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Millionenschweres Minus ADAC erwägt Beitragserhöhungen

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An den Leistungen will der ADAC nicht sparen.

(Foto: imago/imagebroker)

Mehr als 20 Millionen Mitglieder hat der ADAC. Doch deren Beiträge allein können Pannenservice und laufende Kosten nicht decken. Trotz etlicher Einsparungen sind höhere Forderungen an die Autofahrer wohl unumgänglich.

ADAC-Präsident August Markl bereitet die fast 21 Millionen Mitglieder des Vereins auf eine mögliche Beitragserhöhung im nächsten Jahr vor. Der ADAC habe im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro ausgewiesen, sagte Markl der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Im Vorjahr lag das Minus bei acht Millionen, 2016 bei 328 Millionen Euro.

Der ADAC gewinnt zwar ständig mehr Mitglieder hinzu - Ende April waren es 20,84 Millionen - die Kosten sind laut Markl aber höher als die Beitragseinnahmen. Sie waren zuletzt 2014 erhöht worden. Derzeit zehrt der Lobbyverein von der Substanz: 814 Millionen Euro aus Mitgliedsbeiträgen reichen nicht, um Pannenhilfe, Dienstleistungen, Veranstaltungen und Personal zu bezahlen. Jedes neue Mitglied sorge für einen negativen Deckungsbeitrag von 3,80 Euro, sagte Markl weiter. Die Hilfeleistungen hätten im vergangen Jahr 634,5 Millionen Euro verschlungen, andere Kosten seien nach oben geschnellt.

"In diesem Jahr bleiben die Beiträge auf jeden Fall stabil", sagte Markl. Auch eine Reduzierung der Leistung, etwa Einsparungen bei den 1737 Straßenwachtfahrern, werde es nicht geben: "Wir sparen nicht am Mitglied."

Auf der am Samstag beginnenden Hauptversammlung steht eine Beitragserhöhung nicht auf der Tagesordnung. Für November ist eine außerordentliche Hauptversammlung geplant. "Das Zukunftsprogramm soll im Jahr 2020 für eine schwarze Null im Verein sorgen", sagte Markl. Der ADAC müsse sparen und in Digitalisierung investieren.

Bei der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt" will der ADAC 40 Millionen Euro einsparen - sie soll ab 2020 nur noch viermal jährlich erscheinen, außer Haus von einem großen Verlag produziert und ausgelegt statt mit der Post verschickt werden.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/AFP

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