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Vater futuristischer Entwürfe Designer Luigi Colani ist tot

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Colani entwarf neben Autos unter anderem auch Kameras, Brillen und Möbel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seine Entwürfe waren oft extravagant, aber nicht immer praxistauglich. Nun ist Luigi Colani in Karlsruhe gestorben. Der einstige Star-Designer wurde 91 Jahre alt.

Der Designer Luigi Colani ist tot. Er sei im Alter von 91 Jahren in Karlsruhe an einer schweren Krankheit gestorben, teilte seine Lebensgefährtin Yazhen Zhao mit.

Colani war Vorbild für Generationen junger Designer. Sein Markenzeichen war der runde Schwung, die organische Form. Ecken und Kanten waren ihm verhasst. So entwickelte Colani Autos und Rennwagen mit geschwungenen Kotflügeln, Riesenflugzeuge mit gebogenem Rundbug und Lastwagen mit delfinähnlichem Führerhaus. Der Universaldesigner hat aber auch Möbel, Geschirr, Fernseher, Kleidung, Klos und Küchen entworfen. Colani war einer der ersten Designer, die ihre Produkte unter eigenem Namen vermarkteten. Mit manchen Ideen verdiente er viel Geld und erregte großes Aufsehen: Die ergonomisch geformte Spiegelreflexkamera Canon T90 nannte er sein vielleicht bestes Produkt. Auch seine Brillen verkauften sich gut.

In den 70er- und 80er-Jahren avancierte Colani zum Medienstar. Auf Schmähungen der Fachwelt reagierte er mit umso größerem Geltungsdrang - und einer gern zur Schau getragenen Arroganz. Laut und mit drastischen Worten schimpfte er auf seinen Berufsstand und inszenierte sich als Enfant terrible. Viele seiner Entwürfe - nach eigenen Angaben etwa 70 Prozent - blieben als Skizze in der Schublade, wurden nie mehr als ein Prototyp. Insgesamt bezifferte Colani seine zu Papier gebrachten Ideen auf rund 4000.

Colani wurde am 2. August 1928 in Berlin geboren. Schon als kleines Kind bastelte er Autos oder Schiffe zusammen. Nach der Schule studierte Colani an der Berliner Kunstakademie. Später in Paris beschäftigte er sich an der Universität Sorbonne mit Aerodynamik. Im Laufe seines Lebens arbeitete er außer in Deutschland, Italien, Mexiko, den USA und Russland auch in Japan und China.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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