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Akkreditierungen gestoppt Kfz-Prüfern droht Verlust der Zulassung

Die Kfz-Sachverständigen vom TÜV stellten zwischen Juli 2014 und Juni dieses Jahres bei 22,6 Prozent der Fahrzeuge erhebliche Mängel fest. Foto: Jörg Carstensen

Die Deutsche Akkreditierungsstelle bemängelt die Hauptuntersuchungen von TÜV, Dekra, GTÜ und allen anderen Prüforganisationen.

(Foto: dpa)

Die Akkreditierungsstelle sieht bei der Arbeitsweise der Kfz-Prüfstellen erhebliche Mängel und setzt ihre Zulassungen aus. Damit steht das gesamte System der Hauptuntersuchung auf dem Spiel. Droht Kfz-Haltern nun landesweites Chaos?

Die Deutsche Akkreditierungsstelle mit Sitz in Berlin bemängelt einem "Spiegel"-Bericht zufolge die Hauptuntersuchungen von Tüv, Dekra, GTÜ und allen anderen Prüforganisationen. Die Stelle "teilt mit, dass sie mit Datum vom 10.12.2015 für alle amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen die Akkreditierung ausgesetzt hat", wird ein internes Dokument zitiert. Hintergrund der Entscheidung sind demnach Vorwürfe, dass die Prüfer ihre Arbeit mit Messgeräten nicht ordnungsgemäß dokumentiert hätten.

Die betroffenen Prüfgesellschaften erhielten laut "Spiegel" in den vergangenen Wochen entsprechende Bescheide. Sie sind demnach noch nicht in Kraft getreten - erst dann sind die zuständigen Behörden der Länder "gezwungen", den Prüfern die Anerkennung zu entziehen. In dem Kurzprotokoll eines Arbeitskreistreffens von Vertretern der Stelle und der Verkehrsministerien von Bund und Ländern wird gewarnt: "Ein Widerruf der amtlichen Anerkennung für alle in Deutschland anerkannten Überwachungsorganisationen würde das System der Hauptuntersuchung in Deutschland zusammenbrechen lassen."

Nicht nach dem "Stand der Technik kalibriert"

Im Sommer hatte der Chef der Akkreditierungsstelle, Norbert Barz, dem Bericht zufolge zahlreiche Verkehrsminister der Länder in einem Brief auf die Probleme hingewiesen. Unter dem Betreff "Keine zuverlässigen Hauptuntersuchungen gewährleistet" habe er mitgeteilt, Besuche bei den Prüfdiensten hätten ergeben, dass "in erheblichem Umfang" Messgeräte eingesetzt würden, die nicht nach den "einschlägigen Anforderungen" und dem "Stand der Technik kalibriert sind".

Die betroffenen Prüfgesellschaften wiesen dies später zurück. Der Vorwurf, die Zuverlässigkeit der Hauptuntersuchung sei nicht mehr gewährleistet, entbehre "jeglicher Grundlage", zitierte der "Spiegel" aus einer gemeinsamen Erklärung. Alle Messgeräte seien ordnungsgemäß "kalibriert, geeicht oder stückgeprüft".

Der Tüv Nord teilte mit, die Autofahrer könnten sich darauf verlassen, dass die eingesetzten "Instrumente einwandfrei funktionieren". Demnach geht es in den beanstandeten Fällen um Änderungen bei der Dokumentation der Kalibrierung der eingesetzten Messgeräte auf EU-Ebene und die Umsetzung in Deutschland. Es gehe "nicht um die Messgenauigkeit" und die bei der Hauptuntersuchung angewandten Verfahren.

Quelle: n-tv.de, lda/AFP

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