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E-Book-Reader für 290 Euro Kindle Oasis nur mit Hülle stark

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Wenn der Kindle Oasis so hell leuchtet, leert sich sein Akku rasant.

(Foto: kwe)

Der Kindle Oasis ist Amazons neuester und mit Abstand teuerster E-Book-Reader. Aber ist er auch der beste? Es kommt darauf an, ob man ein Liebhaber von hochwertigen Schutzcovern ist.

Der Kindle Oasis kostet stolze 290 Euro. Amazon verkauft den E-Book-Reader allerdings zusammen mit einem Leder-Akku-Cover, wodurch der gewaltige Preisunterschied zum Voyage (190 Euro) und Paperwhite (120 Euro) etwas relativiert wird.

Das Gerät selbst ist mit gerade mal 131 Gramm wunderbar leicht, das 3G-Modell ist nur zwei Gramm schwerer. Weil eine mit Vor- und Zurück-Taste versehene Seite des Oasis dicker und breiter ist, lässt er sich auch sehr komfortabel mit einer Hand halten und bedienen. Außerdem ist der Reader perfekt ausbalanciert und für Linkshänder dreht sich der Bildschirm automatisch. Das hat Amazon prima hinbekommen.

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Von der Hülle getrennt, ist der E-Book-Reader sehr handlich.

(Foto: kwe)

Das Display ist nach wie vor 6 Zoll groß, löst mit 300 ppi auf und bietet 16 Graustufen. Die Schrift ist gestochen scharf und durch neue, in der linken Seite untergebrachte LEDs kann der Bildschirm sogar ein bisschen heller als die beiden günstigeren Leucht-Kindles strahlen. Der Touchscreen reagiert prompt und genau. Schick ist die neue Schriftart "Amazon Ember", die ohne Serifen E-Büchern einen modernen Look verleiht. Neue Funktionen bietet die Software des Kindle Oasis sonst nicht.

Handlich, aber schwach auf der Brust

So weit so gut. Die ergonomische Leichtbauweise hat sich Amazon allerdings mit einem kleineren Akku erkauft. Im Test hielt das Gerät bei mittlerer Helligkeit und gutem WLAN-Empfang höchstens 10 Stunden reine Lesezeit durch. Von anderen Kindles ist man da ganz anderes gewöhnt, die haben vier bis fünf Mal mehr Ausdauer.

Grundsätzlich ist die kurze Laufzeit des Oasis aber kein Problem, weil Amazon eine Schutzhülle mitliefert, die einen Extra-Akku besitzt. Das Leder-Cover ist auch ziemlich schick und dockt über Pins fest und fast nahtlos an, ohne das Gerät wesentlich dicker als dessen Halte-Seite zu machen. Der Deckel weckt beim Öffnen das Display auf und deaktiviert es beim Schließen wieder. Mit Akku-Hülle erreicht der Oasis sogar eine längere Laufzeit als die anderen Kindles. Bei angedocktem Cover ist die Leichtigkeit allerdings dahin, dann wiegt der Oasis rund 240 Gramm.

Der Eindruck des Kindle Oasis ist zwiespältig. Mit dem Akku-Cover bildet der E-Book-Reader ein starkes und gut aussehendes Team. Allerdings bringen die beiden zusammen auch ordentlich was auf die Waage. Ohne Hülle ist der Oasis zu schwach auf der Brust. Wer kein Cover benötigt, ist da mit dem Voyage besser bedient. Spielen Geschwindigkeit und flaches Design keine Rolle, tut's auch der Paperwhite. Wenn man so oder so ein hochwertiges Cover für seinen Kindle kaufen würde, ist vielleicht der Oasis die beste Option. Wer sich nicht an Amazon binden möchte und sein Geld lieber bei großen deutschen Buchhändlern ausgibt, kann sich einen Tolino zulegen.

Quelle: n-tv.de

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