Technik

Google lobt Update-Vorbilder Diese Android-Smartphones sind sicher

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Das Android-Problem: Nur aktuelle Flaggschiffe haben aktuelle Sicherheits-Patches.

(Foto: jwa)

Sicherheitslücken im Android-System flickt Google mit monatlichen Updates. Bei vielen Smartphones kommen diese Patches aber gar nicht an. Welche Geräte am sichersten sind, verrät Googles Jahresbericht.

Googles Play Store wird von virtuellen Türstehern beschützt, die dafür sorgen, dass bösartige Apps und Schadsoftware draußen bleiben. Die "Bouncer" können zwar keinen hundertprozentigen Schutz bieten, sie dämmen die Gefahr aber ein: Laut Google waren 2016 nur 0,05 Prozent der aus dem Play Store heruntergeladenen Apps potenziell schädlich, im Vorjahr waren es noch 0,15 Prozent. Malware lauert aber auch außerhalb von Googles App-Plattform darauf, durch Sicherheits-Lecks einzudringen. Google arbeitet deshalb mit Smartphone- und Chip-Herstellern zusammen, um bekannte offene Sicherheitslücken mit monatlich ausgelieferten Sicherheits-Patches zu schließen.

Gute Update-Rate?

Das große Problem: Dritthersteller müssen die Google-Patches an die Smartphones ihrer Kunden weitergeben, und das geschieht oft spät oder nie. Im Jahresbericht zur Android-Sicherheit 2016 hat Google nun verraten, welche Smartphones am regelmäßigsten Sicherheits-Updates bekommen (Seite 31). In die Liste der Geräte mit einer Update-Rate von 60 bis 95 Prozent hat Google alle Smartphones mit Android 4.4.4 oder höher aufgenommen, die sich im Dezember bei Googles Play Services angemeldet hatten und mindestens auf der Android-Sicherheitspatch-Ebene vom 1. Oktober 2016 waren.

Insgesamt 15 Geräte zählte Google zum Jahresabschluss 2016 zu den sichersten Android-Smartphones mit guter Update-Rate. Dabei geht aus der Formulierung "Here are some of the Android devices that attained an update rate of 60% to 95% [...]" nicht hervor, ob die Liste vollständig ist. Wenig überraschend: Sechs Modelle auf der Liste stammen aus Googles Nexus- und Pixel-Familie. Beide Pixel-Smartphones sind mit dabei, außerdem die Nexus-Modelle 6P, 5X, 6 und 5. Alle übrigen Hersteller sind nur mit jeweils einem Smartphone in der Liste vertreten.

  • Google Pixel
  • Google Pixel XL
  • Motorola Moto Z
  • OPPO A33W
  • Nexus 6P
  • Nexus 5X
  • Nexus 6
  • OnePlus 3
  • Samsung Galaxy S7
  • Asus Zenfone 3
  • bq Aquarius M5
  • Nexus 5
  • Vivo V3 Max
  • LG V20
  • Sony Xperia X Compact

Mobilfunkanbieter geben sich Mühe

Ergänzend betont Google, dass die Mobilfunkanbieter in den USA sich Mühe gäben, Sicherheits-Updates schnell an die Nutzer weiterzugeben. 78 Prozent aller aktiven Flaggschiff-Geräte bei den vier großen US-Anbietern seien demnach auf einer Sicherheitspatch-Ebene, die nicht älter als drei Monate ist. In Europa seien es 73 Prozent aller Flaggschiff-Modelle bei den großen Mobilfunkanbietern. Dazu zählt Google folgende Modelle:

  • Samsung: Galaxy S7, Galaxy S7 Edge, Galaxy S7 Active, Galaxy S6, Galaxy S6 Edge, Galaxy S6 Edge+, Galaxy S6 Active, Galaxy Note 5, Galaxy Note 4, Galaxy Note Edge, Galaxy A5 (2016)
  • LG: G5, G4, G3, V10
  • Lenovo/Motorola: Moto X Play, Moto X Style, Moto X Force, DROID MAXX 2, DROID Turbo 2
  • Huawei: Mate 8, Mate S, P8, P9
  • Sony: Xperia Z4, Xperia Z5, Xperia Z5 Compact, Xperia Z5 Premium

Nur Flaggschiffe sind sicher

Nicht ganz klar wird, worin sich beide Aufzählungen unterscheiden. Der Bericht suggeriert aber, dass sich alle genannten Modelle auf einer recht aktuellen Sicherheitspatch-Ebene befinden. Für die Besitzer eines der aufgelisteten Smartphones ist das erst einmal beruhigend. Die Listen zeigen aber auch deutlich: Auf System- und Sicherheits-Updates können sich nur jene Android-Nutzer verlassen, die ein aktuelles Gerät aus der oberen Preisklasse haben.

Am sichersten fährt man mit Google-Geräten, denn nur bei diesen ist auch garantiert, dass neue Versionen des Betriebssystems zeitnah ausgeliefert werden. Wer sich als Käufer dagegen für ein Mittelklasse-Gerät entscheidet, muss in den allermeisten Fällen damit leben, dass Software und Sicherheitspatch-Ebene nicht lange aktuell bleiben. Wer wissen möchte, wie es um sein eigenes Android-Gerät steht, scrollt in den Einstellungen zum Menüpunkt Über das Telefon (oder ähnlich) und sucht dort nach dem Eintrag "Android-Sicherheitspatch-Ebene".

Quelle: ntv.de, jwa