Technik
Mit dem IO Hawk Trax flitzt man flott durch die Stadt.
Mit dem IO Hawk Trax flitzt man flott durch die Stadt.(Foto: kwe)
Donnerstag, 19. April 2018

Günstiger E-Roller zum Klappen: IO Hawk Trax ist ein flotter Flitzer

Von Johannes Wallat

Der Trax ist der erste Elektroroller des Herstellers IO Hawk. Er ist klappbar, hat einen Lautsprecher, lädt Smartphones auf und lässt sich per App steuern. Er fährt bis zu 20 km/h und sein Preis macht ihn zum idealen Einsteigermodell in die E-Mobilität.

Mit einem Tretroller durch die Gegend zu flitzen, das verbinden viele eher mit den unbeschwerten Tagen ihrer Kindheit. Doch für kurze Strecken sind Roller auch für Erwachsene attraktiv. Ihr größter Vorteil: Sie sind flink, wendig und können zusammengeklappt kostenlos in Bus und Bahn mitgenommen werden - ideal für Berufspendler. Wenn dann noch ein Elektro-Antrieb dazu kommt, lässt es sich unbeschwert cruisen - so wie mit dem IO Hawk Trax.

Besser fahren als ziehen

Der Roller mit E-Antrieb und 8-Zoll-Rädern sieht seinen motorlosen Gefährten sehr ähnlich. Dass er von selbst fährt, erkennt man erst auf den zweiten Blick. Mit anderen Worten: Allzu klobig sieht er nicht aus, und das ist gut so. Unter der Haube hat er einen Motor, der bis auf 20 km/h beschleunigt. Mit gut 11 Kilogramm ist er auch kein Schwergewicht und zusammenklappen kann man ihn auch. Hinter sich her ziehen lässt er sich aber nur mit Müh und Not, weil das Trittbrett dabei hin und her wackelt und der Schwerpunkt ungünstig liegt.

Sei's drum, der Trax ist schließlich zum Fahren da. Und das macht Spaß: Ein leichter Anschub mit dem Fuß genügt, um ihn in Bewegung zu setzen und den Motor zu aktivieren. In drei Stufen beschleunigt er entweder auf 6, 15 oder 20 km/h. Im öffentlichen Raum darf man ihn aber nur in der ersten Stufe fahren, dann gilt er als Tretroller. In den schnelleren Modi gilt er als Elektrokleinstfahrzeug oder "Personal Light Electric Vehicle" (PLEV), und die sind in Deutschland bisher nicht zugelassen. Auf Privatgeländen gilt diese Beschränkung nicht.  

Der IO Hawk Trax trägt bis zu 100 Kilogramm.
Der IO Hawk Trax trägt bis zu 100 Kilogramm.(Foto: jwa)

Gas gibt man wie beim Motorroller mit einem Drehgriff auf der rechten Lenkerseite. Die Handbremse sitzt links und lässt sich mit dem Daumen bedienen, rechts ist noch eine kleine Hupe, die andere Verkehrsteilnehmer mit einem Piepton warnt. Zur Unterstützung der Bremskraft gibt es auch noch eine Rücktrittbremse, die mit dem Fuß bedient wird. Für bessere Sichtbarkeit ist der Trax mit LED-Leuchten ausgestattet. Er hat ein Vorder- und Rücklicht sowie ein zusätzliches Bremslicht. An der Seite gibt's ebenfalls LEDs, die sind aber nur optische Spielerei.

Mit Display, Handy-Halter und Lautsprecher

Ein kleines Display am Lenker gibt Auskunft über Ladestand, Geschwindigkeit, Fahr-Modus und gefahrene Kilometer. Am linken Lenkergriff ist eine Smartphone-Halterung, in die man jedes Handy einspannen kann - das ist zum Beispiel nützlich, um unterwegs die Route im Blick zu behalten. Über einen USB-A-Anschluss kann man das Smartphone unterwegs aufladen, per Bluetooth verbindet es sich mit dem integrierten Lautsprecher, sodass man auf dem Trax auch Musik hören kann. Die Soundqualität ist aber schlecht, Musik klingt ziemlich blechern. Nützlich kann der Lautsprecher aber zum Beispiel für Navigation per Sprachansagen sein. Er strahlt allerdings nach vorne ab, man hört ihn im Verkehrslärm also nicht so gut.  

Der IO Hawk Trax kann zusammengeklappt werden.
Der IO Hawk Trax kann zusammengeklappt werden.(Foto: kwe)

Die IO-Hawk-App, die es für iOS und Android gibt, bietet eine optisch ansprechende Übersicht über alle wichtigen Daten wie Geschwindigkeit, Akkustand und zurückgelegte Strecke. Außerdem kann man auch hier die Fahrmodi einstellen und den Roller durchchecken. Die LED-Leuchten an der Seite können Nutzer über die App zudem ganz nach ihrem Geschmack in Farbe und Leucht-Stil anpassen - oder sie ganz ausschalten.  

Wird der Akku noch zum Dauerläufer?

Ist man erst einmal in Fahrt, trägt eine volle Akkuladung den Fahrer laut Hersteller unter "idealen Bedingungen" rund 20 Kilometer - je nach Gewicht und Fahrstil. Im Belastungstest zeigt sich der Akku (36 V, 6,4 A) weniger ausdauernd: Laut Anzeige ist er zu Beginn der Testfahrt auf 98 Prozent geladen. Auf einer Spritztour von rund 5 Kilometern verliert er fast 80 Prozent Ladung - die Strecke ist zwar nicht lang, aber die Anforderungen sind hoch: Die halbe Strecke geht es durchweg leicht bergauf, beladen ist er im Test mit rund 85 Kilogramm Körpergewicht. Das schlaucht nicht nur Radfahrer, auch der Trax hat zu kämpfen.  

Gut möglich, dass der Akku deshalb so schnell schlapp macht. Offenbar ist aber auch die Ladestandsanzeige nicht immer genau - nach einer kurzen Fahrpause beim Stand von 19 Prozent zeigt die Anzeige plötzlich 42 Prozent, fällt danach aber schnell wieder auf 18 Prozent. Denkbar ist auch, dass der Akku erst nach ein paar Ladezyklen seine volle Kapazität entwickelt. Und sicher hält er auf geraden Strecken länger durch. Trotzdem erscheint eine durchschnittliche Reichweite von rund 10 bis 15 Kilometern realistischer als die Herstellerangabe. Geladen wird der Akku des Trax in knapp 3 Stunden, der Ladeanschluss verbirgt sich hinter einer wasserdichten Klappe.

Abgesehen von der Laufzeit, die nach der ersten Testfahrt noch etwas enttäuscht, kann kaum etwas den Fahrspaß trüben. Etwas schade ist es, dass der Roller automatisch abbremst, wenn man zum Beispiel bei Bergabfahrten schneller als 20 km/h fahren will oder wenn man nicht den Gashebel betätigt. Man wünscht sich als Fahrer einen Leerlauf zum lockeren Dahinrollen und um damit Energie zu sparen. Ansonsten macht der IO Hawk Trax einen prima Eindruck, und mit derzeit rund 400 Euro ist er auch erschwinglich - viele seiner Konkurrenten kosten deutlich mehr.

Quelle: n-tv.de