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Eklat in US-Talkshow: Ben Affleck rastet wegen Islamkritiker aus

Wenn Deutschland sich drögen Diskussionen bei Jauch hingibt, diskutieren auch die Amerikaner. In einer bekannten Talkshow wird Schauspieler Ben Affleck so sauer, dass er sich mit einem Gast und dem Moderator heftig anlegt. Stein des Anstoßes: der Islam.

Mit einer temperamentvollen Verteidigung friedliebender Muslime in einer Fernsehsendung sorgt Hollywoodstar Ben Affleck in den USA für Schlagzeilen. In der Talkshow "Real Time with Bill Maher" im Sender HBO reagierte Affleck mit scharfen Worten auf Äußerungen des ebenfalls eingeladenen Philosophen Sam Harris, der die Meinung vertrat, dass etwa 20 Prozent der Muslime in der Welt radikalisiert oder gar Gotteskrieger seien. "Der Islam ist derzeit die Hauptader des schlechten Gedankenguts", sagte Harris in der Sendung.

"Es gibt die, die morgens aufwachen und sofort daran denken, Glaubensabtrünnige zu töten. Das sind die Dschihadisten", führte Harris aus. "Dann gibt es die Islamisten. Die sind genauso überzeugt vom Märtyrertum und davon, dass sie ins Paradies kommen, wenn sie ihren Glauben in der Welt verbreiten." Letztere gingen bloß nicht so weit, sich selbst in die Luft zu sprengen. Nach Harris Auffassung gibt es darüber hinaus noch eine große Anzahl von Muslimen, die konservativ denken und deren Ansichten zu Menschenrechten und anderen liberalen Ideen "zutiefst beunruhigend" seien.

Harris kritisierte in der am vergangenen Wochenende ausgestrahlten Live-Sendung weiter, dass viele liberal denkende Menschen beim Islam versagten. Christen würden ständig kritisiert, doch bei den Muslimen hätten sie Hemmungen, weil diese jede Kritik als Islamophobie auslegten.

"Sie sagen also, dass es in Wahrheit keinen Hass auf den Islam gibt", konterte Affleck umgehend. Was er dagegen einzuwenden habe, fragte daraufhin Moderator Maher. "Das ist hässlich, das ist rassistisch", erwiderte Affleck. Der "Batman"-Darsteller war eigentlich in die Sendung gekommen, um für seinen jüngsten Film "Gone Girl - Das perfekte Opfer" zu werben.

"Was ist mit mehr als einer Milliarde Menschen, die nicht fanatisiert sind, die Frauen nicht bestrafen, die nur zur Schule gehen, essen, fünfmal am Tag beten und nichts von alldem tun, was Ihrer Meinung nach alle Muslime tun", sagte Affleck. Moderator Maher schlug sich an diesem Punkt eindeutig auf die Seite seines Gastes Harris. "Das ist einfach nicht wahr, Ben. Du behauptest, nur ein paar faule Äpfel unter den Muslimen glauben, Apostaten müssten getötet werden?" Maher betonte, der Islam sei die einzige Religion, die wie die Mafia vorgehe: "Sie töten dich, wenn du etwas Falsches sagst", erregte sich der Moderator.

Affleck wiederholte, er halte die Vertreter dieser Meinung für eine absolute Minderheit. "Wir haben mehr Muslime getötet als umgekehrt", blaffte der sichtlich frustrierte Schauspieler Maher und Harris an. Die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat könne allein nicht einmal "einen halben Baseballplatz füllen".

In den sozialen Netzwerken hat Affleck gepunktet. Viele Twitterer lobten die Haltung Afflecks und äußerten Unverständnis für die Äußerungen von Bill Maher und Sam Harris. Maher moderiert die Sendung auf dem Bezahlsender HBO seit mehr als zehn Jahren, nachdem seine Talkshow "Politically Incorrect" nach einem Eklat zum Thema 11. September abgesetzt worden war.

Quelle: n-tv.de

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