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Noch lange nicht im Ruhestand: Bob Dylan bei einem Auftritt 2012.
Noch lange nicht im Ruhestand: Bob Dylan bei einem Auftritt 2012.(Foto: imago/China Foto Press)
Donnerstag, 13. Oktober 2016

Sänger, Dichter, Protestikone: Bob Dylan bekommt Literaturnobelpreis

Viele der Ausgezeichneten werden erst durch den Literaturnobelpreis beim Massenpublikum weltweit bekannt. Dieser nicht. Mit dem Musiker und Poeten Bob Dylan vergibt das Nobelkomitee den Preis an eine Legende.

Der US-amerikanische Sänger und Songwriter Bob Dylan bekommt den Literaturnobelpreis. Der 75-Jährige werde für die Schaffung "neuer poetischer Ausdrucksformen" in der großen Tradition der amerikanischen Musik geehrt, erklärte die Sprecherin der Schwedischen Akademie, Sara Danius, in Stockholm.

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In diesem Jahr waren rund 220 Autoren für den Preis nominiert. Den Preisträger wählt die Schwedische Akademie, die aus Schriftstellern, Literatur- und Sprachwissenschaftlern sowie Historikern besteht, aus fünf Kandidaten auf einer Shortlist aus. Letzte deutschsprachige Preisträgerin war die Schriftstellerin Herta Müller 2009.

Die mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotierte Auszeichnung wird am 10. Dezember - dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) - gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen in Stockholm verliehen.

Mit Metaphern durchsetzte Meisterwerke

Dylan wird von Musikkritikern seit jeher für seine Texte geschätzt und wurde schon mehrfach dafür ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den Pulitzer-Preis für "lyrische Kompositionen von außerordentlicher poetischer Kraft".

Der als Robert ("Bobby") Allen Zimmerman geborene junge Mann aus Duluth im US-Bundesstaat Minnesota benannte sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Der Erfolg stellt sich mit dem Song "Blowin' In The Wind" 1963 ein. Wütende Lieder wie "Masters Of War" oder "A Hard Rain's A-Gonna Fall" machten ihm zum Sprachrohr der weltweiten Jugend- und Protestbewegung der 1960er Jahre. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Lyrics gelten als Meisterwerke von beispielloser Qualität.

Rund 100 Millionen Tonträger soll Dylan inzwischen verkauft haben. Seinem deutschen Biografen Heinrich Detering zufolge beziehen sich die Songtexte des Amerikaners "auf Dichtungen unterschiedlichster Zeitalter und Kulturen: von der Bibel und Homers 'Odyssee' über die Dichtungen der römischen Kaiserzeit (Ovid, Vergil, Juvenal), die mittelalterlichen Mysterienspiele und Shakespeares Dramen bis zur amerikanischen Romantik, den französischen 'poètes maudits' und dem Theater Bertolt Brechts". Und nicht zuletzt hebt der Literaturwissenschaftler die Geistesverwandtschaft Dylans mit "Beat-Poeten" wie Jack Kerouac und Allen Ginsberg hervor.

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Quelle: n-tv.de

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