Leben

Home is where your Herd is Bleibt die Küche das Herz der Wohnung?

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Die Küche als absoluter Wohlfühlraum.

(Foto: AP)

Der Wohnraum in Städten wird immer kostbarer – das weiß inzwischen jeder. Wenn man sich in Zukunft immer mehr einschränken muss, worauf lässt sich dann am ehesten verzichten? Steht etwa die Küche aus Platzgründen auf dem Spiel?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, auf die Küche wird auch in Zukunft nicht verzichtet werden. Im Gegenteil, ihre Bedeutung nimmt sogar zu – Trendforscher sagen voraus: Während die Nutzung anderer Räume immer flexibler wird, bleibt die Wohnküche der zentrale und unverzichtbare Kern eines (Zu-)Hauses. Klassische Drei-Zimmer-Küche-Bad-Wohnungen werden allerdings nach und nach verschwinden. Das behauptet zumindest Trendone.

Die Trendfinder der Hamburger Agentur haben sogenannte "Fluent Spaces" als Microtrend ausgemacht. Diese "flexiblen Räume" werden der Agentur zufolge über mehrere Lebensphasen hinweg genutzt werden. "In der Studienzeit dienen sie als Wohngemeinschaft, mit Mitte 30 als Familiendomizil und für Empty Nester mit Anfang 60 schließlich als Untermiet-Objekt", erklärt Trendone. Und weiter heißt es: "Im Mittelpunkt der Wohneinheiten befindet sich die Wohnküche als Treffpunkt für alle Bewohner. Andere Räume verlieren ihre Funktionszuweisung und können im Bedarfsfall sogar abgekoppelt und von der Nachbarwohnung weitergenutzt werden. Auch kommerzielle und öffentlich genutzte Räume werden fluent. Office-Spaces werden abends zum Yoga-Studio und nachts zur Bar. So können die teuren Flächen in den immer enger werdenden Städten optimal genutzt werden."

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Gleitende Übergänge zwischen Küche, Wohn- und Arbeitsbereichen.

Doch zurück zur Gegenwart: Eine Wohnküche als Treffpunkt – ist das in beengten Mietwohnungen überhaupt realisierbar? Während die großen Küchenhersteller in ihren glossy Anzeigen am liebsten großzügige Räume ausstatten, müssen auch sie der Realität ins Auge sehen. Eine Lösung zur Raumgewinnung sind da zum Beispiel deckenhohe und maßgeschneiderte Schränke, die Platz am Boden schaffen. Auch multifunktionale Hängevorrichtungen schaffen Töpfe, Pfannen und Küchenwerkzeuge auf ansprechende Weise aus dem Weg. So kann auch den wenigen Quadratmetern zumindest ein Mini-Essplatz abgetrotzt werden.

Wohnküche oder Arbeitsküche?

Klar im Vorteil sind natürlich die, die den Grundriss selbst bestimmen können. Wohnungs- und Hauseigentümern stellt sich dann eher die luxuriöse Frage: Wohnküche oder Arbeitsküche? Im "Schöner-Wohnen"-Podcast "Sofa so good" nehmen zwei Wohnexpertinnen diese Richtungsentscheidung zum Anlass, sich dazu ihre ganz persönlichen Gedanken zu machen. Wie gehen sie zum Beispiel mit Küchengerüchen um? Ist die Wohnküche wirklich so kommunikativ wie gemeinhin angenommen? Wie bekommt man optisch Ruhe ins Küchenbild? Und wie halten sie es ehrlicherweise mit dem Aufräumen beim und nach dem Kochen?

Schaut man auf die Einrichtungstrends für 2020, so gibt die Wohnküche eindeutig den Ton an. Für das "Küchenfinder"-Magazin bekommt der Begriff offene Wohnküche eine noch weitergehende Bedeutung: "Die Räume verschmelzen nicht nur miteinander, sondern werden auch immer weiter aufeinander abgestimmt. So werden die Möbel für den Koch- und Wohn- bzw. Essbereich gemeinsam ausgesucht und kombiniert, Bücherregale finden in der Küche Platz, der Esstisch wird zum Wohnzimmertisch und die Theke wird zum Arbeitsplatz."

Zudem schwappen jetzt auch die aktuellen Farbtrends aus dem Wohnbereich in die Küche. Nachdem dort die Hochglanzmöblierung längst schon wieder abgeschrieben ist, werden nun matte und vor allem dunkle Fronten immer beliebter. Zum Thema Trendmaterialien weiß der Küchenfinder: "Im kommenden Jahr heißt es 'Mix it!'. Moderne Küchen zeichnen sich einerseits durch minimalistische Möbel und andererseits durch einen kontrastreichen Material-Mix aus. Besonders beliebt sind aktuell Keramik, Beton, Glas, Marmor und Schiefer." Egal, wie sie ausgestattet ist und wie viel oder wenig Platz zur Verfügung steht: Die Küche ist und bleibt einfach der gemütlichste Aufenthaltsort für Familien, Hobbyköchinnen, Wohngemeinschaften, Paare und Freunde der Hausparty.

Quelle: ntv.de