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"Gentlemen, start your engines!" F1 2015 - Die Chance, die Formel 1 zu drehen

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In der wirklichen Formel 1 ist Lewis Hamilton der Spitzenreiter. In F1 2015 kann der Spieler das Blatt aber wenden.

Wer die Formel 1 im Augenblick nur semi-spannend findet, kann jetzt ordentlich am Rad drehen und seine ganz eigene Rennserie starten. Codmasters bringt noch vor dem Ende der Saison seinen neuen Titel "F1 2015" auf den Markt. In jedem Detail realistisch wie die echte Königsklasse, nur der Ausgang hängt ganz von Ihnen ab.

Noch läuft die Formel-1-Saison, aber das Ergebnis scheint bereits jetzt klar zu sein. Einer der beiden Silberpfeile wird wohl wie in der vergangenen Saison das Rennen machen. Laaaangweilig, tönt es da fast unisono aus den Mündern der Fans. Na gut, die Jahre davor waren mit der Dominanz von Red Bull und Sebastian Vettel im Cockpit auch nicht spannender. Da ist es doch gut zu wissen, dass es seit 2009 ein Rennspiel von Codemasters gibt, das Gameplayer in die Lage versetzt, die Saison zu drehen, und vielleicht sogar selbst zum Weltmeister der Königsklasse zu werden.

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Die neue Bildqualität ist ein echter Quantensprung im Spiel.

Waren die Spiele damals noch für Wii und PSP, stieg man später auf die leistungsstarken Konsolen um. Und so ist es auch geblieben. Wenn das neue F1 2015 am 10. Juli auf den Markt kommt, wird es für die PlayStation 4, die Xbox One und PCs zu haben sein. Kostenpunkt? Knapp 70 Euro muss der Rennenthusiast über die Theke reichen oder etwas mehr, wenn es die Spezialedition im Metal Case mit zusätzlichen Tipps und Tricks sein soll.

Voll real mit Heiko Wasser

Aber auch ohne die Metallbox bekommt der rasende Gamer alles, was das Herz eines Formel-1-Racers höher schlagen lässt. Die Grafik ist noch realistischer als bei den vorhergehenden Spielen, wobei an dieser Stelle sogar von einem Quantensprung gesprochen werden kann. Das ist auch wichtig, da die gesamte Darstellung und Wahrnehmung des Spiels wesentlich stärker auf den Blickwinkel der TV-Präsentation ausgerichtet wurde. Dem entspricht auch der Umstand, dass Heiko Wasser, wie bei den Formel-1-Rennen auf RTL, das Geschehen im Spiel kommentiert.

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Regenrennen mit fliegender Gischt und entsprechenden Reaktionen der Boliden.

Und da vor allem Realität bei F1 2015 groß geschrieben wird, sind selbstredend auch die Fahrzeuge an die echten Boliden angepasst worden. Fahrphysik, Handling und Dynamik geben dem Spieler bei der Fahrt mit dem virtuellen Racer noch mehr das Gefühl, tatsächlich im Cockpit zu sitzen. Vor allem die Details haben eine aufwendige Überarbeitung erfahren. Da ist die wesentlich natürlichere Drehbewegung der Räder auf dem Asphalt, Kleinigkeiten wie das sogenannte Graining, also die Körnung des Reifens, werden jetzt auch für den Piloten sichtbar. Hinzu kommt ein neues Feedback-System, das den Zustand der Reifen noch besser an die Fahrer und Renningenieure vermittelt. Jedes Cockpit ist bis ins Detail seinem echten Original nachempfunden.

60 Frames für die virtuelle Realität

Auch die Wetterbedingungen wurden verfeinert. Tropfen legen sich auf das Visier des Fahrers, die Gischt spritzt jetzt noch mal realistischer bei Regenfahrten und die Handgriffe und Bewegungen der Crew, zum Beispiel beim Reifenwechsel in der Box, sind runder und kaum noch von den  Rennaufnahmen im Fernsehen zu unterscheiden. Kein Wunder, denn hier wird das Geschehen mit einer geschmeidigen Bildwiederholrate von 60 Frames pro Sekunde wiedergegeben. Auch der Zugriff auf die Settings des Fahrzeuges wurde näher an die im echten Rennen angepasst. Dem Fahrer wird hierzu in der Box ein Tablet gereicht, über das er die Fahreigenschaften seines Boliden je nach Wunsch verändern kann. Dazu gehört die Einstellung des Anpressdrucks über die Veränderung der Spoiler ebenso wie Systemleistung, Federweg oder ganz banal Reifendruck.

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Der wichtigste Mann im Rennen ist neben dem Fahrer der Renningenieur.

Eines der wichtigsten neuen Features ist aber die Interaktion mit dem Renningenieur während der Fahrten. Egal, ob freies Training, Qualifying oder Rennen, der Mann hat immer ein Ohr für seinen Piloten. Das geht mit dem entsprechenden Equipment so weit, dass der Spieler Fragen stellen oder antworten kann, um dann eine entsprechende Reaktion zu erhalten. Auch diese Interaktion trägt wesentlich zur Erhöhung des Realitätsgehalts des Spiels bei. Auch die Taktik während eines Rennens ist planbar. Reicht ein Boxenstopp? Gibt es eine Alternative, wenn es nicht so läuft, wie gedacht? Muss ich wegen widriger Wetterbedingungen auf entsprechende Pneus umsteigen? Es gibt eigentlich nichts im Spiel, was es im wirklichen Rennen nicht gibt. Bis hin zum Motorschaden, Plattfuß oder ein das Rennen beendender Crash.

Kein Mario Kart

Bleibt noch zu klären, wie sich die Boliden fahren lassen. Nun, wie üblich kann der Flitzer über ein teures Lenkrad gesteuert werden oder über den Controller. Da die Mehrzahl der User eher mit der den Konsolen beigefügten Steuerung unterwegs sein wird, wurde das Handling deutlich vereinfacht. Wer sich jetzt allerdings einbildet, so ein virtueller Formel-1-Renner würde sich wie ein Mario Kart steuern, der muss enttäuscht werden. Ein gewisser Anspruch ist hier schon gegeben. Im Einsteiger-Modus wird die Ideallinie gezeigt, es gibt Unterstützung beim Einlenken in die Kehre und auch der Bremspunkt wird hier vom System gesetzt. Dennoch wird grobe Fahrlässigkeit geahndet. Wer gegen die Bande fährt, verliert seinen Front-Spoiler, das bedeutet mangelnde Traktion und weniger Speed.

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Auch ein realistisches Bild: Regentropfen auf dem Visier.

In einer ersten Runde musste der Tester erleben, wie er in einem Silberpfeil selbst von einem Alonso im McLaren Honda überrundet wurde und auf dem letzten Platz landete, mit fast 30 Sekunden Rückstand auf den Vordermann. Einzige Genugtuung an dieser Stelle konnte sein, dass in der Testversion das Team von Marussia noch fehlte. Das wäre vielleicht noch schlechter gewesen. Na ja, Einbildung ist auch eine Bildung. In der Vollversion sollen jedenfalls auch Will Stevens und Roberto Merhi am Start sein. Dennoch muss sich der Anfänger jetzt nicht fürchten. Wer will, kann die Saison auch im Karrieremodus fahren und sich von einem Team wie Marussia in ein Ferrari- oder Mercedes-Cockpit kämpfen. Oder er besetzt als absoluter Siegertyp, zum Beispiel als Lewis Hamilton, ein Spitzencockpit. Aber Achtung, auch hier hängt alles an den Fähigkeiten des Spielers. Ein Garant für den ersten Platz ist auch der Name nicht.

Spannender als die echte Formel 1

Und genau das ist es, was F1 2015 letztlich so spannend macht. Die reale Saison ist hier nur Beiwerk. Wer will, kann über mehr als 20 Strecken auch einen Nico Hülkenberg zum WM-Titel tragen. Wie er das letztlich macht, hängt vom fahrerischen Können ab. Die größte Herausforderung dürfte hier die neue Profi-Saison sein. Das ist die Stufe mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad und entspricht in etwa dem, was ein Formel-1-Pilot leisten muss. Hilfen wie Fahrassistenten oder Hinweise auf zu schnelle Kurveneinfahrten oder die schon erwähnten Brems- oder Einlenkpunkte gibt es hier nicht mehr. Natürlich kann auch der Spaß-Spieler diesen Modus mal probieren, sollte dann aber nicht frustriert sein, wenn er mehr im Kiesbett als auf der Strecke unterwegs ist.

Besser ist es,  sich in den neuen Online Practice Sessions kontinuierlich zu verbessern. Dann ergibt es auch Sinn, seine Freunde im Online-Mehrspielermodus herauszufordern und ihnen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und noch etwas: Als Bonus-Inhalt bietet F1 2015 eine voll spielbare Version der FIA Formula One World Championship 2014. In diesem Sinne: "Gentlemen, start your engines!"

Quelle: n-tv.de

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