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Die Quelle des Erfolgs VW adelt "Auto China"

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VW ist unangefochtener Marktführer in der Volksrepublik China und legt dort seit 25 Jahren den Grundstein für die Weltherrschaft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn ab dem 27. April die Öffentlichkeit in die Hallen der Auto China 2012 strömt, wird die Pkw-Messe der chinesischen Hauptstadt in eine neue Dimension gewachsen sein. Nicht wenig geholfen hat dabei ein deutscher Konzern.

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Noch ist der E-Bugster als offener Zweisitzer ein Konzeptauto.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, jetzt ist er erbracht: Mit einer "Volkswagen Group Night" am Vorabend der Ausstellung ist die internationale Auto-Show von Peking in der Welt-Liga angekommen. Der größte Automobilhersteller Europas adelt die Ausstellungen im Reich der Mitte zukünftig mit Präsentationen der Konzernmarken, wie sie seit Jahren auf den Branchen-Shows von Detroit, Genf oder Frankfurt üblich sind. Einen Anlass für eine derartige Premiere hätte es längst gegeben: VW ist unangefochtener Marktführer in der Volksrepublik.

Der Grundstein dafür wurde vor mehr als 25 Jahren gelegt. Inzwischen tragen die zuletzt rund 2,3 Millionen in China produzierten und verkauften Fahrzeuge einen Gutteil dazu bei, dass Volkswagen sein Ziel erreicht, bis 2018 weltgrößter Automobilhersteller zu werden. Derzeit wird im Süden Chinas, in Foshan, eine neue Fertigungsstätte aufgebaut, die nächstes Jahr ihre Arbeit aufnehmen soll. Allein Audi, zuletzt mit 313.000 Einheiten in China erfolgreicher als in Deutschland, will bis 2015 auf 700.000 produzierte Fahrzeuge kommen und damit seinen Absatz im Reich der Mitte mehr als verdoppeln.

Konzerngranden hielten sich fern

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Der Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse setzt noch immer Maßstäbe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Präsentationen der Konzernprodukte, die künftig alternierend in Schanghai und Peking stattfinden werden, sind stets als unterhaltsame Melange aus Business und Entertainment konzipiert. Musik und Akrobatik, Animation und Laser, Choreografie und Fantasiekostüme ließen einen Hauch von Varieté durch den Aquadome im Pekinger Olympiadorf wehen, in dem Konzerngranden wie Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn oder Rupert Stadler zum Erstaunen mancher fehlten.

So blieb es Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg überlassen, den E-Bugster zu präsentieren. Der offene Zweisitzer auf der Basis des VW Beetle ist zwar noch ein Konzeptauto, soll aber die Richtung in emissionsfreie Fahrfreude unter freiem Himmel weisen. Mit 85 kW wird er unterwegs sein und den Anspruch untermauern, den Hackenberg wie folgt umriss: "Wir wollen in jeder Klasse das umweltfreundlichste Auto anbieten".

Erschöpfte Kapazitätswege führen zum "Langen Marsch"

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Die Geländewagenvariante von Lamborghini heißt "Urus".

(Foto: picture alliance / dpa)

Anders als etwa auf den Messen in Detroit oder Los Angeles, auch im Unterschied zu den wichtigen Car-Shows in Paris oder Genf, ist Peking ein Schwerpunkt auf grüner oder Elektromobilität nicht zu erkennen. Mehr aus Gründen der political correctness scheint es berücksichtigt zu werden, nicht so sehr um der Schonung endlicher Ressourcen willen.

Auf dem Weg zum Messegelände konnten die rund 18.000 internationalen akkreditierten Journalisten live beobachten, dass die Einschränkung individueller Mobilität in China wohl weniger durch Kraftstoff-Knappheit als durch Kapazitäts-Erschöpfung der Verkehrswege herbei geführt wird. Der "Lange Marsch" der Schaulustigen, die entnervt ihren Bus verließen und sich zu Fuß zu den Hallen aufmachten, hätte wohl auch beim großen Vorsitzenden Mao gefallen gefunden.

Während ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse wie der Skoda Rapid vor allem auf die wachsende Mittelschicht in der Volksrepublik zielt, zeigte der Wolfsburger Konzern gleichzeitig starkes Interesse an Spieltrieb und Sammel-Leidenschaft der Super-Reichen. Der Bugatti Veyron Gran Sport Vitesse ist die offene Version des 1200-PS-Boliden, der nach wie vor den Tempo-Weltrekord für straßenzugelassene Automobile hält.

Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann war es überlassen, eine lang erwartete Bereicherung des SUV-Segments vorzustellen: "Urus", in der Tradition der Marke erneut der Name einen Kampfstieres, bezeichnet 600 PS starke Geländewagen-Variante mit dem Lamborghini-Logo. Es sei noch keine Entscheidung zur Serienfertigung gefallen, versuchte Winkelmann die Begeisterung zu dämpfen, doch niemand zweifelt daran, dass dies die dritte Baureihe der Italo-Marke werden wird.

Quelle: ntv.de

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