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Neue Welten für Serie "Suits" Anwälte mit Sex, aber ohne Geheimnis

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Harvey und Mike - ein perfektes Duo?

Endlich sieht juristische Brillanz wieder richtig scharf aus. Zum Start der vierten Staffel stellt "Suits" seine wohlgekleideten Großkanzlei-Egos völlig neu auf - und einer der Anzugträger arbeitet nicht mal mehr als Anwalt.

Der schneidige Anwalt Harvey Specter (Gabriel Macht) hat in Mike Ross (Patrick J. Adams) den perfekten Associate gefunden. Dessen Hirn rattert schneller als die Tastatur der besten Sekretärin, sein Welpencharme öffnet Türen, die Harveys Ego lange zugeschlagen hatte, und sein Herz steht zwar manchen wirtschaftlichen Interessen der Kanzlei Pearson Specter im Weg, macht Mike jedoch zum idealen Sidekick für den emotional doch eher groben Harvey. Obwohl Mike nie ein Jurastudium beendet hat und eigentlich gar nicht als Anwalt arbeiten darf, stellt Harvey ihn ein. Er investiert sein Wissen und seine Erfahrung in den Zögling und riskiert dabei seine eigene Position in der Firma. Mit Beginn der vierten Staffel der Erfolgsserie "Suits" muss Harvey trotzdem ohne Mike auskommen.

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Der smarte Harvey.

Gerade weil die Luft nicht nur für ihn, sondern vor allem für die ihm Nahestehenden immer dünner wurde, musste Mike den Absprung wagen. Spätestens als die Endlich-Freundin Rachel Zane (Meghan Markle) ihm in Staffel drei die Pistole auf die Brust setzte - als er von den Behörden abgeführt und unter nicht ganz einwandfreien Bedingungen verhört wurde - musste auch den Machern der Show klar werden, wohin sie ihren Protagonisten da getrieben hatten. Die Story ging nicht mehr auf. Einerseits befanden sich die Eingeweihten in einer Sackgasse - viele Verschleierungsoptionen standen nicht mehr zur Wahl, andererseits hatten auch die geduldigsten Zuschauer vom ewigen Damoklesschwert eines nicht vorhandenen Zeugnisses langsam wirklich genug. Deswegen wagte "Suits" jetzt einen mutigen Dreh: Mike entscheidet sich für einen Job bei einer großen Investmentfirma. Trennen muss sich das Harvey-Mike-Dreamteam natürlich trotzdem nicht. Zum Staffelauftakt vertritt Pearson Specter Mikes neuen Arbeitgeber - Interessenkonflikt inklusive.

ACHTUNG SPOILER

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Mike mit dem Welpencharme.

Auch im neuen Job stolpert Mike nämlich erst mal über seine guten Absichten. Sein neuer Chef Jonathan Sidwell (Brandon Firla) gibt sich nicht länger nur mit Gewinnen zufrieden. Mike soll den ganz großen Deal an Land ziehen. Auch wenn die alten Anzüge noch sitzen: Investmentbanking ist eine andere Welt für den jungen Aufsteiger. Die Möglichkeiten, anderen Menschen zu helfen, sind begrenzt. Der Verlauf der Staffel wird zeigen, wie viel kleine Schlechtigkeiten Mike bereit ist für ein besseres großes Ganzes in Kauf zu nehmen. Vorerst schnappt er sich den Unternehmer Walter Gillis (Michael Gross) und schlägt ihm vor, statt einer feindlichen Übernahme gemeinsame Sache zu machen. Dumm nur, dass einer von Harveys Mandanten, Logan Sanders (Brendan Hines), gerade den klassischen Weg plant. David gegen Goliath? Jedenfalls erwartet die Zuschauer ein Kräftemessen, was durchaus mal persönlich werden kann.

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Mehr Liebe, mehr Sex.

Noch viel ärgerlicher ist da, dass Mikes Freundin Rachel mittlerweile für Harvey arbeitet und noch eine Stufe ungünstiger, dass Logen der verheiratete Mann ist, mit dem Rachel vor einiger Zeit eine Affäre hatte. Überhaupt scheint es zum Auftakt von Staffel vier, als habe man "Suits" ein bisschen mehr Sex beigemengt. Harvey hat den Scotty-Liebeskummer runtergeschluckt und es sieht so aus, als müsse er die Nächte nicht allein verbringen. Die wahre Überraschung ist aber Jessica Pearson (Gina Torres): Sie hat sich einen Mann geschnappt - und zwar einen ziemlich hübschen: Jeff Malone (D.B. Woodside). Dem gibt sie zwar formell den Laufpass, um ihn in der Firma beschäftigen zu können - dass die erklärte Pragmatikerin dahin gehend wohl nicht ganz konsequent bleiben wird, lässt sich jedoch bereits erahnen, als sie ihn zum "letzten" Liebesakt verführt.

Keine Zeit für neue Flirts

Auch wenn es wünschenswert wäre, für die heimliche Serienheldin Donna Paulsen (Sarah Rafferty), Harveys Sekretärin, heißt das wohl: keine Chance für eine neue Liebe. In einem sind die Macher von "Suits" nämlich stets konsequent geblieben: Sie produzieren eine Businessshow mit ein bisschen Beziehungskiste. Das muss sich schon die Waage halten. Ein Glück allerdings für Rachel. Der neue Job bringt Mike nämlich nicht nur ein schickes Büro und eine Limousine, sondern auch die süße Sekretärin Amy (Melanie Papalia). Da für Flirts in der Storyline kein Platz scheint, könnte sie im neuen Büro ohne Mentor und Beschützer Harvey seine Vertraute werden.

Es ist vielleicht kein Neuanfang, auf den "Suits" sich mit dem neuen Setting eingelassen hat, es ist vielmehr, als habe die Show den Reset-Button am Handlungsstrang gedrückt. All die großartigen Charaktere bleiben erhalten. An ihnen wurde bis zuletzt so liebevoll gefeilt, dass selbst das Gespann der Unsympathen, Harvey-Antagonist Lewis Litt (Rick Hoffman) und sein Associate Katrina Bennett (Amanda Schull) eigentlich nach mehr eigener Geschichte verlangen. Im Gegensatz zu anderen gut laufenden Fernsehformaten müssen die Protagonisten aber nicht zäh auf ihren Altlasten herumkauen. Sie haben sich drei Staffeln lang formiert, jetzt dreht sich ein neues Machtkarussell.

"Suits" verzichtet für die frische Staffel bewusst auf die für Serien typische Verheimlichungs-Problematik: Jessica steckt Harvey, dass sie mit Malone im Bett war, Rachel gesteht Mike, dass Logan der verheiratete Mann ist, von dem sie einst erzählt hatte. Der Weg ist frei: Jetzt können sich allein aus der Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren Spannungen entwickeln, zu denen es durchschnittliche TV-Shows nicht gebracht hätten. Wenn "Suits" jetzt keine groben Fehler begeht, könnte die vierte Staffel unter den neuen Voraussetzungen an die großartige erste heranreichen.

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Quelle: ntv.de

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