aufgabe für eine Übergangszeit von ein bis zwei Jahren gemeinsam übernehmen. Kalle hat neben großer Fußball-Kompetenz ein riesiges internationales Netzwerk", erklärte 62-Jährige gegenüber der "Bild".

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Neben Tuchel selbst wurden zuletzt besonders die Namen Markus Krösche (von Eintracht Frankfurt) und Max Eberl (von RB Leipzig) beim FC Bayern diskutiert. Sky-Experte Lothar Matthäus ist jedoch der Meinung, "dass Max das auf keinen Fall machen kann. Denn dann ist er in der Fußballbranche bei so ziemlich jedem unten durch". Nach nur wenigen Monaten RB Leipzig für die Bayern zu verlassen, "kann er nicht bringen", so Matthäus.

Präsident Hainer wollte am Sonntag zunächst noch nicht konkreter werden, hatte beide Funktionäre aber für ihre Arbeit bei Eintracht Frankfurt und RB Leipzig gelobt: "Die beiden sind sehr, sehr gute Sportvorstände, da sie mit ihren Mannschaften im Pokalfinale stehen. Da wären wir auch gerne gewesen." Und er ergänzte: "Wir suchen ein großes Kaliber. Wir sind schon unterwegs, haben Ideen."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid/sport.de

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