Fußball

Hingucker in den Auslandsligen Mourinho verblüfft mit demütigem Comeback

José Mourinho gibt sein Debüt bei Tottenham Hotspur - und überrascht im Vorfeld mit ganz neuen Ansagen. Jürgen Klopp freut sich über dessen Comeback. Währenddessen hat Thomas Tuchel in Paris wieder Ärger mit Neymar - und Ronaldo wird schon vor Anpfiff aussortiert.

England:

José Mourinho ist zurück in der Premier League: Fast ein Jahr nach der Trennung von Manchester United gibt der neue Tottenham-Coach bei West Ham United (13.30 Uhr) sein Debüt. Nach der Trennung von Mauricio Pochettino soll der Portugiese die ins Mittelfeld abgerutschten Spurs wieder auf Kurs bringen. Neue Spieler brauche er dafür nicht, sagte Mourinho ungewohnt euphorisch: Die, die da seien, "sind die besten Geschenke. Ich liebe diese Mannschaft!" Der 56-Jährige führte weiter aus: "Ich bin demütig, es geht nicht um mich, es geht um den Klub und die Spieler." Weil er so oft von Demut sprach, wurde der einstige "Special One" von der englischen Presse gar als "The Humble One" veralbert.

Einen Erfolg braucht auch Manchester City. Nach der 1:3-Niederlage beim FC Liverpool liegt der Meister auf dem vierten Tabellenplatz. Im Spitzenspiel gegen den FC Chelsea (18.30 Uhr) will das Team von Josep Guardiola Boden gut machen. Der Überraschungszweite der Liga, Leicester City, hat aber gute Karten, im Duell mit Brighton and Hove Albion (16 Uhr) weitere Punkte zu sammeln sammeln. Spitzenreiter Liverpool ist beim Zwölften Crystal Palace zu Gast (16 Uhr). Und hat mit derzeit schon acht Punkten Vorsprung die beste Ausgangslage an diesem 13. Spieltag. Schließlich ist klar, dass sich Man City und Chelsea Punkte klauen werden.

Italien:

Gute Nachrichten für Juventus Turin vor dem schweren Auswärtsspiel bei Atalanta Bergamo (15 Uhr): Der kolumbianische Mittelfeldspieler Juan Cuadrado hat beim Spitzenreiter der Serie bis 2022 verlängert. Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht: Cristiano Ronaldo wird "zu 99 Prozent nicht zum Einsatz kommen", sagte Trainer Maurizio Sarri. "Beim ersten Spiel mit der portugiesischen Nationalelf ist es Ronaldo besser gegangen, beim zweiten hatte er wieder Probleme. Wir bemühen uns, das in den Griff zu bekommen. Ziel ist es, dass er in der Champions League gegen Atletico Madrid wieder dabei ist", sagte Sarri. Ronaldo, der über Knieprobleme klagt, absolviert derzeit ein Spezialtraining. Verfolger Inter Mailand will beim FC Turin (20.45 Uhr) punkten. Zuletzt gab es Wirbel in Mailand, nachdem italienische Medien berichtet hatten, dass Trainer Antonio Conte mit einem Projektil bedroht worden sei. Ein Inter-Sprecher erklärte, dass der Klub und nicht Conte einen Brief erhalten und sich direkt an die Behörden gewandt habe. Zu dessen Inhalt ist noch nichts bekannt.

Spanien:

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Odegaard trumpft bei Real Sociedad groß auf.

(Foto: imago images/Cordon Press/Miguelez Sports)

Gleich fünf Mannschaften kämpfen am 14. Spieltag der spanischen Primera Division um die Tabellenspitze. Mit Real Madrid und Real Sociedad San Sebastián spielen zwei Teams sogar im direkten Duell. Beim diesem Spitzenspiel (21 Uhr) steht vor allem der von den Königlichen an Sociedad verliehene Youngster Martin Odegaard im Fokus, der seine Verletzung im Knöchel rechtzeitig auskuriert hat. Mit bis dato elf Einsätzen, zwei Toren und drei Vorlagen gehört der 20-jährige Norweger zu den besten Spielern der Liga und will diese Form auch bei seinem Stammklub bestätigen. Sein Ziel ist nach wie vor die Rückkehr: "Mein Ziel ist es, bei Real Madrid erfolgreich zu sein, aber jetzt bin ich bei Real Sociedad sehr zufrieden. Ich habe es nicht eilig, es ist nicht wichtig, ob ich in zwei oder fünf Jahren wieder für Real spiele."

Interessant wird auch die Reaktion der Fans auf den umstrittenen Gareth Bale. Der Stürmer der Madrilenen hatte nach der erfolgreichen EM-Qualifikation mit Wales vor einer Fahne gejubelt, die seinen Verein quasi verspottete - das hat das Gerücht um einen möglichen Winterabgang nicht verkleinert. Liga-Primus FC Barcelona ist beim Schlusslicht CD Leganés (13 Uhr) zu Gast - 19 Punkte trennen die beiden Klubs. Der Tabellendritte Atlético Madrid spielt bei Granada CF (18.30 Uhr).

Frankreich:

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Neymars Interesse an Tennis mag sein Trainer Thomas Tuchel nicht befürworten.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Vor der Partie des Spitzenreiter Paris Saint-Germain gegen den Fünften OSC Lille gab es Ärger beim Scheich-Klub: Superstar Neymar war in seiner Verletzungspause für einen Kurztrip beim Davis Cup in Madrid unterwegs. Trainer Thomas Tuchel gefiel das überhaupt nicht: "Hat es mir gefallen? Nein, überhaupt nicht", sagte er auf der Pressekonferenz. "Was kann ich tun? Ich bin nicht sein Vater, ich bin nicht die Polizei, ich bin sein Trainer, er hat Mittwoch trainiert." Und er spielte dann auch. Beim 2:0-Erfolg traf er allerdings nicht. Die Tore erzielten Mauro Icardi (17.) und Angel Di Maria (31.) auf Vorarbeit von Julian Draxler. Der Nationalspieler traf in der 55. Minute noch die Latte.

Vermutlich weniger Starallüren muss Trainer André Villas-Boas beim PSG-Verfolger Olympique Marseille moderieren. Das Ziel des Teams: Drei Punkte beim Vorletzten aus Toulouse (Sonntag, 21 Uhr) mitnehmen. Das ist wichtig für die Tabellenkonstellation, denn schon einen Tag zuvor kann der SCO Angers mit einem Sieg gegen Schlusslicht Olympique Nîmes (20 Uhr) zumindest vorübergehend auf den zweiten Platz vorrücken.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid