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"Let's Dance" – Show Acht 30 Punkte für Nazan, Buh-Rufe für Llambi

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Nazan Eckes fasziniert alle.

Barbara vertanzt ihre Vergangenheit, Evi erklärt ihren Tanz mit dem toten Soldaten und Pocher zeigt erst seinen Wahnsinns-Körper und penetriert dann ein bisschen seine Tanzpartnerin. Am Ende waren's nur noch sechs.

"Einfach nur wow, mehr braucht man nicht zu sagen", entfährt es einer sichtlich beeindruckten Motsi nach Nazans Barfußtanz. War das wirklich dieselbe Nazan wie noch vor ein paar Wochen?

In Show Acht werden die größten TV-Melodien vertanzt und was die so zart wirkende Nazan da abliefert, hat einen solchen Bums, das muss frau sich erstmal trauen! Mal springt sie mit vollem Karacho in Christians Arme, mal lässt sie sich blind nach hinten fallen, stets mit dem Gedanken im Hinterkopf: Wird er mich halten? Oder lande ich gleich in der ersten Sitzreihe? Das Publikum springt von den Sitzen und man sieht sie ihr an, die Erleichterung, dem Partner so vertrauen zu können. Durch die Luft wirbeln, Hebefiguren, dass einem die Ohren schlackern. Dafür kann es nur eines geben: 30 Punkte.

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Ekats Drill lohnt sich - Pommes.

Auch Barbara Becker tanzt diese Woche Contemporary. Im Vergleich zu Nazan: viel Drama, viel Verzweiflung, aber auch ein paar leichtfüßige Schritte, die die schönen Seiten zeigen sollen, denn schließlich sei ja nicht alles schlecht gewesen in der Vergangenheit. Dennoch sei es schwer, seine verletzliche Seite zu zeigen, die Scheidung vom Ex, die viele Presse, aber da seien eben auch immer noch zwei Kinder, um die man sich kümmern musste. Hinfallen okay, aber nicht zu lange liegenbleiben, auch wenn man verwundet ist. Nur eines sei wichtig: "Immer wieder aufstehen". Die Jury honoriert ihren Mut, ihre fragile Seite zu zeigen, nur Llambi ist der Barfußtanz einen "Tick zu gleich".

Was sich dem Zuschauer allerdings nicht so recht erschließt, sind Massimos große Gesten am Ende des Tanzes. Ja, wir haben "endlich die echte Barbara gesehen", aber sie ist ja nicht gestorben, oder? Die Tränen und die wegbrechende Stimme des dankesagenden Tänzers wirken schon ein wenig aufgesetzt.

"Aber er ist doch tot!"

"Tot" ist nämlich eigentlich Evgeny. Zumindest nennt Evelyn dies als Grund für ihren "statischen Gesichtsausdruck". Die beiden zeigen eine Rumba zu "There You’ll Be" von Faith Hill und vertanzen darin den Verlust von Evelyns imaginärem "Mann, der als Soldat gefallen und nicht nach Hause zurückgekehrt ist". Die Witwe tanzt also mit dem Geist des Verstorbenen. Motsi ereilt ob der evelyn'schen Wortkasperei ein akuter Lachflash, so langanhaltend, dass ihr die Tränen kommen. Breitseitenvorlage für Grumpy Llambi: "Die ganze Wimperntusche! Jetzt muss Motsi eine ganze Stunde neu geschminkt werden."

Nur sieben Tänzer tänzeln noch. Zurück im Spiel diese Woche: Piwko mit einer "sexy Salsa" zu "De Todo Un Poco" (O.S.T. Dirty Dancing). Man hält immer ein bisschen den Atem an, wenn Benjamin loslegt, gleichzeitig ist da der Wunsch, bitte, bitte krieg' es hin!

Denn im Takt zu tanzen und nichts, absolut nichts zu hören, davor kann man nur den Hut ziehen, obschon der gutgelaunte Schauspieler witzelt: "Wenn ich mich ausziehe, merkt keiner, ob ich im Takt bin." Jorge zu Piwkos Gebärdensprachdolmetscher: "Sag ihm, er soll sein Hemd zumachen, ich kann mich nicht konzentrieren." Piwko kassiert viel Lob, nur Llambi, übrigens dieses Mal in einem phantasmagorisch funkelnden Blazer, der jedes Insekt der Gattung Calliphoridae blass aussehen lässt, fehlt in dieser wunderbaren, lateinamerikanischen Salsa leider "das Risiko".

Pocher und ein bisschen Johnny English

In dieses stürzt sich wie eh und je Oliver Pocher. Endlich mal James Bond vertanzen, "Goldfinger"-Pocher lässt die Hüften kreisen, streckt die Ärmchen aus und zeigt eine gar nicht mal so üble Rumba, obschon da auch "ein bisschen Johnny English dabei war", wie Hartwich frotzelt. Später an diesem Abend hat er es vielleicht doch ein Quäntchen übertrieben. Im inzwischen legendären Discofox-Marathon, bei dem alle Paare sechs Minuten lang durchtanzen müssen, reißt er sich das Hemd vom Leib, springt, marschiert, hüpft, rennt und - penetriert seine Tanzpartnerin wie so ein läufiger Köter. Natürlich nur tänzerisch, aber diese olle Macho-Geste ist dermaßen unlustig, dass Christina das einzige Richtige macht und ihm dafür in den Hintern tritt.

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Machte auch Jorge ganz wuschig - Piwko.

Das muss General Ekat angeblich auch "Pommes" jede Woche. Peitsche und Drill: Es lohnt sich! Die beiden tanzen einen "mega Jive". Hens zeigt schöne "akzentuierte Kicks", das Publikum springt von den Stühlen, aber es gibt auch wieder einen, der beim Ex-Profihandballer eine "leicht abgeknickte Hüfte und eine nicht so tolle Rückenlinie" zu bemängeln hat. Dafür erntet der Miesepeter mächtig Buh-Rufe.

Wahnsinn, dieser Körper!

Apropos Discofox-Marathon: Was Ella und Valentin präsentieren, ist fast turnierwürdig. Von wegen bisschen zu "Cordula Grün" schunkeln: Diese Frau tanzt sich die Seele aus dem Leib, so sie denn, wie erneut viele Zuschauer im Netz unken, überhaupt eine habe. "Zu perfekt, aalglatt, kein Gefühl, ein Tanzroboter." Die Kritik nimmt sich die Sängerin zu Herzen und verarbeitet sie parodistisch als Morticia Addams aus "The Addams Family", denn nicht vergessen: Show Acht hat das Motto (Kino)-Film und Fernsehen.

Barbara geht aus diesem Marathon als Siegerin hervor, muss am Ende aber dennoch zittern, genauso wie Ulknudel Pocher, den schließlich das Aus trifft. Er hätte gerne weitergetanzt, sagt er, nimmt sein Ausscheiden aber - wie nicht anders zu erwarten - mit Humor. Schließlich ist das ja alles ohnehin schon "Wahnsinn, wenn man sooo einen Körper hat und dann auch noch so tanzen kann".

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Quelle: n-tv.de

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