Marktberichte

Platin gewinnt, Gold verliert Bitcoin knackt erneut 50.000er Marke

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Der bitcoin erreichte zeitweise ein Rekordhoch von 50.602 Dollar.

(Foto: AP)

Nach dem verlängerten Wochenende starten die wichtigsten US-Indizes erst extrem ambitioniert, verlieren dann aber an Schwung. Auffällig sind vor allem die Bewegungen beim Bitcoin und an den Rohstoffmärkten.

Spekulationen auf einen Wachstumsschub durch die geplanten billionenschweren Corona-Staatshilfen geben der Wall Street weiter Auftrieb. Die Stimmung der Anleger sei gut und ihr Risiko-Appetit groß, sagte Derek Halpenny, Chef-Analyst für Europa bei Bank Mitsubishi UFJ. Nach dem verlängerten Wochenende in den USA stieg der US-Standardwerteindex Dow Jones am Dienstag um 0,2 Prozent auf 31.522 Punkte, nachdem er zuvor noch leicht höher notiert und damit ein Allzeithoch erreicht hatte. Der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert, die technologielastige Nasdaq verlor 0,3 Prozent.

Der Optimismus der Anleger lasse sich auch an kräftigen Kursgewinnen konjunkturabhängiger Werte ablesen, sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. Dieser Trend werde den Rest des Jahres sicher anhalten. Oberflächlich betrachtet falle dies aber nicht so auf, weil Anleger Geld aus anderen Branchen abzögen, um es in sogenannte Zykliker zu stecken. Daher legten die Indizes meist vergleichsweise moderat zu.

Finanzwerte gefragt

Platin
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Rohstoff-Anleger setzten ebenfalls auf einen Aufschwung. Der Preis für das wichtige Industriemetall Kupfer stieg zeitweise auf ein Neun-Jahres-Hoch von 8437 Dollar je Tonne. Spekulationen auf eine Erholung des Automobil-Absatzes hievten Platin zeitweise auf ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch. Wegen des Trends zu umweltfreundlicheren Technologien werde die Nachfrage das Angebot auf absehbare Zeit übersteigen, prognostizierte Neil Wilson vom Online-Broker Markets.com.

Aus "sicheren Häfen" zogen sich Anleger dagegen zurück. Die "Antikrisen-Währung" Gold verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 1793 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). US-Staatsanleihen waren ebenfalls weniger gefragt. Im Windschatten steigender Renditen legten Finanzwerte zu. Denn bei anziehenden Zinsen winken ihnen größere Gewinne aus dem klassischen Kreditgeschäft. Aktien von Bank of America und JPMorgan stiegen um je rund 2,5 Prozent.

Bitcoin
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Unterdessen gelang Bitcoin nach mehreren Anläufen der Sprung über die 50.000er-Marke. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise stieg um bis zu fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 50.602 Dollar, gab die Zuwächse anschließend aber weitgehend wieder ab. Die Berichterstattung über den Höhenflug erzeuge bei Lesern Angst, etwas zu verpassen, sagte Avatrade-Experte Aslam. "Kleinanleger sind davon überzeugt, dass nichts Bitcoin auf dem Weg zur Marke von 100.000 Dollar aufhalten kann." Vor diesem Hintergrund griffen Investoren auch bei Werten aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, beherzt zu. So stiegen Papiere von Riot um 20 Prozent.

Pharmawerte sacken wieder ab

Royal Caribbean
Royal Caribbean 75,00

Die sinkenden Infektionszahlen und die Fortschritte mit der Impfkampagne ließen die Anleger auch im US-Reisesektor wieder zugreifen. Die Aktien der großen Fluggesellschaften American Airlines, United und Delta zogen um bis zu vier Prozent an. Jene der Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean und Carnival sprangen sogar um bis zu knapp zehn Prozent nach oben.

Die Aktien der Corona-Impfstoffhersteller ruderten nach gutem Lauf zurück, Biontech und Moderna fielen jeweils um fast drei Prozent. Mitte März könnte in Europa ein vierter Corona-Impfstoff auf den Markt kommen. Nach den USA hat Johnson & Johnson nun auch in der EU eine Zulassung beantragt. Die Papiere des Pharmakonzerns profitieren davon aber nicht, sie fielen um 0,9 Prozent.

Für einen Euro wurde nach einer kleinen Berg- und Talfahrt zuletzt 1,2107 US-Dollar bezahlt. Der Dollar kostete damit 0,8235 Euro. US-Staatsanleihen erlitten Kursverluste.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts