Technik

Falsche Telekom-Rechnungen Google säubert auch GMX & Co.

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Gmail sortiert Spam sehr zuverlässig aus.

(Foto: kwe/Google)

Tausende Nutzer erhalten derzeit E-Mails mit gefälschten Rechnungen, die einen gefährlichen Link enthalten. Gute Spam-Filter könnten dies wahrscheinlich unterbinden, doch sie stehen Gratis-Kunden bei E-Mail-Diensten oft nicht zur Verfügung. Google kann helfen.

Deutschland ist mit einem Anteil von rund zehn Prozent laut "Viruslist" das Land weltweit, in dem der meiste schädliche Spam gesendet wird. Im dritten Quartal 2014 war Spam für knapp 67 Prozent des E-Mail-Verkehrs verantwortlich. Umso wichtiger ist es, dass die Anbieter gut funktionierende Filter in ihre Dienste einbauen und die unerwünschte und gefährliche Post ihre Empfänger erst gar nicht erreicht. Doch GMX, Web.de und andere E-Mail-Provider lassen bei Gratis-Kunden viel zu viel durchrutschen. Nur wer bezahlt, kommt in den Genuss eines zuverlässigen Spamfilters.

Die einfachste Lösung ist es, zu einem Anbieter zu wechseln, der auch kostenlos die meisten Bedrohungen abfängt. Doch viele Nutzer möchten ihre E-Mail-Adresse nicht ändern, weil sie sich daran gewöhnt haben oder weil sie ihren Kontakten nicht zumuten wollen, ihre Adressbücher anzupassen. Aber auch wenn sie für ihre Sicherheit nicht bezahlen möchten, müssen sie nicht auf einen guten Spamfilter verzichten. Für Nutzer, die kein Problem mit Google haben, bietet sich der Umweg über Gmail an, das nur sehr wenige Plagegeister passieren lässt. So geht's:

Alias-Konto möglich

Wer noch kein Konto hat, muss sich dafür im Desktop-Browser zunächst bei Google anmelden. Wer möchte, kann hier einen Namen erfinden, die Eingabe einer Mobilfunknummer ist nicht nötig. Für Benachrichtigungen kann die Adresse verwendet werden, die gefiltert werden soll. Danach meldet man sich an und sieht die Gmail-Oberfläche. Wer bereits andere Google-Dienste nutzt, muss gegebenenfalls zunächst über das quadratische Zeichen rechts oben neben der E-Mail-Adresse Gmail auswählen.

In der Ecke befindet sich auch das Zahnrad-Symbol, über das im nächsten Schritt die Einstellungen aufgerufen werden. Dort manövriert man erst zu "Konten & Import" und dann zu "E-Mails per Pop3 aus anderen Konten abrufen." Pop3 ist ein Übertragungsprotokoll, das die meisten kostenlosen E-Mail-Dienste verwenden. IMAP-Konten, in denen unter anderem Push-Benachrichtigungen möglich sind, können nicht in Gmail importiert werden. Dienste, die dieses Protokoll verwenden, haben aber ohnehin meistens gute Spamfilter und sind oft kostenpflichtig. Gmail selbst unterstützt beide Protokolle.

Um ein Konto zu importieren, klickt man auf das blaue "Vorhandenes POP3-E-Mail-Konto hinzufügen", gibt die E-Mail-Adresse ein und im nächsten Schritt das Passwort. Um Nachrichten auch noch mit Desktop-Programmen oder direkt auf der Webseite des Dienstes abrufen zu können, sollte auch ein Häkchen bei "Kopie aller Nachrichten auf dem Server belassen" gesetzt werden. Erweist sich das als überflüssig, kann man es später wieder entfernen.

Google akzeptiert fünf Import-Konten

Nachdem man "Konto hinzufügen" geklickt hat, sieht man, dass Gmail auch erlaubt, E-Mails mit der importierten Adresse zu verschicken. Empfänger erkennen keinen Unterschied. Im nächsten Schritt kann man den Namen ändern oder Antworten zu einer anderen Adresse umleiten. Dann gibt man erneut das Passwort ein, geht weiter und erhält einen Code zugeschickt, den man zum Abschluss eingibt und bestätigt. Das war's. Insgesamt gestattet Google, bis zu fünf POP3-Konten zu importieren.

Googles Spamfilter sind sehr gut, aber auch noch lernfähig. Markiert man im Posteingang E-Mails als Spam, merkt sich Gmail das und wird immer zuverlässiger. Falls dem Dienst trotzdem unerwünschte Nachrichten durchrutschen, kann man in den Einstellungen unter "Filter" eigene Regeln erstellen.

Trojaner sollte jeder Dienst finden

Ist der Import abgeschlossen, kann man das Gmail-Konto auf dem Desktop, einem Smartphone oder einem Tablet einrichten und so seine gefilterten E-Mails im allgemeinen Posteingang empfangen. Sucht man speziell nach den importierten Nachrichten, findet man das importierte Konto in den Unterordnern des Gmail-Kontos, eventuell unter "Anderer Ordner" oder "Weitere Ordner".

Herausgefilterte E-Mails zeigt das Gmail-Team mit dem Betreff "Auf Server belassene Nachricht: ..." an. Meistens mit dem Hinweis, dass die Nachricht einen Virus oder einen verdächtigen Anhang" enthält. Schlimm, das das nicht alle E-Mail-Dienste entdecken.

Quelle: ntv.de

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