Wirtschaft
Unister-Chef Thomas Wagner ist in Venedig laut Polizei vor seinem Tod betrogen worden.
Unister-Chef Thomas Wagner ist in Venedig laut Polizei vor seinem Tod betrogen worden.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 20. Juli 2016

"Extrem hohe Summen" im Spiel: Abgestürzter Unister-Chef wurde betrogen

Der Tod von Unister-Chef Thomas Wagner wird immer mysteriöser: Vor dem Absturz seiner Maschine in Slowenien soll der Leipziger Unternehmer bei einem Geldgeschäft in Venedig betrogen worden sein.

Vor seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ist Unister-Chef Thomas Wagner in Venedig bei einem Geldgeschäft offensichtlich betrogen worden. Marino Pangos, Präsident und Sprecher der Kriminalpolizei in Nova Gorica sagte gegenüber dem MDR: "Wir haben italienische Dokumente gefunden, die besagen, dass Wagner Opfer eines Betrugs geworden ist, bei dem es um extrem hohe Summen ging."

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Neben dem Fund der Papiere hat die slowenische Polizei auch den Fund einer größeren Summe Bargeld am Absturzort bestätigt. An der Unglücksstelle bei Predmeja im Westen des Landes seien rund 10.000 Schweizer Franken (rund 9200 Euro) entdeckt worden, teilten die Behörden mit. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Berichte über einen Geldkoffer mit mehreren Millionen Euro an Bord gegeben - die Polizei hatte dies bisher aber nicht kommentiert.

Nach Angaben von Unister war Wagner vor dem Absturz seines Flugzeugs auf Investorensuche in Venedig gewesen. Insider berichten dem MDR, dass Wagner für ein Kreditgeschäft dorthin geflogen sei. Um das Geschäft zustande zu bringen, sollte der Unister-Chef eine Sicherheit hinterlegen. Beim Umtausch des mitgebrachten Geldes in Schweizer Franken wurde Wagner mutmaßlich Falschgeld untergeschoben. Er habe daraufhin Anzeige bei der örtlichen Polizei erstattet.

Beim Rückflug nach Deutschland stürzte Wagners Flugzeug dann am Donnerstag in Slowenien ab. Wagner und drei weitere Deutsche kamen ums Leben. Von den vier Todesopfern sei bisher noch keines identifiziert worden. "Die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt", sagte Polizeisprecher Marino Pangos gegenüber dem MRD.

Derzeit ist das forensische Institut Ljubljana mit DNA-Vergleichen beschäftigt, die Klarheit bringen sollen. Außerdem würden vom slowenischen Verkehrsministerium die Wrackteile der Maschine untersucht, um die Unfallursache herauszufinden. Es gäbe bisher keine Anhaltspunkte auf eine Manipulation, sagte Pangos.

Das Leipziger Unternehmen Unister betreibt bekannte Reiseportale wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Mitarbeiter. Am Montag meldete die Internetfirma Insolvenz an.

Quelle: n-tv.de