Auto

E10 hat trotzdem Imageproblem Motoren nehmen keinen Schaden

Vor einem Jahr war die Aufregung groß. Der neue Ökosprit E10 ist angeblich schädlich fürs Auto. Nun zeigt sich laut ADAC: viel Wirbel um nichts. Doch der Kraftstoff ist häufig weiter ein Ladenhüter - auch, weil viele Fahrer nicht von der Biospritstrategie überzeugt sind.

.jpg

Die Autofahrer wollen sich nicht zwischen Tank und Teller entscheiden.

Rund ein Jahr nach der Einführung des  sieht der ADAC die Angst der Autofahrer um ihre Motoren als komplett unbegründet an. "Uns ist bis heute kein Fall eines technischen Schadens gemeldet worden", sagte Präsident Peter Meyer in Berlin. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) fahren in Deutschland nur drei Millionen Autos regelmäßig mit E10, obwohl fast alle die Benzinsorte vertragen.

Viele Autofahrer scheuen nach wie vor den umstrittenen Kraftstoff. Der E10-Anteil am gesamten Benzinabsatz bleibe mit 13 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurück, sagte Meyer. Geplant waren bis zu 90 Prozent, um die Bioquote zu erfüllen - demnach müssen 6,25 Prozent der fossilen Energie durch Bioenergie ersetzt werden. "Wir müssen die Nutzung von E10 vorantreiben und dazu muss es endlich gelingen, das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten", betonte Meyer.

Politik und Hersteller müssten etwa sicherstellen, dass Biokraftstoffe tatsächlich nachhaltig produziert würden. "Hier besteht eine erhebliche Unsicherheit bei den Autofahrern", sagte Meyer. Die Sorge sei groß, dass für den Anbau von Pflanzen zur Biokraftstoffproduktion natürliche Lebensräume mit hoher Artenvielfalt zerstört und Regenwälder gerodet würden.

Erhebliche CO2-Einsparung

Nach Angaben des VDA lassen sich mit Biosprit die CO2-Emissionen deutlich senken. "Wenn alle Benziner-Pkw, die E10 vertragen, auch mit diesem Biokraftstoff betankt werden würden, könnten in Deutschland jährlich über zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden", erklärte VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig. Zudem werde mit dem Biosprit die Abhängigkeit vom Öl reduziert.

Auch deshalb führt aus Sicht des ADAC kein Weg an E10 vorbei: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Biokraftstoffe brauchen, um unsere CO2-Ziele langfristig zu erreichen", sagte Meyer. Er gehe davon aus, dass der Anteil am Benzinabsatz in den kommenden Jahren zulegen werde. Mit einem Preisabstand von derzeit etwa vier Cent je Liter ist E10 günstiger als der meistgetankte Kraftstoff Super E5, zugleich lässt sich mit E10 aber auch nicht ganz so viel Strecke zurücklegen.

Derweil hat sich die Lage an den deutschen Tankstellen wieder etwas entspannt: Ein Liter Super E10 kostet derzeit dem ADAC zufolge im bundesweiten Durchschnitt 1,640 Euro und damit 2,7 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel habe um 1,5 Cent nachgegeben und koste nun 1,495 Euro je Liter. Die Spritpreise hatten in den vergangenen Wochen mehrfach Rekordwerte erreicht und erneut eine heftige politische Debatte um eine gesetzliche Regelung für die Preisrunden der Mineralölkonzerne ausgelöst.

Quelle: ntv.de, dpa