Technik

Horrorklassiker mit viel Hirn Resident Evil 2 erstrahlt in neuem Glanz

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Als Claire Redfield oder Leon Kennedy stellt sich der Spieler in Resident Evil 2 einer Horde Untoter.

(Foto: Capcom)

Es geht blutrünstigen Zombies wieder an den Kragen. 21 Jahre nach der ersten Veröffentlichung von Resident Evil 2 bekommt der Horrorklassiker einen neuen Anstrich. Das Remake überzeugt mit schöner Optik und originellem Grusel- und Rätselspaß.

Dichter Regen prasselt auf das Dach einer menschenleeren Tankstelle. Blutige Fußspuren ziehen sich über den verdreckten Asphalt. Eine Tür knarzt. "Niemand da?", fragt der blonde Polizei-Neuling Leon in die bedrückende Stille. Beim Blick auf das große grüne Schild "Willkommen in Racoon City" dürfte hartgesottenen Zombie-Fans allerdings klar sein: Oh doch, etwas ist da, aber nichts Gutes. In der nächsten Sekunde stürzt auch schon der erste bissige Untote aus der Dunkelheit. Es ist einer von vielen furchteinflößenden Zombies im neuen Horror-Adventure-Game "Resident Evil 2".

Der in die Jahre gekommene Klassiker bekommt von Entwickler Capcom ein komplett neues Gewand verpasst, in dem zusätzlich neue Spielelemente verbaut werden. Schluss mit pixeligen Protagonisten und langen Ladepausen - das Remake von "RE2" passt sich nicht nur optisch modernen Survivalspielen an, sondern hat auch eine Menge Nostalgie für Fans der Serie im Gepäck.

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Die mutierten Wesen werfen ein besonderes Auge auf Claire.

(Foto: Capcom)

Die Geschichte des zweiten Teils setzt unmittelbar nach seinem Vorgänger an, in dem es um den Ausbruch des G-Virus der Umbrella Corporation geht. Dieser verwandelt Menschen in wandelnde Untote und lässt Kreaturen mutieren. Claire sucht ihren verschollenen Bruder, Leon steht vor seinem ersten Arbeitstag als frischgebackener Polizist. Der Ausbruch des Virus hat die Stadt ins Chaos gestürzt und die Bevölkerung in blutrünstige Zombies verwandelt.

Wie schon im Original von 1998 entscheidet der Spieler zu Beginn, mit welchem Protagonisten er sich ins Zombie-Getümmel stürzen möchte: Claire Redfield oder Leon Kennedy. Je nach dem wen der Spieler wählt, erlebt er einen anderen Spielverlauf, in dem sich die Wege der beiden Charaktere immer wieder kreuzen.

Aufmerksamkeit und Hirnschmalz sind gefragt

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Verbissene Untote mit Schockergarantie. Sie tauchen immer dann auf, wenn man es nicht erwartet.

(Foto: Capcom)

Bei vielen aktuellen Survival- oder Horrorspielen entsteht ein Teil der Atmosphäre durch die fotorealistische Umgebung. Bei Resident Evil 2 ist es eher das Zusammenspiel von Story, Sound und Licht-Effekten, das dem Spieler schweißnasse Controller beschert. Düstere Kulissen, unheimliche Musik und eine nicht zu verachtende Zahl an Jumpscares und Schockeffekten sorgen für den nötigen Nervenkitzel und eine beklemmende Stimmung. Immer wenn sich die Sicht des Spielers in dunklen Passagen auf einen kleinen Lichtkegel der Taschenlampe beschränkt, beginnt das Gruseln.

Insgesamt lebt die Resident-Evil-Reihe von Horror- und Splattermomenten, lässt aber im aktuellen Remake die Rätsel nicht zu kurz kommen. Die sind zum Teil knackig. Der Spieler durchstreift (zunächst) eine Polizeistation, durchsucht jedes Zimmer (oft mehrmals) und findet nach und nach Schlüssel, Kurbeln, Schalter. So bahnt er sich den Weg ins Innere des Gebäudes. Auf der Horror-Schnitzeljagd stößt man immer wieder auf Hürden, die erst viel später überwunden werden können. Dafür ist die Freude umso größer, wenn man endlich den langersehnten Gegenstand in der Hand hält, der die verschlossene Tür öffnet, an der man schon unzählige Male vergeblich gerüttelt hat.

Bloß keine Hektik

Resident Evil 2 fordert vom Spieler viel Aufmerksamkeit und Hirnschmalz und hebt sich so von moderneren Zombie-Spielen ab. So wird auch langsames und bedachtes Vorgehen belohnt. Gegen den Horror hilft meist nur Logik, Kombinationsfähigkeit und ein kühler Kopf. Den zu behalten, ist gar nicht so einfach, da Munition und Heilmittel knapp und die Gegner teilweise übermächtig sind. Seine Patronen richtig einzuteilen, ist ein wichtiger Faktor zum Überleben. So schmerzt jeder Schuss, der daneben geht - was bei den hin und her wankenden Zombies durchaus vorkommen kann. Zudem erweisen sich die Biester als äußerst zäh, stehen oft sogar nach mehrfachen Kopfschüssen wieder auf.

Da gilt es, vorsichtig und mit dem nötigen Abstand gegen die taumelnden Untoten vorzugehen, denn im Nahkampf stehen die Chancen eher schlecht. Es gibt zwar den letzten Ausweg sich mit Gegenständen aus der Umklammerung zu befreien, doch sofern es sich nicht um eine Granate handelt, wird der Zombie lediglich zurückgeworfen.

Eingeschränktes Gameplay ist kein Nachteil

Das Remake hat ein angenehm lineares Gameplay - ganz weit weg von Open-World-Spielen. Es gibt kein Gehüpfe, keine Rollen oder andere Ausweichmanöver. Weglaufen im Vollsprint ist das einzige Mittel, um sich Abstand zu Gegnern zu verschaffen. Der Spieler muss taktisch vorgehen, um mutierten Wesen den Garaus zu machen. Ein positiver Nebeneffekt ist sicherlich, dass sich dadurch auch die Steuerung vereinfacht und das Spiel leicht zugänglich ist.

Die Tutorials und Infos, die der Spieler benötigt sind geschickt in die Story eingebunden. Die Boss-Kämpfe sind nicht unbedingt sehr anspruchsvoll, was aber auch am eingeschränkten Gameplay liegt. Allerdings wäre gleich zu Beginn ein Rückblick auf den ersten Teil hilfreich gewesen.

Und obendrauf gibt's Riesen-Tofu

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Capcom liefert mit dem Remake nicht einfach nur eine auf Hochglanz polierte HD-Version des alten Klassikers, sondern beinahe ein rundum neues Spiel. Denn auch technisch ist Resident Evil 2 ganz im 21. Jahrhundert angekommen. Ade feste Kamerawinkel und grobe Pixel, stattdessen gibt's ganz modern die Schulterperspektive.

Die erzeugte Stimmung in Resident Evil 2 ist das dickste Plus im Spiel. Dafür alleine hat sich das Remake schon gelohnt. Für Fans der Serie ist die Neuauflage ohnehin ein Muss, für Neueinsteiger stellt das Spiel eine erfrischende Abwechslung zu trendigen und ausufernden Open-World-Dramen dar. Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven packend erzählt. Spieldauer für eine der beiden Kampagnen beträgt circa acht Stunden. Obendrauf können noch zwei Sondercharaktere freigespielt werden, wie im Original von 1998 - dann geht es den Zombies als Elitesoldat "Hunk" oder Riesen-Tofu-Stück an den Kragen.

Resident Evil 2 ist seit dem 25. Januar für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

 

Quelle: ntv.de