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Mit Methoden der Forensik Kriminaltechnik entlarvt Oldtimer-Fälschung

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Mit dem magnetooptischen Resonanzverfahren kommt der TÜV den Fälschern auf die Spur.

(Foto: Andreas Liebschner)

Wer einen gefälschten Oldtimer kauft, hat sprichwörtlich nicht nur mit Zitronen gehandelt, sondern im Ernstfall auch sehr viel Geld verloren. Um derartige Manipulationen zu erkennen, benutzen Experten inzwischen Techniken aus der Kriminaltechnik.

Auch wenn die Oldtimerpreise im Augenblick nicht mehr in den Himmel steigen, ist die Fälschung von begehrten Modellen immer noch ein einträgliches Geschäft. Das bestätigen auch Fachleute, die in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg von manipulierten Autoklassikern verzeichnet haben. Um den Fälschungen auf die Spur zu kommen, sind unterdessen Methoden wie in der Kriminologie von Nöten. Der TÜV Rheinland entlarvt Veränderungen an Fahrgestellnummern zum Beispiel mit einer Art Röntgenblick.

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Die Veränderung von Eingeschlagenen Ziffern und Buchstaben kann zweifelsfrei festgestellt werden.

(Foto: Andreas Liebschner)

Mit dem sogenannten magnetooptischen Resonanzverfahren kann man Unregelmäßigkeiten im Materialgefüge finden, die auf Fälschungen hindeuten. Dabei dringt ein sehr starkes Magnetfeld tief in das Material ein. Sichtbar wird es dann über einen Filmstreifen und ein Lesegerät. Auch Veränderungen von eingeschlagenen Ziffern und Buchstaben im Metall kann man mit dieser Methode erkennen, zum Beispiel, wenn sich hinter der Ziffer 5 die ursprüngliche 4 verbirgt.

Alles im Köfferchen

"Profis zaubern' in Hightech-Werkstätten beispielsweise aus einem normale 1973er Porsche-F-Modell - Typ T, E oder S - leicht einen der begehrten, seltenen Carrera 2,7 RS, dessen Wert bis zu einer Million Euro betragen kann", so Norbert Schroeder, Leiter des Competence Center Classic Cars beim TÜV Rheinland, und ergänzt: "Obwohl äußerlich identisch, sind die Fahrzeuge von ihrem Wert völlig unterschiedlich, denn nur einer von beiden ist eben ein echter RS mit der Identität des Originals."

Die Technik zum Entlarven der Fälscher steckt in Form eines Laptop in einem kompakten Köfferchen und ermöglicht schnelle und mobile Untersuchungen ohne den mutmaßlichen Preziosen an den Lack zu müssen. Das Verfahren an sich stammt wie schon erwähnt aus der Kriminaltechnik. Forensiker benutzen es, um unter anderen herausgeschliffene Seriennummern bei Waffen zu erkennen.

Ein weiteres Verfahren, um manipulierten Autos auf die Spur zu kommen sind großflächige Röntgenuntersuchungen. Mit der Durchstrahlung des Blechs können großflächige Veränderungen oder nachträgliche Schweißarbeiten sichtbar gemacht werden. Die sogenannte Spektralanalyse lässt ferner Rückschlüsse auf das Alter der verwendeten Materialien zu. Neu aufgebaute oder veränderte Fahrzeuge können auf diesem Weg zweifelsfrei identifiziert werden, verspricht der TÜV Rheinland.

Quelle: n-tv.de, hpr

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