Wirtschaft

"Geopolitische Risiken gestiegen" Angst vor Syrien-Eskalation treibt Ölpreise an

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Russische Kampflugzeuge - hier bei einer Vorführung in Moskau - griffen zuletzt erstmals aktiv in den syrischen Bürgerkrieg ein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Spannungen in Syrien nehmen weiter zu. Börsianer fürchten bei einer Ausweitung des Bürgerkrieges Engpässe bei Öl-Versorgung. Das russische Eingreifen in dem Bürgerkriegsland befördert diese Sorgen - die Ölpreise gehen folglich in die Höhe.

Sorgen um eine weitere Eskalation des Bürgerkrieges in Syrien haben die Ölpreise angeschoben. "Durch das militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt sind die geopolitischen Risiken gestiegen, was den Preisen Rückenwind gibt", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 49,47 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 46,32 Dollar 2,7 Prozent mehr. Im Laufe des Nachmittags kamen die Preise nur etwas zurück.

Börsianer fürchten, dass es bei einer Ausweitung des Bürgerkrieges zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Allerdings hat sich an der generellen Überversorgung der Märkte zuletzt wenig geändert. Erst am Mittwoch hatte die US-Energiebehörde EIA einen überraschend starken Anstieg der Rohölbestände in den USA in der Vorwoche bekanntgegeben.

Immer noch nur halb so teuer wie vor einem Jahr

Und nach einer Beruhigung der Lage in dem Bürgerkriegsland sieht es derzeit nicht aus - im Gegenteil: Nach libanesischen Angaben hat nun auch der Iran Hunderte Kämpfer nach Syrien entsandt, um in den Konflikt einzugreifen. Die libanesische Hisbollah-Miliz bereite sich ebenfalls darauf vor, an einer Bodenoffensive mit der syrischen Armee teilzunehmen. Die russische Luftwaffe werde den Einsatz mit Luftangriffen unterstützen.

Dennoch befinden sich die Ölpreise derzeit immer noch auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Das Öl der Sorte Brent kostet nur etwa halb so viel wie vor einem Jahr, ähnlich sieht es beim US-Leichtöl WTI aus. Dahinter steckt eine Überproduktion bei zugleich geringerer Nachfrage im Zuge einer schwächelnden Konjunktur in vielen Teilen der Welt.

Quelle: ntv.de, kst/rts