Technik

Berlin raus aus den Top 10 Das sind die smartesten Städte Deutschlands

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Die Digitalisierung läuft in Deutschland immer noch nicht auf Hochtouren.

(Foto: IMAGO/Alexander Limbach)

Im jüngsten Ranking der "smartesten" Städte Deutschlands bleibt Hamburg die Nummer 1. München folgt dicht dahinter, Dresden erobert den dritten Platz. Nürnberg, Aachen und Düsseldorf schaffen den Sprung in die Top 10. EU-weit bleibt Deutschland jedoch Mittelmaß.

Hamburg hat in diesem Jahr erneut die Spitzenposition beim "Smart City Index" des Branchenverbandes Bitkom verteidigt. Das Ranking bewertet den Fortschritt bei der Digitalisierung der deutschen Großstädte. Die Hansestadt verteidigte die Führung mit 86,1 von 100 möglichen Punkten, der Vorsprung aus dem Vorjahr ist aber stark geschmolzen. Auf Rang 2 folgt erstmals München mit 85,3 Punkten, den dritten Platz erobert Dresden mit 81,6 Punkten.

Der Vorjahres-Zweite Köln erreichte mit 79,4 Punkten Rang vier. Karlsruhe rutschte vom dritten auf den 14. Platz ab (73,5 Punkte). Neu unter den besten Zehn sind Nürnberg (6./77,6 Punkte), Aachen (7./77,3 Punkte) und Düsseldorf (9./76,6 Punkte). Für diese drei Städte geht es jeweils zehn Plätze nach oben. Die Top 10 komplettieren Stuttgart (5./78,1 Punkte), Bochum (8./77,0 Punkte) und Darmstadt (10./75,3 Punkte). Berlin landete mit 75 Punkten auf Rang 11.

Nürnberg in zwei Teilbereichen vorne

Für den Smart City Index werden alle 81 Städte in Deutschland mit einer Bevölkerung ab 100.000 Einwohnern untersucht. Analysiert wurden die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft. In die Bewertung fließen zum Beispiel Parameter wie Online-Bürger-Services, Sharing-Angebote und Umweltsensorik bis zur Breitbandverfügbarkeit ein.

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EU-weit ist Deutschland nur Mittelmaß.

(Foto: Europäische Kommission)

In den einzelnen Themenbereichen können auch Städte spitze sein, die insgesamt nicht weit vorne liegen. Am besten in der digitalen Verwaltung ist Nürnberg (6.), auch im Bereich Mobilität hat die fränkische Metropole die Nase vorne. In IT und Kommunikation ist Gelsenkirchen (17.) die Nummer 1, in der Kategorie Gesellschaft Hamburg (1.).

Der Index ist unter den Kommunen nicht unumstritten. So beschwerte sich im vergangenen Jahr die Stadt Moers über eine schlechte Platzierung in dem Ranking. So seien von Bitkom Verwaltungsleistungen als "nicht digitalisiert" gezählt worden, die man als kreisangehörige Kommune gar nicht anbieten könne, etwa die digitale Kfz-Anmeldung.

Deutschland nur EU-Durchschnitt

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Im europäischen Kontext bleibt Deutschland trotz verstärkter Investitionen in der Corona-Krise nur Mittelmaß. Im aktuellen Index Digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) der EU-Kommission ist die Bundesrepublik unter den 28 Mitgliedsstaaten nur Dreizehnter. 2021 lag sie noch auf Platz 11. Die Spitzenpositionen belegen Finnland, Dänemark und die Niederlande.

Was die Unternehmen betrifft, sieht es auch nicht viel besser aus. Im jüngsten EIB-Bericht der Europäischen Investitionsbank, der auch die USA (7.) zum Vergleich heranzieht, steht Deutschland nur auf Platz 14. Die Gründe dafür sind vor allem eine bescheidene Infrastruktur und eine entsprechend geringe Nutzung moderner Digitaltechnologien. Immerhin wird die Bundesrepublik noch als "stark" eingestuft. Finnland und Malta waren im vergangenen Jahr die beiden am stärksten digitalisierten Länder, gefolgt von Dänemark, Österreich, den Niederlanden und Schweden.

Quelle: ntv.de, kwe/dpa

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