Wissen

Jährlich 520 Millionen Tonnen Methan Erwärmten Dino-Pupse die Erde?

Rinder und Wiederkäuer leisten ihren ganz eigenen Beitrag zur Klimaerwärmung - sie pupsen und rülpsen und setzen dabei Methan frei. Forscher wollten jetzt wissen, ob das bei pflanzenfressenden Dinosauriern auch der Fall gewesen sein könnte.

34mt0128.jpg8925319180416703138.jpg

Zwei Kinder betrachten einen 12 Meter großen pflanzenfressenden Dinosaurier "Apatosaurus" im Dinosaurier-Land bei Bobbin auf der Insel Rügen.

(Foto: dpa)

Pflanzenfressende Riesendinos haben womöglich mit ihren Pupsen die prähistorische Erde erwärmt. Es sei anzunehmen, dass die Sauropoden ähnlich wie heutige Wiederkäuer Bakterien im Verdauungstrakt besaßen, die die Pflanzennahrung zerkleinerten und dabei das Treibhausgas Methan produzierten, schreiben britische Wissenschaftler im Fachblatt "Current Biology" (Bd. 22, Nr. 9, R292). Die Forscher kalkulierten, dass die Dinosaurier vor rund 150 Millionen Jahren mindestens ebenso viel Methan ausstießen, wie heute aus natürlichen Quellen und vom Menschen freigesetzt in die Atmosphäre gelangt.

Dass und andere Wiederkäuer mit dem Methanausstoß beim Rülpsen und Pupsen zur heutigen Klimaerwärmung beitragen, ist unter Klimaforschern unstrittig. Wenn das heute so ist - warum sollte es nicht zur Zeit der Dinosaurier genauso gewesen sein? Das fragten sich die Forscher um David Wilkinson von der Liverpool John Moores University (Großbritannien). Sie machten sich daran, das Ausmaß des Methanausstoßes anhand der geschätzten Zahl und des Körpergewichts von Sauropoden - Dinosaurier mit kleinem Kopf und langem Hals - zu kalkulieren.

Millionen Tonnen Methan

Die Forscher gingen davon aus, dass einst auf einem Quadratkilometer Land etwa 200.000 Kilogramm Sauropoden-Biomasse lebte. Das entspricht etwa zehn ausgewachsenen Brontosauriern (Apatosaurus louisae) mit einem Körpergewicht von je 20.000 Kilogramm. Jedes Tier habe pro Tag etwa 1,9 Kilogramm Methan produziert, alle zehn Tiere zusammen rund 6,9 Tonnen pro Jahr.

Hochgerechnet ergebe dies eine globale Methan-Produktion durch die Sauropoden von 520 Millionen Tonnen im Jahr, errechneten die Wissenschaftler. Das entspreche in etwa der heutigen globalen Methan-Freisetzung aus natürlichen Quellen und durch die Aktivitäten des Menschen. Wiederkäuer produzierten heute etwa 50 bis 100 Millionen Tonnen Methan im Jahr. Die Sauropoden hätten vermutlich erheblich dazu beigetragen, das feuchte und warme Klima ihrer Zeit zu erhalten, fassen die Forscher als Vermutung zusammen.

Quelle: ntv.de, dpa