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Passion Meeting in Böblingen Mit dem Alfa Romeo 4C zum Raritätentreffen

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Alfa Fans sind treu und scheuen keine langen Wege.

Fanclubs von Automarken und Autotypen gibt es wie Sand am Meer. Einer allerdings widmet sich in seinem Tun einem Auto, dass es auf deutschen Straßen augenscheinlich nicht gibt. Umso überraschender 200 auf einem Fleck zu sehen.

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Ohne Kontrolle geht auch beim Alfa-4C-Treffen nichts.

An der Schranke will man kurz die Papiere sehen und überprüft, ob die Teilnehmer die Verhaltensregeln in gedruckter Form parat haben. Erst dann darf passiert werden und der gelbe Alfa Romeo 4C Spider sprotzelt, trompetet und faucht sich in Richtung Parkplatz. Wer jetzt diese 4C-Massen vor dem Glas-Gebäude sieht, kann nachvollziehen, dass Marco Kehl, Gründer des Alfa 4C-Clubs Schweiz und Initiator dieses Treffens, bei einem solchen Anblick eine zufriedene Miene aufsetzt. Zum Verständnis: Wenn es gut läuft für Alfa, dann werden innerhalb eines Monats vielleicht 20 Exemplare vom 4C in Deutschland neu zugelassen – vom VW Golf können es schon mal 18.000 sein. Hier in Böblingen auf dem Parkplatz des Oldtimer-Mekkas Motorworld stehen nun knapp 200 der raren Alfas.

Selbst eine wenig autoaffine Passantin, die gerade von einem in der Nähe stattfindenden Kongress für Augenärzte kommt, fühlt sich von dem Spektakel angezogen, wundert sich und bekennt, dieses Alfa Romeo-Modell noch nie zuvor gesehen zu haben. Nils aus Stuttgart muss schmunzeln. Er fährt seinen 4C im Alltag und schont den Sportwagen kein bisschen. Aber er schaut neugierig auf die Winterreifen unseres Testwagens und fragt nach Marke und Format – und ob man die Pneus ohne Probleme eingetragen bekomme.

Kein Problem mit langen Fahrten

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Lediglich 900 Kilogramm wiegt der Alfa Romeo 4C.

Besitzer, die mit dem seltenen und ebenso rasanten Sportler bei Wind und Wetter rausfahren, sind die Ausnahme. Andreas und seine Ehefrau Doris, eigens aus Wien angereist, holen ihren 4C dagegen nur zu besonderen Anlässen aus der Garage. Dennoch kommt ihnen keine andere Marke als Alfa ins Haus. Für den Alltag, darf es dann aber eher der bodenständige 156 Sportwagon sein. Mit langen Anfahrten haben die hier erschienenen 4C-Liebhaber kein Problem. Aus dem Vereinigten Königreich sind sie ebenso ins Schwabenländle gereist, wie aus dem Norden Deutschlands oder Italien. Wer das kompromisslose Fahrwerk und die lauten Innenraumgeräusch nicht scheut, kann mit einem 4C auch lange Strecken zurücklegen.

Denn eigentlich ist dieser Alfa eine pure Fahrmaschine. Wer denkt, hier wehe angesichts eines 240 PS starken 1,8-Liter-Vierzylinder nur ein lauer Wind, hat sich mächtig getäuscht. Der teils aus Kohlefaserverbundstoff gefertigte Italiener ohne Servolenkung bringt gerade einmal 900 Kilogramm auf die Waage. Kein Wunder, dass sein kleinvolumiger Turbomotor so füllig aus dem Drehzahlkeller schiebt, als sei ein gewaltiger Achtzylinder-Sauger am Werk. Nur das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe wirkt ein bisschen deplatziert, so viel Automatisierung müsste hier nicht sein. Denkt man kurz und freut sich dann doch, dass es sogar einen Tempomat gibt, wenn man ein paar hundert Kilometer am Stück zurücklegt.

Mehr Fan geht nicht

Die Besucher des 4C-Treffens halten sich auch am Nachmittag auf dem Gelände und stellen sich brav für Burger und Getränke an. Ab und zu sägt noch ein 4C vorbei – entweder, weil ein Nachzügler hereinkommt, um das Leichtgewicht mit schwergängiger Lenkung in die Parkmarkierung zu bugsieren, oder weil sich der eine oder andere wieder auf den Heimweg macht. Club-Gründer Marco strahlt und ist sich sicher, nächstes Jahr wieder ein solches Treffen zu organisieren.

Wenn er seine Ärmel hochkrempelt, kommt der „d.n.a.“-Schriftzug zum Vorschein, jener Schalter, dessen Betätigung bei Alfa die Charakteristik von Motor und Automatikgetriebe steuert. Er hat sich diese drei Buchstaben im Original-Design auf den Arm tätowieren lassen. Und er leistet sich gleich zwei Alfa 4C – ein Coupé und einen Spider. Mehr Fan kann man kaum sein. 

Quelle: n-tv.de, Patrick Broich/sp-x

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