Fußball

So läuft der 21. Spieltag Veh piesackt Stöger, FC Bayern ohne Plan

In Köln trifft Trainer Stöger mit dem BVB in Köln seinen Ex - und ist beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga nicht gerade der Favorit. Branchenführer FC Bayern hat derweil keinen Plan, wie Präsident Hoeneß ausplaudert.

Was macht der BVB?

Die Dortmunder stellen sich nach der offiziellen Trennung von Pierre-Emerick Aubameyang an diesem Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) beim Tabellenletzten in Köln vor. Klare Sache, oder? Eher nicht. Gefühlt ist es sogar so, dass der BVB nach drei Remis in den ersten drei Partien in diesem Jahr nun an diesem 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga als Außenseiter in Müngersdorf antritt. Die Kölner haben aus den jüngsten vier Begegnungen zehn Punkte ergattert, den tabellarischen Kontakt zu anderen, ebenfalls nicht ganz so guten Mannschaften hergestellt und arbeiten hartnäckig am Wunder Klassenerhalt.

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Voll im Saft: Peter Stöger.

(Foto: imago/Team 2)

Bis es so weit ist, schickte Sportdirektor Armin Veh schon einmal schöne Grüße an Peter Stöger, der ja seit dem 10. Dezember die Dortmunder trainiert. Vorher hatte er das bei den Kölnern versucht, holte aber aus den ersten 14 Spielen dieser Saison nur drei Zähler. Veh also, selbst erst seit dem 11. Dezember im Amt, sagte dem "Kölner Stadtanzeiger" über Stöger: "Ich habe nie intensiver mit ihm zu tun gehabt. Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe. Denn mein Trainer ist Stefan Ruthenbeck und der ist nicht verantwortlich dafür, dass es 13 Verletzte gab und die Mannschaft erst am 17. Spieltag ihre Punktzahl verdoppeln konnte." Charmant. Und Stöger? Ist erleichtert, dass Aubameyang weg ist. "Es ist gut, dass es vorbei ist, weil das Thema so enorm viel öffentlichen Raum eingenommen hat", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Als Thema, hinter dem man sich vielleicht auch mal verstecken kann, dient es nun nicht mehr." Zumal der Mann, der Aubameyang als Mittelstürmer ersetzen soll, bereits mit dem BVB trainiert hat. Michy Batshuayi heißt er, ist 24 Jahre alt, die Dortmunder haben sich ihn bis zum Ende der Saison vom FC Chelsea ausgeliehen. Stöger scheint ganz angetan: "Er steht voll im Saft und hat keinen Trainingsrückstand." Es sei auch nicht undenkbar, dass Batshuayi gar von Beginn an spiele. Unser Tipp: Außenseiter hin, Serie her - Dortmund gewinnt mit 2:0.

Wie geht's dem FC Bayern?

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Schon etwas länger am Ball: Jupp Heynckes im Jahr 1977.

(Foto: imago/Thomas Zimmermann)

Uli Hoeneß hat viel erzählt in dieser Woche. Das lag auch daran, dass der Präsident beim Branchenkongress Spobis in Düsseldorf auf dem Podium und sonstwo saß. Wir zitieren, Thema Investoren: "Die Scheichs in Doha sind nicht so geduldig wie unsere Zuschauer." Thema Zuschauerzuspruch in der Bundesliga und der Premier League: "Der Engländer hat ja relativ wenig Freizeitvergnügen außer dem Fußball. Aber wenn Sie am Tegernsee wohnen, haben sie am Wochenende viele Freizeitmöglichkeiten." Und überhaupt, kleiner Exkurs ins Politische und ins Gastgeberland der Weltmeisterschaft im Sommer: "Ich bin nicht der Meinung, dass nur die Russen daran schuld waren, dass diese Krim-Geschichte passiert ist." Puh.

Was Hoeneß aber am meisten am Herzen liegt, ist die Sache mit Trainer Jupp Heynckes. Der will sich, wie tausendfach angekündigt, mit seinen dann 73 Jahren endlich aufs Rentnerdasein konzentrieren und nicht mehr Männer über den Fußballplatz scheuchen, die seine Enkel sein könnten. Hoeneß will aber, wie tausendfach angekündigt, dass Heynckes das noch mindestens ein Jahr macht, obwohl der nach der Entlassung Carlo Ancelottis am 9. Oktober explizit nur für diese Spielzeit übernommen hatte. Dem "Kicker" sagte Heynckes: "Es ist überflüssig, das Ganze zum Thema zu machen." Das klingt einleuchtend. Am Freitag wiederholte er es lieber noch einmal: "Das ist vergebene Liebesmüh." Erschreckender ist da schon, dass der deutsche Branchenführer mit einem Jahresumsatz von 640 Millionen Euro, 290.000 Mitgliedern und über 4000 Fanklubs, angeblich keinen Plan B habe, wie Hoeneß erzählte. Absurd. Ach ja, die Münchnern gewinnen am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) in Mainz. Tipp: 0:3.

Wann wird der HSV Tabellenletzter?

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Alles geregelt: Bernd Hollerbach.

(Foto: imago/Michael Schwarz)

Die Frage stellte sich bereits vor dem 20. Spieltag. Und dann glückte dem Hamburger SV ein etwas überraschender Punktgewinn in Leipzig, während die Kölner einen Sieg gegen den FC Augsburg verpassten. So hat sich im Grunde nichts geändert: Gewinnt der 1. FC heute gegen den BVB und verliert der HSV dann am Sonntag (18 Uhr) gegen Hannover 96, hätten Hamburger und Kölner jeweils 16 Punkte. Noch aber spricht die Tordifferenz für die Norddeutschen.

Was nicht unbedingt für sie spricht, sind sie selbst. Ein "Putschversuch" des Aufsichtsrats macht die gefühlt schon immer existenten internen Querelen endgültig peinlich. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt sollten intrigant gestürzt werden. Man munkelt, dass HSV-Milliardär Klaus-Michael Kühne nicht ganz unschuldig daran ist. Willkommen im Kindergarten. Denn nicht besser: der Umgang mit den Würzburger Kickers. Die sind ein wenig beleidigt, weil der HSV ihren Ex-Trainer Bernd Hollerbach verpflichtet hatte, ohne sich mit dem Drittligisten explizit darüber zu verständigen, ob da nicht vielleicht eine Ablöse fällig sei. Die Meinungen darüber gingen auseinander, nun haben sich beide Klubs darauf geeinigt, dass die Hamburger nach Franken kommen, dort kicken und die Einnahmen an die Kickers gehen. Die ließen mitteilen: "Wir nehmen es aber einzig und allein aufgrund der Freundschaft zu Bernd an." Das Geld will der Klub aber nicht behalten. Er spendet die Hälfte, kleiner Seitenhieb, an soziale Einrichtungen im Stadtteil des Hamburger Erzfeinds St. Pauli. Die andere Hälfte geht in die Region. Tipp: Der HSV punktet auch gegen Hannover - 1:1.

Was passiert sonst noch?

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Schlägt voll ein: Leon Bailey.

(Foto: imago/Eibner)

SC Freiburg - Bayer 04 Leverkusen: Die Freiburger hadern noch immer mit dem Unentschieden in Dortmund - Größenwahn lässt sich den bodenständigen Mannen von Trainer Christian Streich aber wahrlich nicht unterstellen. Stattdessen einfach solides Können, ein treffsicherer Nils Petersen und eine Portion Pech. Letzteres dürfte allerdings nicht daran schuld sein, dass die Werkself siegt. Die, die den Namen "Vizekusen" patentiert haben, sind nämlich auf bestem Weg zurück zu diesem Phänomen. Und womit? Mit Recht - und jamaikanischem Raketen-Fußball à la Leon Bailey. Tipp: 2:3

Hertha BSC - 1899 Hoffenheim: Puh, Hertha, das wird eng. Acht Duelle, ein Sieg und der nur durch ein Eigentor von Eugen Polanski im November 2015. Überhaupt sieht es schon wieder nach Rückrunden-Déjà-vu aus: Nur zwei Punkte konnten die Berliner ergattern. Wie gut, dass der Gegner da Rücksicht nimmt - und sich anpasst. Bedeutet: Hertha ist in der Rückrundentabelle 15. und damit immer noch besser als Schlusslicht - ja, Sie haben richtig gelesen - 1899 Hoffenheim. Augenscheinlicher Grund: Das 1899-Lazarett ist (zu) gut gefüllt. Und so könnte unter anderem der erfolgreichste Torjäger der Hoffenheimer, Mark Uth, in Berlin fehlen. Tipp: 1:1

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart: Neustart für Tayfun Korkut - der vom Gegenwinde verweht ist. Kaum zum neuen Cheftrainer ernannt, gibt's ordentlich verbale Haue. Die Wolfsburger sind da weitaus ruhiger: Dass es Klassenkloppe und Liedadaption - "Mario Gomez ist ein Hurensohn" - der Fans gibt, weil eben jener bei seinem Ex-Klub gastiert, ist außerordentlich unwahrscheinlich. Und so findet sich eine alles überstrahlende Gemeinsamkeit: Es läuft nicht. Der Tabellen-13. hat den 14. zu Gast. Die zweite Liga ist nur weit weg, weil andere eben noch schlechter sind. Wobei das Schwaben-Gefühl etwas anderes schreit. Tipp: 0:0

Schalke 04 - SV Werder Bremen (alle Samstag, 15.30 Uhr): Bei Werder wird jetzt alles gut. Mehr als sieben Millionen Euro haben die Manager an der Weser angeblich für einen neuen Stürmer in die Hand genommen. Kosovare Milot Rashica sollte also besser breite Schultern haben, um diese Bürde zu tragen. Die sieben Millionen aber dürften den Schalkern einzig ein müdes Lächeln entlocken. Sie haben ihre Allzweckwaffe parat: Abwehrrecke und Kopfballungeheuer Naldo. Fies: Der spielte sieben Jahre in Bremen und gibt jetzt die Richtung vor: "Ab nächster Woche drücke ich Werder wieder die Daumen." Danke für nichts. Tipp: 3:0

Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr): Langschläfer trifft auf noch länger Schläfer - beide Klubs sind nach der Winterpause nicht so richtig erwacht. Deswegen hängen sich die Leipziger an jeden Strohhalm: Weil Gladbachs Fans den Klub aus Leipzig irgendwie nicht so richtig leiden können, wollen sie wieder einmal für 19 Minuten schweigen. Haben sie schon mal gemacht - mit ungutem Ausgang: Vor ziemlich genau einem Jahr verlor die Borussia 1:2 gegen RB. Außerdem konnte Borussia überhaupt noch nie gegen Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl gewinnen. Fazit: Das wird mau. Tipp: 0:1

FC Augsburg - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr): Zeit für eine Premiere: Die Eintracht putzt Augsburg. Das ist ihnen in der Fuggerstadt tatsächlich noch nie gelungen. Aber jetzt. Die Gründe: 1. Die Kovac-Elf ist die beste Auswärtself der Liga (der FC Bayern läuft ab sofort außer Wertung). 2. Die Kovac-Elf ist die beste Rückrundenelf der Liga (Regelung siehe Punkt 1). 3. Die Kovac-Elf hat richtig was vor - die 26 Hinrunden-Punkte sollen übertroffen werden. Reicht, oder? Tipp: 1:3

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Der Berliner Westen ist Herthaner-Welt. Die Menschen, die in Richtung Osten, Prenzlauer Berg und Mitte leben, interessieren sich nicht für Fußball. Die wissen gar nicht, was das ist. Für mich war das aufregend, weil ich als Fußballer sehr viel Privatsphäre hatte, was ich sehr schätze." Bremens Neuer Sebastian Langkamp über sein Leben als Profi der Hertha in Berlin-Mitte.

Quelle: n-tv.de

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