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Zulassungen für Prüfer ausgesetzt Was geschieht jetzt mit der Kfz-HU?

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Anfang kommenden Jahres soll eine Entscheidung fallen.

(Foto: imago/Schöning)

Fehlende Dokumentation bei den deutschen Kfz-Prüfstellen: Tüv und Co dürfen im neuen Jahr womöglich nicht mehr die Hauptuntersuchungen durchführen. Was passiert jetzt?

Kurz vor dem neuen Jahr fragen sich Millionen von Autofahrern, wer künftig ihre Hauptuntersuchung macht. Weil sie technische Vorgaben nicht umgesetzt haben sollen, ist für Prüforganisationen die Zulassung ausgesetzt worden. Anfang des Jahres wollen Bund, Länder und Prüfdienste eine Lösung finden.

Was ist mit meinem angemeldeten Kfz?

Erteilte Plaketten behalten ihre volle Gültigkeit, wie der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV) und das Bundesverkehrsministerium versichern.

Worum geht es?

Damit Prüforganisationen wie die Tüv-Gesellschaften oder Dekra eine Kfz-Hauptuntersuchung machen können, brauchen sie eine Akkreditierung, also eine Zulassung. Diese erteilt die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Die Zulassung wurde nun ausgesetzt. Die Akkreditierung ist eine der Voraussetzungen, um von den zuständigen Landesbehörden als Prüforganisation anerkannt zu werden.

Warum wurde die Zulassung ausgesetzt?

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(Foto: imago stock&people)

Die Prüfgesellschaften sollen eine technische Anforderung nicht erfüllt haben. Dabei geht es um eine genaue Dokumentation darüber, welche Messgeräte eingesetzt wurden. Konkret laut DAkkS: um die "messtechnische Rückführung" von Prüfmitteln. Einzelheiten regelt die Vorschrift ISO 17020, deren Anwendung nach Angaben des Verkehrsministeriums international ab 2023 vorgesehen ist. Eine entsprechende EU-Norm wurde 2012 verabschiedet, es galt laut DAkkS eine Übergangfrist bis März 2015. Hintergrund ist laut Tüv-Verband, dass das deutsche Verfahren der Eichung von Messgeräten bei der Hauptuntersuchung nach EU-Bestimmungen durch andere Dokumentationspflichten ersetzt werden muss.

Was könnte jetzt passieren?

Die betroffenen Prüfgesellschaften erhielten Bescheide, die jedoch noch nicht in Kraft getreten sind. Sollte keine Lösung gefunden werden, sind die zuständigen Behörden der Länder "gezwungen", den Prüfern die Anerkennung zu entziehen. In dem Kurzprotokoll eines Arbeitskreistreffens von Vertretern der Stelle und der Verkehrsministerien von Bund und Ländern wurde gewarnt: "Ein Widerruf der amtlichen Anerkennung für alle in Deutschland anerkannten Überwachungsorganisationen würde das System der Hauptuntersuchung in Deutschland zusammenbrechen lassen."

Was ist eine Hauptuntersuchung?

Alle Fahrzeuge mit einem amtlichen Kennzeichen in Deutschland müssen in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden, ob sie noch verkehrssicher sind und die Umweltstandards einhalten. Pkw müssen in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Bei bestandener Prüfung erhalten die Autofahrer eine Plakette, die am hinteren Kennzeichen des Fahrzeugs befestigt wird. Laut Tüv-Report gibt es bei der Hauptuntersuchung bei fast zwei Drittel aller Pkw in Deutschland keine Beanstandungen. Jedes vierte bis fünfte Fahrzeug muss wegen erheblicher Mängel ein zweites Mal vorgeführt werden. Die Hauptuntersuchung - im Volksmund auch "Tüv" genannt - wird von staatlich anerkannten Prüforganisationen wie zum Beispiel den Tüv-Gesellschaften, aber auch Dekra vorgenommen.

Was macht die Deutsche Akkreditierungsstelle?

Kurz gesagt: Sie prüft Prüfer. Die Akkreditierungsstelle vergibt Akkreditierungen, also Zulassungen, von Laboratorien, Inspektions- und Zertifizierungsstellen. Mit einer Akkreditierung bestätigt die DAkkS, dass diese Dienste ihre Aufgaben fachkundig und nach geltenden Anforderungen erfüllen. Die Akkreditierungsstelle untersteht der Aufsicht des Bundes.

Welchen Stellenwert haben die Hauptuntersuchungen für die Prüfdienste?

Immer noch einen großen. Der Fahrzeugmarkt in Deutschland allerdings gilt als gesättigt, es gibt kein großes Wachstum mehr - entsprechend ist es beim Fahrzeug-Prüfgeschäft. Deswegen haben die Prüforganisationen ihr Produktportfolio in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet, ebenso wie das internationale Geschäft. So werden neben Fahrzeugen auch Industrieanlagen, Satelliten oder Medizin- und Umwelttechnik geprüft. Der Tüv Nord etwa macht im Industriegeschäft längst mehr Umsatz als im klassischen Geschäft mit Fahrzeug-Hauptuntersuchungen - ähnlich ist es beim Tüv Süd, auch bei Dekra wächst das Industriegeschäft stark. Insgesamt machen die Prüfgesellschaften Milliarden-Umsätze.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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