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Briefe aus dem Outback I "Ich wollte nur Defender fahren"

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Die drei deutschen Teams fahren dem neuesten Teil der Modellriege durchs Ourtback - den Discovery Sport.

(Foto: Busse/Textfabrik)

Wo es schon Reifenspuren gibt, da fährt die Land Rover Experience Tour in der Regel nicht hin. Was die sechs Deutschen in dem internationalen Teilnehmerfeld erleben, berichten sie hier exklusiv und ganz persönlich für n-tv.de.

Freiheit und Abenteuer, Offroad-Fahren und Team-Erlebnis sind die Zutaten für ein PR-Event, das es so kein zweites Mal auf dem Globus gibt. Wer im Rahmen der Ausschreibung einen kostenfreien Platz auf der Land Rover Experience Tour gewinnt, dem sind einzigartige Erlebnisse an exotischen Orten garantiert. Er wird aber auch Teil einer gigantischen Marketing-Maschinerie, die sich der britische Geländewagen-Spezialist Millionen kosten lässt.

Dieses Jahr stehen der neue Discovery Sport im Mittelpunkt. Ihm kommt deshalb eine besondere Aufgabe zu, weil er einen Spagat zwischen den Ansprüchen einer lifestylorientierten Kundschaft und dem traditionellen Markenversprechen schaffen muss, das da besagt, keine weich gespülten Pseudo-Offroader zu bauen.

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Der Land Rover Discovery 4 ist das Arbeitspferd der Tour. Wo es stockt, helfen er und seine Besatzung.

(Foto: Busse/Textfabrik)

Dass sie ihre unter Idealbedingungen gemessenen Verbrauchswerte im teilweise über 40 Grad heißen Australien nicht erreichen, wird niemanden wundern, der Ausrüstung und Beladung der Fahrzeuge kennt. Außer den persönlichen Habseligkeiten der Insassen sind zusätzlich zwei der praktischen Swag-Zelte inklusive Outdoor-Matratzen an Bord, zwei Schlafsäcke, eine elektrische Kühlbox, ein Erste-Hilfe-Set, ein Wechselstrom-Konverter, Funkgerät sowie ein Behälter mit zehn Litern Trinkwasser. Auf dem Dachgepäckträger fest verzurrt sind zwei Kanister mit je 20 Litern Diesel-Kraftstoff, mindestens ein Ersatz-Geländereifen und eine Vierer-Leiste Hochleistungsscheinwerfer. Da außerdem die Klimaanlage fast pausenlos in Betrieb ist, sprechen rund zehn Liter Verbrauch pro 100 Kilometer Offroad-Strecke eher für einen wirtschaftlichen Umgang mit dem Treibstoff.

"Ich wollte nur mal Defender fahren"

Grundsätzlich werden die Experience-Fahrzeuge der laufenden Produktion entnommen und danach für den Einsatz hergerichtet. Die weißen Discovery Sport werden von einem 180 PS leistenden Vierzylinder-Dieselmotor angetrieben. Ihr Allradsystem verfügt über verschiedene Fahrprogramme, die wechselnden Oberflächen von Schnee bis Geröll, von Matsch bis Sand angepasst werden können. Das klappt, wie schon auf der ersten Etappe zu erkennen ist, erstaunlich gut, obwohl die Besatzungen des Discoverys Sport auf das verzichten, was einen echten Hardcore-Offroader auszeichnet: Eine Luftfederung zur Vergrößerung der Bodenfreiheit sowie eine Gelände-Untersetzung für das Getriebe. Folgerichtig ist das wiederholte Aufsetzen des Unterbodens auf mehligem Sandpassagen oder bei Anstiegen über holperiges Geröll das einzige Problem, das ab und zu hingenommen werden muss. Und wenn gar nichts mehr geht, sind die Discovery-Begleitfahrzeuge zur Stelle, wie Meike Schneider (43) selbst erlebt hat.

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Meike Schneider am Steuer des Land Rovers, mit dem sie rund 3600 Kilometer durch Australien tourt.

(Foto: Busse/Textfabrik)

"Eigentlich wollte ich nur mal im Steinbruch in Künzelsau Defender fahren. Mit Tourenwagen und Rennstrecken kenne ich mich einigermaßen aus. Wenn Du einmal die Liebe zum Automobil hast, kriegst Du das Virus nicht mehr los. Dass es dann bei der einen Land Rover-Fahrt nicht blieb und ich schließlich für die Teilnahme an der Reise ausgewählt wurde, hat mich im ersten Moment aber erschreckt. Wie soll das gehen? hab ich mich gefragt, wer kümmert sich um meine achtjährige Tochter? Es ging dann aber doch, viele gute Freunde haben geholfen, ich habe ein tolles Umfeld, das mich schließlich unterstützt hat.

"Raus aus der Komfortzone"

Ich habe mich im Vorfeld nicht verrückt gemacht, der Beruf kann ja auch nicht einfach pausieren. Erst in den letzten zwei, drei Tagen ging das Reisefieber los, einiges habe ich gelesen, aber ob es besondere Risiken zum Beispiel durch wilde Tiere gibt, hat mich nicht interessiert. Ich wollte mit freiem Kopf herfahren.

Allerdings habe ich daran gedacht, was ich aus dieser Reise mitnehmen kann. Beruflich coache Unternehmer, meist aus dem Mittelstand. Wie dieses Unternehmen Land Rover Experience und die mitwirkenden Teams hier funktionieren, wie jedes Rädchen der Organisation ins andere greift, das ist schon beeindruckend. Jeder fasst mit an, zum Beispiel schon kurz nach dem Start, da haben wir uns einen großen Nagel reingefahren und einen Platten geholt. Da wurde nicht lange gefragt und geguckt, da wusste jeder, was zu tun ist, jeder packte mit an, im Nu war das Problem gelöst.

Raus aus der Komfortzone ist mein Motto. Neues versuchen, andere Sichtweisen entwickeln, um die Ecke denken. Gewinn ist nicht immer nur das, was auf dem Konto ist. Ich habe schon einiges hinter mir, aber es gibt noch mehr als genug Erfahrungen zu machen. Auf dieser Reise ist alles anders. Es sieht aus der Ferne aus wie ein bisschen Camping und Geländewagen fahren, aber der soziale Aspekt macht es zu viel mehr. Bei meinem letzten Urlaub war ich mit meiner Tochter in der Türkei, ganz ruhig, ganz normal, Tage am Strand und Schluss.

Hier habe ich schon am ersten Tag nach dem Aussteigen aus dem Auto im Unterholz eine Schlange wegzischen sehen. Die soll sogar recht gefährlich gewesen sein. Natürlich ist so eine Expedition nicht für jeden etwas, aber man muss die Dinge positiv angehen, dann hat man am meisten davon."

Am 29.11. und am 06.12. wird Norman Adelhütte in "PS - Das Automagazin" (immer sonntags um 08.10 Uhr bei n-tv) die Geschichte des Trails durch das Outback im Bewegtbild präsentieren. Ein Roadmovie gibt dann einen detaillierten Einblick in die Land Rover Experience Tour.

Quelle: ntv.de, aufgezeichnet von Axel F. Busse