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Beweismaterial im Mordprozess Der geheime Raum von O.J.s Anwalt

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Robert Kardashian gehörte zum Anwalts-"Dream Team" von O.J. Simpson.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Prozess um O.J. Simpson spaltete nicht nur die USA in zwei Lager, sondern auch die befreundeten Kardashians. Kim K. erzählt nun erstmals von einem Geheimversteck mit Beweisen, das ihr Vater und Anwalt des Ex-NFL-Profis zu Hause hatte.

Mit ihrem Wunsch, Anwältin zu werden, tritt Kim Kardashian in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters Robert, der in den 1990er-Jahren im Mordprozess gegen O.J. Simpson Bekanntheit erlangte. Nun gibt die Reality-TV-Queen erstmals einen Einblick in die Arbeit ihres Vaters: Demnach soll dieser einen geheimen Raum in seiner Bibliothek gehabt haben, in dem er Beweise versteckt hielt.

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Robert Kardashian steht nach der Urteilsverkündung links neben seinem Freund O.J. Simpson.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Die 34-Jährige erzählte der "Vogue", wie ihr Vater und seine Anwaltskollegen Johnnie Cochran und Bob Shapiro an Wochenenden im Hause der Kardashians arbeiteten. "Mein Vater hatte eine Bibliothek und wenn man gegen eine der Wände drückte, öffnete sich ein versteckter Raum mit all seinen O.J.-Beweisbüchern." Sie habe dort häufiger geschnüffelt und die Unterlagen durchgesehen. "Ich war wirklich neugierig auf die Forensik", so die Dreifachmutter. Was genau in den Unterlagen stand, behält sie jedoch für sich.

Robert Kardashian war eine prominente Figur in dem spektakulären Prozess, der bis heute noch für Aufregung sorgt. Als guter Freund des Football-Stars wurde er 1994 Mitglied von dessen Anwalt-"Dream Team", als dieser wegen des Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und ihrem Freund Ronald Goldman angeklagt wurde. Der ehemalige NFL-Spieler war gewalttätig und schlug seine Frau des Öfteren. Ihre aufgezeichneten Anrufe an die Polizei wurden vor Gericht als Beweismittel aufgeführt.

O.J. soll sie und ihren Freund aus Eifersucht getötet haben. Doch obwohl Blutspuren von Simpson am Tatort und die DNS der Getöteten auf seinem Grundstück festgestellt wurden, wurde er 1995 von den Geschworenen freigesprochen. Legendär bleibt der Satz von Anwalt Shapiro: "If it doesn't fit, you must acquit" (Wenn er nicht passt, muss er freigesprochen werden), in Anspielung auf den Handschuh, der als Beweisstück vor Gericht aufgeführt wurde, der dem Hauptverdächtigen O.J. allerdings nicht passte.

Prozess spaltete die Kardashians

Die Familien Kardashian und Simpson standen sich bis zum Prozess sehr nahe. Wie Kris Jenner, Robert Kardashians Ex-Frau und Mutter seiner Kinder Kourntey, Kim, Khloé und Robert Jr., Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey vor einigen Jahren erzählte, lernte sie ihren Ehemann Robert Kardashian und dessen Freund kennen, als sie gerade erst 17 Jahre alt war. O.J. sei damals wie ein großer Bruder für sie gewesen. Sie wohnten nah bei einander und verreisten häufig gemeinsam. Ihre Kinder nannten die Simpsons demnach "Onkel O.J." und "Tante Nicole".

Das Gerichtsverfahren spaltete jedoch nicht nur die US-Gesellschaft in zwei Lager, sondern auch die Kardashians. Robert und Kris waren zu diesem Zeitpunkt bereits geschieden. Nicole Simpson habe ihr zwar nie von der erlittenen häuslichen Gewalt erzählt, Kris sei jedoch sofort von O.J.s Schuld überzeugt gewesen. In der "Ellen Show" verriet sie, dass sie am Tag des Todesfalls mit ihrer Freundin verabredet gewesen sei, die ihr "das Innere ihres Safes zeigen" wollte, für den Fall, dass ihr etwas zustoße. Heute sei sie sich sicher, dass Nicole ihr an diesem Tag alles erzählen wollte.

Kris sei verwirrt gewesen, als Robert dennoch O.J.s Anwalt wurde. "Ich konnte nicht verstehen, warum er nicht sieht, was ich sehe. Mein Mann stand auf einer Seite, ich auf der anderen. Unsere Kinder waren in der Mitte gefangen und es war sehr schwer, es ihnen zu erklären." Doch auch Robert Kardashian änderte seine Haltung mit den Jahren. Ein Jahr nach dem Prozess gestand er in einem Interview mit Barbara Walters, "Zweifel an O.J. Simpsons Unschuld" zu haben.

Quelle: n-tv.de, lri

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