Auto

Mehr als Tour und Touristik C-Klasse T-Modell - Sportfreund oder Sparfuchs

DSC_0007.JPG

Ab September wird das T-Modell der C-Klasse bei den Händlern stehen.

(Foto: Holger Preiss)

Kombis sind bis dato ein europäisches Phänomen. Obwohl die Chinesen die "Pampersbomber" gerade für sich entdecken sollen. Insofern ist es gar nicht schlecht, dass das neue T-Modell der C-Klasse nicht nur stylish vorfährt, sondern auch sonst noch einiges zu bieten hat, was in dieser Klasse bisher kein Standard war.

Als Mercedes mit dem ersten T-Modell, dem S 123, um die Ecke fuhr, da stand das T noch für Tour und Touristik. Eigentlich ist das heute noch so, denn mit dem neuen T-Modell der C-Klasse kann man natürlich auch fantastisch touren und auf Urlaubsreisen seinen touristischen Neigungen folgen. Das allerdings auf ganz anderem Niveau als noch im Jahr 1975. Über elf Jahre wurde der S 123 gebaut und gehört heute zu den meistverkauften Mercedes-Modellen überhaupt. Aber auch der Vorgänger des neuen T-Modells erfreut sich vor allem in Europa größter Beliebtheit. Allein im letzten Jahr verkauften die Stuttgarter 50.000 Einheiten. Seit 2007 waren es sogar 400.000 Stück.

Einstieg ab 35.000 Euro

DSC_0993.JPG

Zum Urmodell S 123 hat sich beim neuen C-Klasse T-Modell sehr viel verändert.

(Foto: Holger Preiss)

Dass Mercedes an diese Erfolgsgeschichte anknüpfen möchte, ist selbstverständlich. Dafür hat man das Lastenheft für das neue T-Modell auch ordentlich aufgepumpt. Allein die verfügbaren Sicherheitssysteme, die dem ganz großen Bruder, der S-Klasse, entlehnt sind, haben einen beachtlichen Umfang angenommen. Bereits in der Grundausstattung für 35.224 Euro wartet das T-Modell mit einem Kollisionswarner inklusive adaptivem Bremsassistenten auf. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass das System in Gefahrensituationen nach einer optischen und akustischen Warnung bei ausbleibender Reaktion des Fahrers eine Notbremsung einleitet.

Wer will, kann diesen Helfer für 1148 Euro mit einem Abstandsregeltempomaten koppeln, der bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h die Distanz zum Vordermann hält und automatisch bis zum Stillstand des Fahrzeugs abbremst und auch wieder anfährt. Eine besonders auf langen Autobahnfahrten und im Stau lohnenswerte Investition. Noch etwas mehr offeriert Mercedes im Fahrassistenzpaket Plus. Hier ist für 2500 Euro neben den erwähnten Helferlein auch noch ein Kreuzungsassistent enthalten, der auch auf Fußgänger und Querverkehr reagieren kann. Serie sind der Müdigkeitswarner und der ab 2015 verbindliche Notrufknopf im Fahrzeughimmel.

DSC_0903.JPG

Wer die Rückbank umlegt, hat eine Ladefläche von 1510 Litern zur Verfügung.

(Foto: Holger Preiss)

Doch zurück zum Thema Kombi. Die erste Frage, die der Fachmann hier stellt, ist die nach dem Ladevolumen. Das hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur marginal verändert. Um ganze 5 Liter ist das Gepäckabteil nun auf 490 Liter gewachsen. "Das Volumen stand für uns nicht im Vordergrund", so Christian Früh, Entwicklungschef der C-Klasse. Natürlich legte man Wert darauf, dass die alltäglichen Dinge auch weiterhin in einem T-Modell verschwinden. Dazu gehört zum Beispiel auch eine Waschmaschine, die mit vereinten Kräften locker über die lediglich 57 Zentimeter hohe Ladekante gewuchtet werden dürfte und bei komplett umgelegter Rückbank in den 1510 Litern auf einer planen Fläche zu liegen kommt. Bei einer Gesamtzuladung von 575 Kilogramm darf es hier auch gern ein älteres Modell sein. Das Umlegen der nunmehr dreigeteilten Fondrückenlehne im Verhältnis 40/20/40 ist ein Kinderspiel. Entweder erfolgt sie elektrisch über zwei Knöpfe im Kofferraum oder jeweils neben den Rückenlehnen nach dem Öffnen der hinteren Türen.

Wo sind die neun Zentimeter Wachstum?

DSC_0898.JPG

Gewinner der 9 Zentimeter mehr, die dem T-Modell gegönnt wurden, sind die Fond-Passagiere.

(Foto: Holger Preiss)

Doch wenn das T-Modell nun, wie das Datenblatt ausweist, um 9 Zentimeter gewachsen ist, bleibt die Frage, wo der so entstandene Raum hingekommen ist. Gewinner sind hier vor allem die Passagiere in der zweiten Reihe. Für sie heißt es jetzt 4,5 Zentimeter mehr Kniefreiheit und auch der Platz für den Kopf hat zugelegt. Das hört sich nicht viel an, ist aber deutlich spürbar. Doch der Komfort hat noch an anderer Stelle zugelegt. Durch den 8,0 Zentimeter größeren Radstand hat der Benz eine ausgezeichnete Straßenlage bekommen. Der Schwerpunkt wurde niedriger und damit auch das Kurvenverhalten deutlich verbessert. Das dürfte im Zusammenspiel mit der sehr ausgewogenen Lenkung auch passionierten Sportfahrern entgegenkommen, die im neuen T-Modell die Wahl der vier Fahrmodi Comfort, Sport, Sport+ oder einer individuell gewählten Einstellung haben. Unterstützt wird das noch von der Airmatic, der Luftfederung. Für 1416 Euro extra gibt es hier ein Fahrwerk mit Rundum-Niveauregulierung, die auch bösartige Querfugen und Kopfsteinpflaster vergessen macht und das T-Modell auch bei Zuladung auf Höhe hält.

Zum Start fünf Motoren

Wie sportlich es vorangeht, hängt natürlich vom Motor ab. Zum Marktstart im September werden zunächst fünf Motorisierungen angeboten: drei Benziner mit einem Leistungsband von 156 bis 211 PS und zwei Diesel mit 170 und 204 PS. Die beiden Top-Triebwerke, die ob ihrer jeweiligen Potenz auch schon mal zum sportlichen Fahren einladen, wird es nur mit 7-Gang-Automatik geben. Die wiederum glänzt inzwischen mit butterweichen Übergängen und bestätigt auch hier Entwicklungschef Früh, dessen Ziel es war, "das Fahrzeug ausgewogen zu machen". Ausgewogen ist auch der Umstand, dass alle Motoren die Euro-6-Norm erfüllen.

DSC_0890.JPG

Der Innenraum ist schick, hochwertig und aufgeräumt.

(Foto: Holger Preiss)

Bei den Leistungsdaten unterscheiden sich der Spitzen-Diesel C 250 Bluetec und Spitzen-Benziner C 250 kaum noch. Der Selbstzünder drückt 500 Newtonmeter auf die Hinterachse, der Benziner bringt es bei 7 PS mehr immerhin auf 350 Newtonmeter maximales Drehmoment. Allerdings liegen die schon bei 1200 Umdrehungen an. Die Spitze liegt beim Bluetec bei 241 km/h, beim C 250 bei 244 km/h und den Spurt auf Tempo 100 absolvieren beide unter 7,0 Sekunden. Selbst der Spritverbrauch schwankt laut Mercedes lediglich um 1,1 Liter, die der Benziner mit 5,6 Litern mehr konsumiert. Insofern ist die Entscheidung hier wohl eher eine Glaubens- oder Geldfrage. Der Grundpreis des C 250 liegt bei 42.602 Euro, der für den großen Diesel bei 45.696 Euro. Wer es beim Verbrauch sparsamer möchte, der muss bis Dezember warten.

Hybrid oder Kampfmaschine

DSC_0930.JPG

In Zukunft fährt das T-Modell auch als Plug-in-Hybrid.

(Foto: Holger Preiss)

Dann wird Mercedes den C 300 Bluetec Hybrid in die Dieselreihe stellen. Die Nomenklatur ist hier etwas verwirrend. Wird der Hybrid doch von dem gleichen Triebwerk befeuert wie der große Diesel. Also von einem 2,1 Liter Vierzylinder, der besagte 204 PS generiert. Hinzu kommt hier aber ein Elektromotor, der zusätzlich 27 PS zur Verfügung stellt. Das reicht, um rein elektrisch bis auf knapp 20 km/h zu beschleunigen, dann schaltet sich sofort der Verbrenner zu. Insofern fungiert der Strommotor lediglich als eine Art Anschieber. Sparpotenzial gibt es so gesehen eher im permanenten Stadtbetrieb. Auf Landstraßen und Autobahnen wird lediglich geboostet. Im Schnitt versprechen die Stuttgarter einen Verbrauch von 3,8 Litern auf 100 Kilometer.

Was der C 300 Bluetec Hybrid kostet, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall weniger als der für Mitte kommenden Jahres geplante C 350 Plug-in-Hybrid mit einem 211 PS leistenden Vierzylinder Benziner und einem Elektromotor, der 68 PS zur Verfügung stellt. Mit dem können dann auch bis zu 30 Kilometer rein elektrisch zurückgelegt werden. Sparfüchse müssen sich hier aber auf einen auf 370 Liter beschränkten Kofferraum einlassen, weil über der Hinterachse der Akku liegt.

Tröstlich ist, dass die Ladefläche bei umgelegter Rückenlehne ohne Absatz bleibt. Abseits aller gezählten Liter verspricht Entwicklungschef Früh aber bereits für Dezember 2014 eine T-Modell-Kampfmaschine. Noch bevor die Kollegen von AMG ab Februar 2015 Hand an den Kombi legen, wird der C 400 4matic auf die Straße rollen. Befeuert wird der von einem V6 Benziner, der mit 333 PS zur Sache geht. Allerdings wird auch hier über den Preis noch Stillschweigen bewahrt.

Total vernetzt

Egal, für welche Motorisierung sich der Käufer entscheidet, innen und außen erwartet ihn ein frisches Design, das in puncto Wertigkeit und Lifestyle den neu gesetzten Maßstäben der Stuttgarter absolut gerecht wird. Auch beim T-Modell kann sich der Kunde zwischen dem klassischen Stern auf der Haube oder für einen sportlich im Kühlergrill platzierten Zentralstern entscheiden. Entscheiden kann er sich auch für eine umfassende Vernetzung, in Verbindung mit Command Online, indem für 3500 Euro auch ein Navi mit "Live-Traffic", WLAN-Hotspot-Funktion, CD/DVD-Laufwerk, zwei USB-Schnittstellen, Audiostreaming und 10 GB internem Speicher zur Verfügung stehen. Command Online ist auch die Grundlage für Mercedes "connect me", das die Möglichkeit zu einer umfänglichen Vernetzung zwischen Fahrer und Fahrzeug bietet. Fahrzeugstatus, Standort, Abfrage der Mercedes-Apps oder Remote-Funktionen für den Plug-in-Hybrid können so über das Smartphone gesteuert werden.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.