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Autoclub investiert auch in Immobilien ADAC baut Villa für Hessen-Geschäftsführer

Als "Geldanlage" baut der ADAC ein Mietshaus für einen seiner Geschäftsführer in vornehmer Wohngegend. Kostenpunkt: Eineinhalb Millionen Euro, errichtet nach den Vorstellungen des Managers, bezahlt von Mitgliederbeiträgen.

Der ADAC-Regionalclub Hessen-Thüringen hat eine Villa für Geschäftsführer Andreas Hartel bauen lassen. Das Haus sei nach seinen Vorstellungen errichtet worden, sagte Hartel der "Bild"-Zeitung. Es sei aber auch darauf geachtet worden "dass es jederzeit anderweitig vermietet werden könnte". Der Vorsitzende des Regionalclubs, Matthias Feltz, erklärte, der Verein habe die Immobilie als Geldanlage erworben. "Der vorherige Vorstand hat es Herrn Hartel ermöglicht, als Mieter in das Objekt einzuziehen", sagte Feltz dem Blatt.

"Bild" berichtete unter Berufung auf Grundbuchauszüge, das 2008 gebaute, 190 Quadratmeter große Haus stehe auf einem 800 Quadratmeter großen Grundstück. Der ADAC-Geschäftsführer sei 2009 mit seiner Ehefrau in den Neubau eingezogen. Nach Expertenschätzungen liege der Wert der Immobilie bei mindestens 1,5 Millionen Euro. Hartel sagte der Zeitung, er zahle monatlich 3230 Euro Kaltmiete. "Eine Lohnsteuerprüfung 2012 hat ergeben, dass mir aus dem Mietverhältnis kein Vorteil entsteht."

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur, kritisierte den Besitz der Immobilie. "Das passt nicht zu einem eingetragenen Verein. Der ADAC verfährt nach der Salamitaktik und liefert die Wahrheit allenfalls scheibchenweise", sagte Lange der Zeitung. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, forderte Aufklärung. "Der Verein muss nun für Transparenz sorgen. Auch über personelle Konsequenzen muss nachgedacht werden", erklärte Hofreiter. Und ADAC-Kritiker Ferdinand Dudenhöffer meint: "Der ADAC vermittelt den Eindruck, er wäre ein Selbstbedienungsladen. Wohnimmobilien sind weder im Interesse der Mitglieder noch der Steuerzahler oder der Politik, die dem ADAC Steuerprivilegien einräumt."

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP

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