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Düster und schön tobt die Pest "A Plague Tale" - versunken im Rattenmeer

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Die Geschwister Amicia und Hugo müssen es mit Tausenden Ratten und der Inquisition gleichzeitig aufnehmen.

(Foto: Focus Home Interactive)

Ratten stehen für Tod, Krankheit und Grauen - zumindest trifft das auf die wabernde Masse an Nagern in "A Plague Tale: Innocence" zu. Das Action-Adventure weiß aber auch mit packender Story und düsterer Mittelalteratmosphäre zu überzeugen.

Dem Licht der Fackel funkeln Tausende hungrige Augenpaare entgegen - der dunkle, bedrohliche Schwarm wirkt wie ein ganzes Meer aus Ratten. Die hungrigen Nager stehen für Tod, Krankheit und Grauen zur Zeit der Inquisition im Frankreich des 14. Jahrhunderts. In "A Plague Tale: Innocence" stellen sich die Geschwister Amicia und Hugo dieser Bedrohung und müssen gleichzeitig ein Heilmittel finden. Im Action-Adventure von Asobo und Focus Home Interactive sind die Ratten ein tragendes Element. Durch das Zusammenspiel zwischen atmosphärischer Story und tollen Charakteren ist den Entwicklern wohl die Spiele-Überraschung des Jahres gelungen.

Das Abenteuer der Geschwister startet gleich mit einem Tiefschlag: Durch die Inquisition werden beide zu Waisen, ihre Eltern brutal ermordet. Der Grund dafür ist die rätselhafte Krankheit des jungen Hugo, die mit der Pest - im Spiel "Der Biss" genannt - im ganzen Land zusammenhängen soll. Es beginnt eine Hetzjagd auf Amicia und ihren jüngeren Bruder durch zerstörte Dörfer und Städte in einer atemberaubenden mittelalterlichen Welt.

Immer dabei sind natürlich die Ratten. Sie stellen eine Verkörperung der Pest und ständige Bedrohung für die Geschwister dar. Nur durch Feuer und Licht können sich Amicia und Hugo die allesfressende Meute vom Leib halten, die jeden Fehltritt gnadenlos bestraft. Im Laufe der Geschichte lernt Amicia sogar, die Rattenplage auszunutzen, um andere Gegner aus dem Weg zu räumen. Kontrollieren lässt sich der Schwarm aber nie. 

Mit Steinschleuder und Alchemie-Baukasten

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"A Plague Tale" setzt verstärkt auf auf Schleich- und Rätselelemente. Gegner müssen oft weggelockt oder aus dem Hinterhalt angegriffen werden. Offene Kämpfe mit Soldaten der Inquisition sind selten erfolgreich und müssen im Fall der Fälle trickreich gelöst werden. Schließlich handelt es sich bei den Protagonisten um ein 15-jähriges Mädchen und ihren 5-jährigen Bruder. Bewaffnet mit einer Steinschleuder und Alchemie-Kenntnissen schlagen sich die beiden Geschwister durch das pestverseuchte Frankreich. Zur Seite stehen ihnen im in Kapitel gegliederten Abenteuer verschiedene Helfer: eine Diebin, die Schlösser knackt, ein junger Schmied für Grobe oder ein junger Alchemist.

Gecraftet wird natürlich auch, das System ist aber überschaubar. Durch Ressourcen wie Leder, Draht und Schnüre lassen sich Zwille oder Tragebeutel verbessern. Alkohol, Sulfur oder Schwefel sind wichtige Bestandteile für das Alchemie-Einmal-Eins. Damit lassen sich dann Brandbomben oder Lockmittel herstellen, um Gegner auszuschalten oder die Ratten abzulenken. Dazu können bestimmte Blumenarten und Memorabilien gesammelt werden, die Hintergründe zur Geschichte liefern.

Hinhören, hinschauen und genießen

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Neben der spannenden Story ist auch die Atmosphäre des Spiels besonders packend. Grund dafür sind nicht nur die tollen Bilder, sondern das überragende Soundediting, das den düsteren Mittelaltercharme untermalt. In vielen Elementen ähnelt "A Plague Tale" dem preisgekrönten Zombie-Hit "The Last of Us". Das darf als Kompliment gesehen werden.

Es führt aber auch zum einzigen echten Kritikpunkt: Im Bereich der Gameplay-Mechaniken geht "A Plague Tale: Innocence" keine neuen Wege. Dafür macht das Spiel sonst fast alles richtig: Atmosphäre, Grafik und Gameplay harmonieren auf hohem Niveau. Die emotional inszenierte Story fasziniert mit ihrer turbulenten Reise durch das pestverseuchte Frankreich - immer unter der bedrohlichen Beobachtung eines ganzen Meers aus Ratten.

"A Plague Tale: Innocence" ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

 

Quelle: n-tv.de

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