Technik

LG G Flex im Test Wie gut ist das gebogene Monster?

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Das LG G Flex ist groß, schlank und gebogen.

(Foto: kwe)

Das LG G Flex ist ein riesiges Smartphone mit gebogenem Display. Spektakulär sieht es aus, keine Frage. Aber hält es auch in der Praxis, was sein imposantes Äußeres verspricht?

LG hat sich mit Samsung einen Wettlauf um das erste Smartphone mit gebogenem Display geliefert und ist eigentlich als Zweiter über die Ziellinie gegangen. Doch das Galaxy Round wurde nur in kleinen Stückzahlen für den koreanischen Markt gebaut und kann sich auch bei der Biegung nicht ganz mit dem LG G Flex messen. Denn während Samsungs Gerät entlang seiner Längsachse gewölbt ist, biegt sich das LG-Smartphone wie eine Banane und wird weltweit verkauft. Außerdem folgt im Flex auch der Akku der Form des Bildschirms, was bisher einzigartig ist. In dieser Hinsicht ist der eigentliche Sieger im koreanischen Kurven-Duell also LG mit seinem G Flex.

Die wichtigsten Spezifikationen
  • Prozessor: Qualcom Snapdragon 800, vier Kerne, 2,26 Gigahertz
  • GPU: Adreno 330
  • Arbeitsspeicher (RAM): 2 Gigabyte
  • Interner Speicher: 32 Gigabyte, nicht erweiterbar
  • Display: 6 Zoll, P-OLED, 1280 x 720 Pixel (245 ppi)
  • Kameras: hinten 13 Megapixel, vorne 2,1 Megapixel
  • Akku: 3500 Milliamperestunden
  • LTE, NFC, Bluetooth 4.0
  • Betriebssystem: Android 4.2.2
  • Maße: 160,5 x 81,6 x 8,7 Millimeter
  • Gewicht: 177 Gramm

Ob LGs Kurvenstar aber nur deshalb ein Publikumsliebling wird, weil er ein technisches Ausnahmetalent ist, muss sich erst noch herausstellen. Denn das G Flex ist nicht nur gebogen, es ist auch ein Riesen-Klopper, der ni cht jedermanns Geschmack trifft. Sechs Zoll misst das Display. Wer allerdings sowieso auf der Suche nach einem Phablet ist, könnte an dem Gerät Gefallen finden - was aber vielleicht gar nicht am Bildschirm liegt.

Was sich biegt, bricht nicht

In der Praxis wirkt sich die leichte Biegung des Displays kaum aus. Sagt man einem Testkandidaten nicht, dass er ein nach innen gewölbtes Smartphone ans Ohr hält, spürt er es nicht. Die Gesprächsqualität ist zwar hervorragend, doch das liegt kaum an den wenigen Millimetern, die das Mikrofon durch die Krümmung näher am Mund ist. Ebenso muss man an einen Effekt glauben, um beim Videogucken im Querformat einen Unterschied zu erkennen.

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Das gebogene Smartphone lässt sich mit etwas Druck plattmachen.

(Foto: kwe)

Die Biegung bietet aber trotz allem mehr Vorteile, als nur perfekt in der Gesäßtasche zu sitzen. So bekommt das zwar sehr schlanke, aber sonst eher schlicht gestaltete Phablet damit im wahrsten Sinne des Wortes mehr Schwung. Der größte Vorteil dürfte allerdings sein, dass das G Flex durch die Krümmung und den flexiblen Kunststoff-Bildschirm sehr robust ist. Zum einen trägt dazu die Biegung an sich bei, durch die das Smartphone bei Stürzen seltener mit dem Display aufschlägt. Andererseits ist nicht nur das Display, sondern das gesamte Gerät biegsam und hält deshalb größere Belastungen aus als steife Smartphone s.

Man kann das G Flex problemlos auf einer Tischplatte flachdrücken, ohne dass irgendwelche Spalten zwischen Rahmen und Display aufklaffen oder gar Risse entstehen.

Kleine Schrammen verschwinden von alleine

Apropos robust: LG hat der Rückseite eine "selbstheilende" Beschichtung gegeben. Zu viel darf man sich davon allerdings nicht erwarten, tiefe Kratzer behält wohl auch das G Flex für immer. Im Test verschwanden nach ein paar Tagen immerhin kleine Schrammen, die dem Gerät mit einem Kunststoff-Stab zugefügt wurden.

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Das Gerät hat alle Tasten auf der Rückseite unter der Kamera. Der Einschalter dient auch als Benachrichtigungs-LED.

(Foto: kwe)

Ansonsten ist das G Flex durchaus ein starkes Phablet, das mit einem schnellen Vier-Kern-Prozessor und viel Arbeitsspeicher richtig Gas gibt. Das flexible Display fordert allerdings seinen Preis, den Nutzer in Form einer geringeren Auflösung zahlen. 1280 x 720 Pixel ergeben auf sechs Zoll aber immer noch eine Pixeldichte von 245 ppi. Schriften stellt der Bildschirm deshalb absolut scharf dar und einzelne Pixel wird der Betrachter kaum erkennen. Etwas störend ist lediglich, dass Icons zu groß und auch teilweise unscharf sind. Videos oder Bilder sehen auf dem großen Display wenig überraschend fantastisch aus. Der Touchscreen überzeugt außerdem durch gute Blickwinkel, natürliche Farben und starke Kontraste.

Gute Kamera, starker Akku

In vielerlei Hinsicht teilt das G Flex die Eigenschaften des LG G2. Dazu gehören das grundsätzliche Design mit den auf der Rückseite sitzenden Tasten und die wichtigsten Spezifikationen unter dem Display. Auch die Kamera des gebogenen Phablets ist ähnlich gut wie die des G2, erreicht aber nicht ganz deren Qualität, was unter anderem am fehlenden optischen Bildstabilisator liegen könnte. So werden Fotos bei schlechteren Lichtverhältnissen schnell unscharf.

Neben der Biegung ist der Akku das Glanzstück des G Flex - nicht nur weil er ebenfalls gekrümmt ist. Er hat eine Kapazität von 3500 Milliamperestunden und hielt das Smartphone im Test locker zwei Tage unter Strom. Bei moderater Nutzung  dürfte auch mehr drin sein.

Insgesamt ist das LG G Flex ein gutes Phablet mit vielen Funktionen, das aber außer seiner Krümmung gegenüber dem "Phablet-König" Galaxy Note 3 keine Vorteile bietet. Samsungs Phablet ist bereits für knapp mehr als 500 Euro zu bekommen, das G Flex kostet stolze 800 Euro. Vermutlich wird das "Bananen-Phablet" daher keinen reißenden Absatz finden. Es ist wohl eher eine sehr gelungene Machbarkeits-Studie, mit der LG bewiesen hat, dass es gebogene Displays und Akkus in Serie herstellen kann.

Quelle: ntv.de

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