Technik

Einfach und viele Funktionen Netatmo-Wetterstation überzeugt

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Für die Netatmo-Wetterstation gibt es iOS-, Android- und Web-Apps.

(Foto: Netatmo)

Die Netatmo-Wetterstation ist eine einfache, aber smarte Art, das Wetter immer genau im Blick zu haben. Man muss die vielen Informationen aber wirklich brauchen, sonst tut's auch ein viel günstigeres Gerät.

Manchen Menschen genügt ein Blick aus dem Fenster, andere wollen beim Wetter alles ganz genau wissen. Für solche Nutzer soll die smarte Wetterstation von Netatmo die ideale Ausrüstung sein. Sie liefert nicht nur aktuelle Daten über die aktuelle Witterung, Außentemperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit aufs Smartphone, sondern bietet auch Informationen zum Innenraum-Klima und warnt Nutzer vor ungesunden oder gefährlichen Situationen. Nach rund vier Wochen ist n-tv.de von den Funktionen der Netatmo-Wetterstation überzeugt, wünscht sich aber ein bisschen mehr Stabilität der Netatmo-Server.

Einfache Einrichtung

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Auch wenn das Außenmodul laut Beschreibung "vollständig wetterfest" ist, sollte es etwas geschützt aufgestellt werden.

(Foto: Netatmo)

Die Grundausstattung besteht aus einer Basisstation und einem Außen-Modul. Beide haben recht ansehnliche Gehäuse aus mattem Aluminium, wodurch man die Zylinder nicht unbedingt verstecken muss. Wichtig ist die Optik aber eigentlich nur bei der 15,5 Zentimeter hohen Basisstation, die in der Wohnung aufgestellt wird.

Der etwas kleinere Außensensor kommt nach draußen, wobei darauf zu achten ist, dass er nicht zu weit entfernt von der Basis aufgestellt wird. Im Test fiel auf, dass die Reichweite deutlich kürzer ist als die angegebenen maximalen 100 Meter, wenn sich Mauern oder andere Hindernisse zwischen Basisstation und Außenmodul befinden. Geht man an die Funk-Grenzen, muss man mit Ausfällen rechnen.

Die Einrichtung ist schnell und unkompliziert erledigt: Man legt ein Nutzerkonto an, verbindet die Basisstation mit einer Steckdose und koppelt sie per Bluetooth mit einem Smartphone, Notebook oder Tablet - für alle gängigen Betriebssysteme gibt es Anwendungen. Danach wechselt man zum WLAN und verbindet das Außenmodul, das über zwei AAA-Batterien mit Strom versorgt wird.

Viele Informationen

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Die App ist übersichtlich gestaltet.

(Foto: kwe)

In der App oder im Browser sieht man alle Informationen, die die Module sammeln, in einer aufgeräumten Übersicht. Das Außen-Modul liefert Temperatur, Luftdruck, gefühlte Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Von Netatmo kommen das aktuelle Wetter am Standort, eine Sieben-Tage-Prognose und Informationen zur Luftqualität.

Spannender ist die Basisstation: Sie misst nicht nur Innen-Temperatur und -Luftfeuchtigkeit, sondern auch den Kohlendioxyd-Gehalt der Raumluft und die Lärmbelastung. Ist die Luft schlecht, wird dies dem Nutzer auch farblich gezeigt. Grün ist gut, Gelb geht so, bei Rot sollte man lüften. Die Infos zur Luftqualität zeigt auch eine LED an, wenn man die Oberseite der Basisstation berührt.

Die Wetterstation kann um zwei weitere Innenmodule sowie je einen Regen- und Wind-Sensor ergänzt werden. Deren Werte werden dann ebenfalls in den Apps oder im Browser angezeigt.

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Den angezeigten Zeitabschnitt kann man mit zwei Fingern beliebig vergrößern und verkleinern.

(Foto: kwe)

Sämtliche Messwerte kann man sich grafisch über einen längeren Zeitraum anzeigen lassen und auswerten. Die Aufzeichnung läuft immer weiter und reicht bis zur ersten Aktivierung zurück. Praktisch: Um die Diagramme zu sehen, genügt es, das Smartphone zu kippen. Über die Netatmo-Website kann man bestimmte Zeiträume oder alle aufgezeichneten Daten löschen, wenn man möchte. Nur das Nutzerkonto wird man nicht so schnell los, dafür muss man einen Brief an Netatmo schicken. Was soll das denn?

Versteckte Alarme

Eigenartig ist auch, dass Netatmo eine besonders praktische Funktion tief in den Einstellungen versteckt: Personifizierte Meldungen. Das heißt, man kann sich automatische Mitteilungen schicken lassen, wenn sich kritische Situationen entwickeln. Das können Unwetterwarnungen sein, ein starker Druckabfall, große Regenmengen, Sturm, sehr hohe oder niedrige Temperaturen oder ein zu hoher Kohlendioxid-Gehalt. Neben voreingestellten Meldungen kann man auch eigene Mitteilungen einrichten und selbst festlegen, bei welchen Werten Alarm ausgelöst wird.

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Man sieht sofort: Wenn man eine Abkühlung braucht, sollte man aktuell Richtung Westen fahren.

(Foto: kwe)

Sehr informativ: Man kann eine Weltkarte öffnen, auf der die Netatmo-Module verzeichnet sind, deren Nutzer die gemessenen Daten freigegeben haben. So kann man in der Umgebung oder einer beliebigen Region sehen, wie warm es ist, ob und wie stark es regnet oder wie kräftig der Wind bläst. Die Karte bleibt übersichtlich, wenn man größere Ausschnitte wählt, da dann Einzelwerte zusammengefasst werden.

Was Sprachassistenten betrifft, ist Netatmo auf Amazon Alexa beschränkt. Ist der entsprechende Skill installiert, kann man alle Infos der Wetterstation mit "Alexa, frag Netatmo ..." abrufen. Das hat im Test problemlos funktioniert, selbst wenn die Fragen ungenau formuliert waren.

Gut, aber nicht preiswert

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*Datenschutz

Unterm Strich ist die Netatmo-Station für Menschen, die das Wetter jederzeit genau im Blick haben möchten, ein gelungenes Gadget. Mit 170 Euro ist das Starter-Set allerdings nicht günstig - simple Wetterstationen bekommt man schon für rund 25 Euro. Für den Windmesser sind zusätzlich 100, für den Regenmesser 70 Euro fällig. Das Gesamtpaket bietet Netatmo für 280 Euro an. Die Sensoren arbeiteten über den einmonatigen Test-Zeitraum einwandfrei, allerdings registrierte n-tv.de in diesen vier Wochen gleich zwei längere Server-Ausfälle, was etwas zu viel ist.

Quelle: n-tv.de

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