Wirtschaft

Euro-Gruppe: "Das war's für heute" Gespräche gehen ins Wochenende

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Die Stimmung in Brüssel ist offenbar zum Brüllen. Die Regierungschefs aus Griechenland, Italien und Deutschland, Tsipras, Renzi und Merkel, verstehen sich prächtig.

(Foto: REUTERS)

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern über die Abwendung der Pleite sind vorerst gescheitert: Ein Sondertreffen der Euro-Finanzminister geht ergebnislos zu Ende. Damit fehlt den Staats- und Regierungschefs die Verhandlungsgrundlage für ihren Gipfel.

Im Schuldenstreit mit Griechenland sind die Verhandlungen erneut ins Stocken geraten. Die Finanzminister der Euro-Länder haben ihre Gespräche am Nachmittag überraschend beendet, während die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten zu ihrem regulären Gipfel zusammenkamen. Italiens Regierungschef Matteo Renzi sagte bereits, er rechne mit einer Lösung im Schuldenstreit - aber nicht auf dem EU-Gipfel, sondern erst nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs.

Athen und die Gläubiger-Institutionen von Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU-Kommission hatten sich zuvor nicht auf eine gemeinsame Liste von Spar- und Reformmaßnahmen einigen können. Dies ist Voraussetzung für die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro an zurückgehaltenen Notkrediten.

Spekuliert wird nun über einen Sondergipfel an diesem Wochenende. Ein EU-Vertreter kündigte bereits an, das nächste Treffen der Euro-Gruppe sei für Samstagmorgen anberaumt. Bis dahin würden Unterhändler die Strippen ziehen.

Derweil legte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras Zuversicht an den Tag: "Ich bin überzeugt, dass eine Übereinkunft auf der Basis der bisherigen Ergebnisse erreicht werden kann", sagte Tsipras in Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel dämpft dagegen die Hoffnungen. Es gebe noch nicht die nötigen Fortschritte, an einigen Stellen sogar eher Rückfall. Griechenland müsse mit den Institutionen weiterverhandeln, sagt sie. Der aktuell laufende EU-Gipfel in Brüssel wird diese Verhandlungen aber nicht mehr übernehmen können.

Griechenland muss am kommenden Dienstag gut 1,5 Milliarden Euro Schulden beim IWF begleichen. Ohne vorherige Einigung in Brüssel, die auch noch von den Parlamenten in Athen und unter anderem in Berlin bestätigt werden muss, wird dafür höchstwahrscheinlich das Geld fehlen. Sollte Athen nicht rechtzeitig überweisen, könnte dies unkalkulierbare Folgen bis hin zum Austritt Griechenlands aus der Währungsunion haben. Der IWF stellte am Donnerstag klar, dass er die Rückzahlung erwartet. Das habe die griechische Regierung öffentlich gesagt, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice in Washington.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa/rts