Technik

Bluetooth, DAB und UKW JBL Tuner ist gut auf Sendung

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Der JBL Tuner macht sich auch gut auf der Fensterbank.

(Foto: jwa)

Der JBL Tuner ist ein kompakter Bluetooth-Lautsprecher mit Teleskopantenne. Damit empfängt er Radiosender über DAB und UKW. Der Speaker ist damit vielseitiger als die meisten Konkurrenten. Vollends kann der Tuner aber nicht überzeugen.

Ein tragbares Radio mit Teleskopantenne ist ungefähr so modern wie ein Videorekorder mit VHS-Kassetten. Datenflatrates, Spotify-Playlists und Bluetooth-Lautsprecher haben das klassische Radio verdrängt, UKW-Funk läuft höchstens noch auf dem Bau. Der JBL Tuner soll das ändern: Der Bluetooth-Lautsprecher spielt drahtlos oder per Kabel Musik vom Smartphone und empfängt mit seiner Ausziehantenne auch Digitalradio und UKW.

Zwischen gestern und morgen

Wie lang es das terrestrische Radio überhaupt noch geben wird, ist unklar, seine Lebenszeit ist jedenfalls begrenzt. Dem JBL Tuner kann das aber herzlich egal sein, denn der kleine Lautsprecher im Bierdosenformat steht mit einem Bein in der guten alten Vergangenheit und mit dem anderen in der digitalen Zukunft - UKW und DAB liegen nur einen Tastendruck auseinander.

Als tragbares Radio macht er tatsächlich was her, auch wenn Digital-Freunde es nicht leicht haben: Einzelne Sender können sie nicht gezielt anwählen, sondern sie müssen sich nach und nach durch die empfangbaren Sender klicken und hoffen, dass ihr Wunschkanal irgendwann auftaucht. Ein kleines Display an der Front zeigt den Namen des Senders an. Für UKW-Fans erfolgt der Sendersuchlauf wie gewohnt, indem man die Frequenzen von 87,5 bis 108 Megahertz durchgeht. Immerhin: Es gibt fünf Sendespeichertasten, die sich doppelt belegen lassen, je einmal für DAB und einmal für UKW. 

Bluetooth und Klinke

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Ein kleines Display zeigt beim JBL Tuner an, was gerade läuft.

(Foto: jwa)

Oder man spielt gleich Musik vom Smartphone ab - das kann der Tuner nämlich auch, entweder per Bluetooth oder per 3,5-mm-Klinkekabel. Steckt ein Kabel im Eingang, wechselt der Lautsprecher automatisch in den Aux-Modus, eine Taste gibt's dafür nicht. Auch besondere Extras hat der Tuner nicht - lauter und leiser macht man an der Box, für den Rest ist das Smartphone zuständig. Eine Extra-App, in der man etwa den Sound per Equalizer anpassen, den Akkustand checken, verbundene Geräten verwalten oder Sender speichern und suchen könnte, gibt es nicht. Das ist etwas schade, denn insbesondere für die Suche nach DAB-Sendern wäre das äußerst hilfreich.

Der Sound des JBL Tuners geht für seine Größe absolut in Ordnung. Höhen und Mitten klingen klar und ausgewogen, Bässe sind schwach, aber hörbar. Mit dem ähnlich großen Bose-Soundwunder Soundlink Mini kann der Tuner zwar nicht mithalten, dafür ist er aber auch günstiger und hat einen Radioempfänger an Bord. Der Akku soll acht Stunden durchhalten. Das kommt im Test ungefähr hin, solang man den Tuner nicht in voller Lautstärke plärren lässt. Andere, größere Lautsprecher halten zwar auch länger durch, doch für seine Größe ist die Laufzeit passabel.

Der JBL Tuner kostet im Handel rund 100 Euro. Das ist für das, was er kann, ein akzeptabler Preis. Wer Wert auf die Radiofunktionen legt, bekommt mit dem Tuner einen vielseitigen Bluetooth-Lautsprecher, der auch mal die Bundesligakonferenz am Samstagnachmittag oder die aktuellen Nachrichten zur vollen Stunde überträgt und dem Hörer ein Programm bieten kann, das mehr Überraschungsmomente hat als die eigenen Playlisten und gespeicherten Alben. Es gibt aber Luft nach oben: Etwas mehr Laufzeit täte dem Tuner gut, eine App wäre vor allem für die Senderwahl von Vorteil, und ein Schutz gegen Stöße und Wasser würde seine Outdoor-Tauglichkeit verbessern. Vielleicht ja dann bei der zweiten Generation.

Quelle: n-tv.de

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