Wirtschaft

Rohstoff-Schock Russland will Ölförderer zur Kasse bitten

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Auf einem Ölfeld des Ölriesen Baschneft nördlich von Ufa, der Hauptstadt der Republik Baschkortostan in Russland.

(Foto: REUTERS)

Wegen des Preisverfalls bei dem wichtigsten Exportgut Öl nimmt der russische Staat immer weniger ein. Der Kampf gegen die schwache Realwirtschaft und die hohe Inflation wird immer schwieriger. Drastische Maßnahmen sollen Abhilfe schaffen.

Russland erwägt einem Agenturbericht zufolge höhere Steuern auf die Förderung von Öl. Dies könnte zwischen 2016 und 2018 zusätzlich 1,6 Billionen Rubel (rund 21 Milliarden Euro) in die Staatskasse spülen, berichtete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Dokumente des Finanzministeriums.

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Aufgrund der westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts und des Preisverfalls bei dem wichtigen Exportgut Öl steckt das Land in einer tiefen Wirtschaftskrise. Erst am Freitag schloss Russland erstmals eine Kürzung seiner Ölproduktion nicht mehr aus, sollte der Preisverfall weiter anhalten. Zuletzt war der Preis unter 48 Dollar je Fass gerutscht.

Um dennoch mehr einnehmen zu können, soll der Berechnungsschlüssel für die Besteuerung geändert werden, wie RIA berichtete. Ölfirmen müssen derzeit nicht auf alle Umsätze aus der Ölförderung Steuern zahlen, ihnen steht ein Freibetrag von 15 Dollar je Fass zu.

Bei der Umrechnung Dollar in Rubel werden die Wechselkurse angewandt, die am Zahltag gelten. Nun sollen die Kurse von 2014 zugrunde gelegt werden, womit sich weitaus niedrigere Preise ergeben. Dadurch erhöht sich die Summe der Umsätze, die zu besteuern sind. Das Finanzministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch auf frühere Medienberichte zu den Steuerplänen hatte es nicht reagierte.

Quelle: ntv.de, ddi/rts