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Die Zukunft der V-Klasse in Genf Mercedes V-ision e jagt T5 im Luxusmodus

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Das Concept V-ision e ist für Mercedes die nächste Stufe der V-Klasse.

Konzeptfahrzeuge sind der Blick in die Zukunft. So auch die in Genf gezeigte V-ision e von Mercedes. Die aufgewertete V-Klasse wird zum ökologischen Luxusjäger des VW T5. Doch wie viel wird in einem Serienmodellen übrig bleiben?

Es ist schwierig, auf dem Genfer Autosalon noch echte Neuheiten zu finden. Die Hersteller haben sich in der Bekanntgabe dessen, was am Lac Lémon geboten wird, im Vorfeld förmlich übertroffen. Insofern wirken die Premieren fast ein wenig aufgesetzt. Wer also bei der Frühlingsmesse der Autoindustrie Neues entdecken will, der muss seinen Blick auf die Konzeptautos richten. So wie beispielsweise auf das Concept V-ison e von Mercedes-Benz. Kurz nachdem die Stuttgarter ihre V-Klasse zum echten VW T5-Jäger gemacht haben, wird mit dem Konzeptauto noch eine Schippe draufgepackt.

333 PS und 50 Kilometer rein elektrisch

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Bis zu 50 Kilometer soll die V-ision e rein elektrisch zurücklegen können.

Dabei stehen zwei Ideen im Mittelpunkt: ein umweltfreundlicher und dennoch kraftvoller Vortrieb und natürlich moderner Luxus. Deswegen wurde der V-ision e auch das Doppelherz bestehend aus einem Verbrenner und Elektromotor implantiert, das bereits seine Arbeit im C 350 e verrichtet. Die Systemleistung verspricht satte 333 PS und generiert im Zusammenspiel ordentliche 600 Newtonmeter Drehmoment. Das bedeutet, dass das Concept V-ision e in 6,1 Sekunden auf Tempo 100 sprintet und damit noch einmal deutlich schneller ist als die aktuelle Top-Motorisierung, der V 250 Bluetec. In der Spitze bringt es die V-Klasse mit Hybridantrieb auf 206 km/h. Beim Kraftstoffverbrauch verspricht das auf dem Rollenprüfstand erzielte Ergebnis weniger als 3,0 Liter auf 100 Kilometer.

Der Clou für ein Fahrzeug dieser Größenordnung ist aber die elektrische Reichweite. Bei einer Geschwindigkeit von maximal 80 km/h soll die Großraumlimousine bis zu 50 km nur von der Batterie getrieben fahren. Das bedeutet, dass tägliche Kurzstrecken beispielsweise zur Arbeit oder mit den Kindern zum Sport völlig emissionsfrei zurückgelegt werden können. Ob sich das auch im Stadtverkehr unter alltäglichen Bedingungen erreichen lässt, muss die Praxis erweisen, aber allein der Gedanke klingt verlockend. Als elektrischer Energiespeicher dient ein Hochvolt-Lithium-Ionen-Akku mit einer Gesamtkapazität von 13,5 kWh. Er wurde in einem verkleideten Stahlblechgehäuse im Kofferraum verbaut. Aufgrund des Raumangebots der V-Klasse beeinflusst der Akkumulator das Ladevolumen und die Variabilität der Innenraumnutzung kaum. Laden lässt sich die Batterie in nur zwei Stunden an einer Wallbox, einer öffentlichen Ladesäule oder an einer haushaltsüblichen Steckdose. Dann beträgt die Ladezeit allerdings knapp fünf Stunden.

Nicht nur schicker Tand

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Mehr Luxus als die V-ision e kann wahrscheinlich nicht mal der Maybach bieten.

Konzeptfahrzeuge sollen aber immer ein bisschen mehr bieten als es die späteren "Normalos" tun. Deshalb hat Mercedes natürlich auch bei der V-ision e optisch und beim Interieur noch ein wenig dicker aufgetragen. Das Konzeptfahrzeug präsentiert sich in einer designo titanium alubeam Lackierung. Das wirkt auf den ersten Blick fast ein wenig unterkühlt, entwickelt aber seinen Reiz, wenn je nach Lichteinfall ganz unterschiedliche Farbnuancen und Schattierungen entstehen. Außerdem wurde der dynamische Eindruck durch sehr sportliche Stoßfänger und Seitenschweller als auch durch einen für diese Fahrzeugklasse nicht gerade typischen Heckspoiler erhöht. Hinzu kommen glanzgedrehte 20 Zöller, die dieser V-Klasse etwas Athletisches geben.

Das ist natürlich Tand. Ebenso wie die komplett weiße Innenausstattung, die sich scheinbar schwebend über dem dunklen Boden aus echtem Nussbaumholz erhebt. Die Sitze, Tür- und Seitenverkleidungen als auch die Instrumententafel und der Innenhimmel sind mit Nappa überspannt. Akzente werden mit farbigen Randverstärkungen und Nähten gesetzt. Um das alles ins richtige Licht zu setzen, gibt es noch eine entsprechende Ambientebeleuchtung, die in drei Farbtönen und in fünf Stufen dimmbar den Raum stimmungsvoll illuminiert. Wer das natürlich im Lichte der Alltagstauglichkeit betrachtet, schlägt die Hände vor den Kopf. Aber schick sieht es doch aus.

Spa im Fond

Wichtiger für die Praxis ist da schon das riesige Panoramadach, das zweigeteilt fast den gesamten Wagen überspannt. Sollte es geöffnet anfangen zu regnen, schließt es dank Regensensor sofort. Auch bei Einfahrt in einen Tunnel wird es automatisch geschlossen, um Geruchs- und Schadstoffbelastungen weitgehend aus dem Fahrgastraum fernzuhalten. Um der V-Klasse noch mehr den Charakter der Business-Limousine zu geben, wurde im Concept Car auch die Bestuhlung verändert. Die zwei Einzelsitze im Fond lassen sich wie in der S-Klasse elektrisch in eine Liegeposition bringen. Selbstredend wird das Gestühl je nach Wunsch in drei Stufen belüftet oder beheizt. Wenn es nottut, kann auch der verspannte Rücken massiert werden. So durchknetet, kann an die Arbeit zurückgekehrt werden. Zwei ausklappbare Tische in den Rückenlehnen von Fahrer und Beifahrer sorgen für die entsprechende Auflage für Tablet oder Laptop und entsprechende Anschlüsse für die Versorgung mit Strom oder einfach nur für die Übertragung der eigenen Musik vom Smartphone auf die Audioanlage im Fahrzeug.

Konzeptfahrzeuge haben ja immer den leicht bitteren Beigeschmack, dass sie fast nie so in die Produktion kommen, wie sie auf Messen gezeigt werden. Bei der V-ision e darf allerdings getrost davon ausgegangen werden, dass sie über kurz oder lang auf den Markt kommen wird und dann so etwas wie der Luxusjäger des VW T5 ist, der allerdings ebenfalls in absehbarer Zeit vom T6 abgelöst werden soll.

Quelle: n-tv.de

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