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Rumsfeld hat die Entwickler von Churchill Solitaire mit Memos bombardiert..
Rumsfeld hat die Entwickler von Churchill Solitaire mit Memos bombardiert..(Foto: rts/Screenshot/kwe)

Überlieferte Regeln von Churchill: Donald Rumsfeld macht Solitaire-App

Von Klaus Wedekind

Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist mitverantwortlich für eine neue Solitaire-App. Das Spiel beruht auf überlieferten Regeln, nach denen Winston Churchill die Karten gelegt haben soll - und die tatsächlich eine Herausforderung sind.

Donald Henry Rumsfeld war zweimal US-Verteidigungsminister. Von 1975 bis 1977 diente er im Kabinett von Präsident Gerald Ford und in den Jahren 2001 bis 2006 unter George W. Bush. Jetzt ist der erzkonservative "Falke" auch Mitentwickler einer iOS-App. Genau genommen stand der 83-Jährige dem ausführenden Studio beratend zur Seite.

Dieses Bild hätte Churchill wohl nicht gefallen.
Dieses Bild hätte Churchill wohl nicht gefallen.(Foto: kwe)

Von Computern habe er wenig Ahnung, schreibt die "Washington Post". Allerdings habe er den Entwicklern in seiner typisch ruppigen Art Memos mit Verbesserungswünschen diktiert. Aber was für ein Spiel könnte auf das Wissen eines angriffslustigen Republikaners angewiesen sein? Ein Kriegsspiel? Nein, ein Kartenspiel.

1973 arbeitete der umstrittene Politiker als US-Botschafter bei der NATO in Brüssel. In dieser Zeit lernte er einen belgischen Diplomaten kennen, der ihm eine spezielle Version des beliebten Kartenspiels Solitaire beibrachte. Angeblich hatte sie der Belgier während des zweiten Weltkriegs in seinem Londoner Exil von Winston Churchill gelernt. Dem britischen Premier soll die normale Spielweise zu einfach gewesen sein, weswegen er sich eine kniffligere Version ausgedacht haben soll.

Teuflische Sechs

Churchill Solitaire wird grundsätzlich ähnlich wie das von Windows bekannte und beliebte Gratis-Spiel gespielt. Es geht darum, ausgeteilte Karten auf acht Feldern in der Siegeszone in der richtigen Reihenfolge vom Ass bis zum König zu stapeln. Das Besondere in dieser Version sind die "teuflischen" sechs Karten. Sie dürfen nicht wie die anderen Karten über das Spielfeld sortiert werden, sondern müssen direkt in die Siegeszone gelegt werden, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Nur wenn alle sechs platziert werden können, gewinnt der Spieler.

Eingebettet ist das Spiel in eine Rahmenhandlung, in der jedes Level für einen Abschnitt von Churchills Karriere steht. Start ist im Jahr 1893, in der der junge Winston als Cadet das Royal Military College in Sandhurst besuchte. Zackige Soldatensprüche dürfen dabei ebenso nicht fehlen, wie beim Start der App ein mit Churchchills berühmter Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede hinterlegtes Kriegsvideo. Alles auf Englisch, eine deutsche Übersetzung gibt's nicht.

Man kann zu Rumsfeld stehen, wie man will - das Spiel, das unter seiner Mitwirkung entstand, ist nicht schlecht. Solitaire-Freunde dürften von der Herausforderung und der netten Aufmachung sogar begeistert sein. Was nervt, sind die In-App-Käufe. Nur drei Deals stehen zum Ausprobieren gratis zur Verfügung. Die Premium-Version mit allen Funktionen kostet rund 5 Euro. Außerdem kann man gegen Extra-Bezahlung weitere Züge rückgängig machen oder zusätzliche Hinweise erhalten.

Quelle: n-tv.de

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