Technik

Microsofts neue Konsole im Handel So spielt sich die Xbox One

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Die Hardware: Kinect-Modul (oben), die Konsole und der Controller.

(Foto: Microsoft)

Erst die Wii U, jetzt die Xbox One, bald die PS4: Das Triumvirat der neuen Konsolen wird langsam komplettiert. Microsofts Wohnzimmer-Zentrale protzt mit ihren Fähigkeiten. Das Spiele-Lineup ist solide, jetzt muss die Leistung stimmen. n-tv.de hat sich einen ersten Eindruck verschafft.

Spezifikationen der Xbox One

  • AMD 64-Bit CPU mit acht Kernen (1,75 GHz)
  • AMD Grafikchip (kalkulierte 1,31 TFLOPS)
  • 8 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 500 Gigabyte Festplatte
  • Bluray-/DVD-Laufwerk
  • WLAN / Ethernet / 3x USB 3.0
  • HDMI Ein- und Ausgang / Optischer Eingang / IR Out

Während Sony einen über die Welt verteilten, zeitlich versetzten Release seiner Playstation 4 vollführt - Deutschland ist am kommenden Freitag dran -, tritt Microsoft mit breiter Brust an und wirft sein Konkurrenzprodukt Xbox One in 13 Ländern gleichzeitig auf den Markt. In Hamburg, Frankfurt, München und Berlin mietete das Unternehmen eigens Ladenlokale an, um schon vor dem Verkaufsstart die Konsole auf die Öffentlichkeit loszulassen. Auch n-tv.de hat sich einen ersten Eindruck verschafft.

Hardware und Grafik

Na türlich ist das Innenleben der neuen Xbox wesentlich leistungsstärker als das des Vorgängers. Dafür kommt sie optisch auch wesentlich massiver daher. Eine eckige, massive, schwarze Box, die auch geradewegs aus einer Oberklasse-Hifi-Schmiede stammen könnte. Zusätzlich zur Konsole liefert Microsoft das Kinect-Modul mit, also Kamera und Raummikrofon. Ein paar Launch-Titel konnten angespielt werden, allerdings nur eingeschränkt. Die Ladezeiten waren gefühlt länger als bei der PS4. Das könnte auch daran liegen, dass die Xbox One allein für das Betriebssystem 3 der 8 Gigabyte Arbeitsspeicher in Anspruch nimmt.

Wie die PS4 unterstützt auch die Xbox One Ultra HD mit 3840 mal 2160 Bildpunkten. Während Sony im Gespräch mit n-tv.de den Verbindungsstandard HDMI 1.4 zwischen Gerät und Bildschirm als Ursache nennt, dass es in der neuen Konsolengeneration keine Spiele in 4K geben werde, hört sich das bei Microsoft anders an. Es gebe vielmehr "keine Hardwareeinschränkungen", die dagegen sprächen, Spiele in 4K laufen zu lassen, hatte der Marketing-Vizechef des Konzerns, Jusuf Mehdi, bereits im Mai gesagt.

An dieser Aussage wird sich Microsoft in den kommenden Jahren messen lassen müssen. Auch, weil die Leistungsfähigkeit der Xbox One als leicht schwächer als die der Playstation 4 eingeschätzt wird. Inwiefern das der Realität entspricht, muss sich bei Vergleichstests zeigen. Ein Hinweis könnte bereits sein, dass die kalkulierte Leistungsfähigkeit des Grafikchips mit 1,31 TFLOPS deutlich unter den Möglichkeiten der PS4 liegt (1,84 TFLOPS). Auch der Arbeitsspeicher (DDR3) ist potenziell schwächer (PS4: DDR5). Auf mögliche Schwächen angesprochen, verwies Microsoft in der Vergangenheit häufig auf die "Kraft der Cloud". Damit sind womöglich Streaming-Dienste gemeint, die Inhalte von Serverfarmen des Unternehmens ins Wohnzimmer bringen sollen.

Der Controller

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Schick und griffig: Das Steuergerät der Xbox One. USB-Tastaturen und Mäuse werden zunächst nicht unterstützt.

(Foto: Microsoft)

Das neue Pad sieht schnittiger aus als der leicht klobige Vorgänger der X360. Die Aufteilung der Tasten ist gleich. Die Analogsticks haben wie zuvor Vertiefungen, sind aber wegen ausgeprägter Ränder und angerauter Gummierung griffiger. Der Controller braucht wie bisher zwei Mignon-Batterien und erhält dadurch zusätzliches Gewicht. Die Motoren im Inneren sind nicht mehr nur einfach an oder aus, sondern können in Sachen Vibration variabler eingesetzt werden.

Die Spiele

Drei Titel konnten angespielt werden, davon zwei Exklusivtitel, die nur für Microsofts neue Konsole erhältlich sind.

  • Ryse: Son of Rome (Action, exklusiv für Xbox One)
  • Forza Motorsport 5 (Rennspiel, exklusiv)
  • Fifa 14 (Sportspiel)

Die Unterschiede zur älteren Konsolengeneration machen sich vor allem bei der Grafik bemerkbar. Das von Crytek entwickelte Ryse gilt bei Microsoft als Aushängeschild - dem ersten Eindruck nach zu Recht. Tolle Inszenierung, nahtlose Übergänge von inszenierten zu Spielsequenzen und Kulissen auf Hochglanz. Als Legionär im polierten Römischen Reich erkämpft sich der Spieler seine Reputation. Über "Booster Packs" wird zusätzlich Ausrüstung im Spiel mit virtueller Währung gekauft, spezielle Exekutionsfähigkeiten werden ebenfalls über Währung freigeschaltet.

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Tschechiens Hauptstadt gibt ein exzellentes Bild ab.

(Foto: Turn 10)

Auch beim neuen Forza ist die Grafik eindrucksvoll. Bei der Fahrt durch Prags Altstadt etwa reflektiert die Sonne auf dem Kopfsteinpflaster. Je nach Untergrund, Motordrehzahl oder auch durchdrehenden Reifen ist die entsprechende Vibration in den Händen spürbar; eine wirkliche Verbesserung gegenüber dem alten Controller.

Fifa 14 gibt es bereits seit einigen Wochen für die älteren Konsolen, aber die NextGen-Versionen sind nochmal eine ganze Ecke detaillierter. Die Bewegungen sind noch runder und natürlicher, das Publikum, die Stadien, die Wiederholungssequenzen - alles wirkt deutlich verbessert. PS3 und X360 werden hier im Vergleich die Grenzen aufgezeigt.

Insgesamt wird das Spiele-Lineup exklusiver Titel zum Start der Xbox One stärker eingeschätzt als das der Playstation 4. Das hat wohl auch mit Killer Instinct (Beat 'Em Up), Dead Rising 3 (Action) und Zoo Tycoon (Aufbau-Simulation) zu tun.

Das Besondere

Was die Xbox One von der Playstation 4 abhebt, ist auch das Multitasking. So können etwa Videokonferenzen beim Fernsehgucken auf einem Bildschirm unterstützt. Apropos: Microsoft hat von Anfang an betont, dass die neue Konsole nicht ein reines Spielgerät, sondern als Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer gelten soll. Das Umschalten zwischen Spielen, Fernsehen und Internet soll nicht nur per Controller, sondern auch mit Hilfe von Sprachkommandos funktionieren. Es ist eine der Schlüsselfunktionen, die Microsoft immer wieder herausgestellt hat. Wie reibungslos dies klappt, wird nun der massenhafte Einsatz zeigen. Erste Besitzer klagen über Trägheit beim Wechsel.

Für das Mehr an Fähigkeiten rufen die Amerikaner auch 100 Euro mehr auf als Sony: 499 Euro. Am ersten Tag verkaufte Microsoft in den 13 Ländern insgesamt über 1 Million Geräte. Sony setzte am ersten Wochenende ebenso viele ab - und zwar nur in den USA, wo die Xbox eigentlich wesentlich populärer ist. In Deutschland heißt es nun abwarten, bis die ersten Vergleichszahlen da sind, sowie beide Konsolen auf Leistung getestet wurden. Dann kann auch ein echter Vergleich gezogen werden.

Quelle: ntv.de