Technik

Waffen und Drogen per Post Im Darknet bleibt man unerkannt

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Eine Glock 17: Diese und viele andere Waffen gibt es im Darknet zu kaufen.

(Foto: dpa)

Es gibt entlegene und dunkle Winkel des Internet, in denen Nutzer sich anonym bewegen können. Im sogenannten Darknet bekommt man alles - auch die Waffe von David Ali S. kam wahrscheinlich hierher.

Das Internet und das World Wide Web sind eigentlich als offene Dienste konzipiert, in dem jeder mit jedem Daten austauschen kann. Im "Darknet" (Dunkles Netz) werden aber wie in einer Art Paralleluniversum abgeschirmte Verbindungen hergestellt, auf die man von außen nicht ohne weiteres zugreifen kann. Suchmaschinen wie Google listen diese Seiten nicht, zentrale Server gibt es nicht. Auch klassische Webadressen wie n-tv.de oder IP-Adressen gibt es nicht. In der Regel benötigt man für den Besuch bei versteckten Diensten, sogenannten Hidden Services, eine Einladung oder spezielle Zugangscodes.

Nicht per se illegal

Zwar wurde das Darknet nicht für Kriminelle entwickelt, sondern soll unter anderem für Menschen da sein, die sich unter schwierigen Bedingungen, zum Beispiel in totalitären Regimen, informieren und austauschen möchten. Während des arabischen Frühlings nutzten zum Beispiel Protestierende das Darkweb, um zu kommunizieren. Sich im Darknet zu bewegen, ist demnach auch nicht verboten. Traditionell gibt es aber eine enge Verbindung zwischen illegalen Machenschaften und dem Darknet. Dort werden gestohlene Online-Zugänge zu Amazon oder PayPal offeriert, häufig geht es in dem abgelegen Winkel des Internets aber auch um gravierende Straftaten, von illegalem Drogenhandel bis zu Auftragsmorden.

In zahlreichen Foren werden Waffen und Drogen gehandelt, etwa Heroin, Kokain, Cannabis, Amphetamine und Ecstasy. Zudem sind gefälschte Ausweise, Falschgeld und ausgespähte Daten im Angebot, darunter Kreditkarten- und Online-Banking-Daten. Darüber hinaus werden in den Foren kriminelle Dienstleistungen angeboten, beispielsweise die Infektion von Computern mit Schadsoftware, Anleitungen zur Begehung von Straftaten, illegale Streaming-Dienste und Killer-Jobs.

Waffenkauf im Online-Shop

Die Seiten sehen oft wie ganz normale Online-Shops aus und sind mit wenigen Klicks zu finden. Der Amokläufer von München, der 18-jährige David Ali S., hat sich die Tatwaffe mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls im Darknet über eine dieser Seiten besorgt. Ein direkter Kontakt zu den Lieferanten besteht in der Regel nicht, Waffen, Drogen oder andere Dinge werden häufig per Post verschickt, die Bezahlung erfolgt in der digitalen Währung Bitcoin. Auf die Schliche können die Ermittler den dunklen Gestalten in der Regel nur kommen, wenn diese Fehler begehen, unvorsichtig werden und sich dadurch selbst verraten.

Für den Zugriff auf das Darknet verwenden viele Anwender das "Tor"-Netzwerk. "Tor" wird allerdings auch von denjenigen benutzt, die ein völlig legitimes Interesse an einer geschützten Kommunikation haben, etwa Menschenrechtsaktivisten oder Nutzer in Unrechtsstaaten. Der große Vorteil: Überwacher können kaum rekonstruieren, woher der Aufruf einer bestimmten Website stammte.

 "Tor" steht für "The Onion Router" und wird als freie offene Software angeboten, mit der man sich einen verschlungenen Weg über mehrere Knotenpunkte bahnt, insgesamt stehen 6000 überall auf der Welt verteilte Server zur Verfügung. Die Daten werden von einer Verschlüsselung nach der anderen umhüllt und wieder befreit, daher der Namensvergleich mit der Zwiebel (Onion). n-tv.de erklärt, wie man als Otto-Normal-Nutzer das Tor-Netzwerk nutzt.

Quelle: ntv.de, jwa/dpa

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