Technik
Yuneecs Breeze ist handlich und leicht.
Yuneecs Breeze ist handlich und leicht.(Foto: kwe)
Freitag, 25. November 2016

Scharfe Bilder zum guten Preis: Breeze ist eine schnuckelige 4K-Drohne

Von Johannes Wallat

Yuneecs Quadcopter Breeze ist eine handliche, günstige und vielseitige Kamera-Drohne. Sie filmt scharfe 4K-Bilder, hat clevere Automatikmodi und lässt sich auch von Laien leicht steuern. Ihr größtes Manko teilt sie mit anderen Modellen.

Drohnen mit eingebauter, hochauflösender Kamera waren bis vor kurzem noch eine Sache für Profis. Doch inzwischen sind die Fluggeräte mit Vogelperspektive auch für Endnutzer erschwinglich. Auf der Technik-Messe IFA 2016 waren Drohnen ein großes Thema, und wer beim Filmen gerne abhebt, hat die Qual der Wahl zwischen unzähligen Modellen und Herstellern. Das chinesische Unternehmen Yuneec hat nicht nur große Profigeräte wie die Typhoon H im Sortiment, die Breeze ist ein kleines und erschwingliches Modell für den Otto-Normalnutzer. n-tv.de hat sie ausprobiert.

Passt in jeden Rucksack

Video

Der kleine Quadcopter ganz in Weiß eignet sich für den spontanen Außeneinsatz, denn im Vergleich zu den großen Profi-Kollegen ist er handlich und leicht. In seiner Aufbewahrungsbox aus Plastik passt er in jeden kleinen Rucksack, das Gewicht ist mit 385 Gramm gering. Im kompakten Gehäuse steckt neben der komplexen Technik mit GPS- und IPS-Sensoren, die für einen sicheren Flug sorgen sollen, auch eine Kamera, die Videos in hoher 4K-Auflösung dreht und Fotos mit 13 Megapixeln knipst - ideal für Hobbyfilmer, die ihren Urlaub oder Ausflug aus ungewöhnlichen Perspektiven aufnehmen wollen.

Im Feldversuch erweist sich die Drohne auch für Einsteiger als gut geeignet, denn die Steuerung per App ist einfach und braucht kaum Eingewöhnungszeit. Fünf Flugmodi gibt es, die Steuerung erfolgt über virtuelle RC-Sticks auf dem Display, ähnlich wie bei einer klassischen Fernbedienung. Schiefgehen kann dabei fast nichts, denn wenn man nichts unternimmt, bleibt die Breeze auf der Stelle in der Luft stehen, und auf Tastendruck landet sie selbstständig oder kehrt zum Startpunkt zurück.

Breeze wird ganz einfach per App gesteuert.
Breeze wird ganz einfach per App gesteuert.(Foto: kwe)

So kann man sich in Ruhe an die Steuerung gewöhnen, ohne Angst vor einem Absturz zu haben. Ist die Drohne einmal in Position und die vertikal schwenkbare Kamera mittels Schieberegler richtig ausgerichtet, kann gefilmt und fotografiert werden. Per Tastendruck minimiert man die Steuerflächen und bekommt freien Blick durch den Sucher, dessen Bild per WLAN von der Kamera zum Handy übertragen wird.

Sicherer Flug

Im Pilotmodus steuert man die Breeze frei durch die Luft und lässt ihn fliegen, wohin man will. Bis zu 80 Meter hoch kann sie steigen, die Reichweite gibt der Hersteller mit 80 bis 100 Meter an. Im "Orbit"-Modus umkreist die Breeze den Nutzer oder einen bestimmten Punkt, "Journey" lässt die Drohne eine bestimmte Strecke fliegen und wieder zurückkehren, bei "Follow Me" fliegt sie dem Nutzer selbstständig hinterher, und im "Selfie"-Modus bleibt sie an einer bestimmten Stelle stehen, während Nutzer sich vor der Kamera frei bewegen können.

Im Test erwiesen sich "Selfie" und "Pilot" als die einfachsten Modi, für die etwas komplizierteren Flugnummern brauchte es doch etwas Eingewöhnungszeit, und nicht immer war die Flugbahn des Breeze klar vorherzusagen. Bei Testflügen sollten also keine Bäume oder andere Hindernisse im Weg sein. Die Qualität der Aufnahmen ist gut, das Bild ist sauber ausgeleuchtet, Kontraste angenehm kräftig und ausbalanciert, helle und dunkle Bildbereiche werden gut dargestellt. Schade ist, dass das Bild im 4K-Modus nicht stabilisiert ist, Testaufnahmen im Orbit-Modus waren recht verwackelt, auch bei anderen Flugmanövern bleibt die Kamera nicht ruhig genug - ein schönes, ansprechendes Bild ergibt sich so vor allem dann, wenn die Kamera relativ ruhig in der Luft schwebt oder man die Auflösung herunterschraubt. Dann hat man immer noch Full HD, und da Breeze vor allem als Selfie-Drohne vermarktet wird, geht das auch voll in Ordnung.

Kurzes Vergnügen    

Größtes Manko ist die kurze Flugzeit: Nach rund 12 Minuten in der Luft ist ein vollgeladener Akku leer, man kann auf dem Smartphone-Display förmlich zusehen, wie der Akkustand sinkt. Kurz bevor der Akku ganz leer ist, erscheint die deutliche Warnung auf dem Display, dass die Drohne unverzüglich gelandet werden soll. Wer die Breeze mit auf Tour nehmen möchte, braucht daher mindestens einen Ersatzakku, denn trotz der kompakten Abmessungen und des geringen Gewichts lohnt es sich für gut 10 Minuten Flugzeit kaum, die Drohne einzupacken. Das recht große Ladegerät nimmt zusätzlichen Platz im Gepäck ein.

Wer sich für den kleinen Quadcopter interessiert, bekommt zum Preis von aktuell ab 400 Euro einen guten Einstieg in die Welt der Kameradrohnen, mit Funktionen, die in diesem Preisbereich nicht selbstverständlich sind. Die kurze Akkulaufzeit und die bei 4K-Aufnahmen nicht stabilisierte Kamera sind aber Minuspunkte. Käufer sollten also von vorneherein daran denken, Zusatzakkus zu kaufen und sich darüber im Klaren sein, dass ein perfekt stabilisiertes Bild bei schnellen Flugmanövern nicht garantiert ist.

Quelle: n-tv.de